Dieses Mal begann der Shvil in in Eilat

Im September 2017 begann ich auf dem Shvil zu wandern. Der Bericht dazu befindet sich hier auf der Website unter der Überschrift “Der Anfang ist gemacht“. Im November 2018 folgte dann die Fortsetzung, jedoch nicht an der Stelle, an der ich 2017 aufhörte, sondern dieses Mal begann der Shvil in Eilat.

Günther an einer Tafel zum Svil Israel

Ich bin mit meinem Schulfreund Georg, mit dem ich von 1967 bis 1970 die Schulbank drückte, am 12.11.2018 in Eilat gestartet. Wir haben das Wasser bei Yanir Yakel bestellt und in Yehoram NC, in Shehotet NC und Raham Etek C. jeweils gefunden. Hierzu war eine paypal Zahlmöglichkeit erforderlich. (Mehr zum Thema Watercaching findest Du hier ->)

Eigentlich wollten wir bis Mizpe Ramon laufen, aber wir haben gemerkt, dass es für uns beide mit 67 und 66 Jahren nicht mehr darauf ankommt, Ziele zu erreichen, sondern für uns ist der Weg das Ziel.

Das bedeutet, wir machen das, was machbar ist, und alles andere überlassen wir fitteren, meist jüngeren Shivlistim. Wir betonen ausdrücklich Shivilistim, denn unser Alter bedeutet noch lange nicht, dass wir nicht in der Lage wären, ehrgeizige Ziele zu verfolgen und zu erreichen, nur eben, wenn es darum geht, in körperlicher Hinsicht Höchstleistungen zu vollbringen, dann muss Vernunft und Einsicht absolute Priorität vor den Wünschen haben, sich etwas zu beweisen.

Georg am Shvil Israel in den Bergen des Eilat-Massivs

Auch um diese Erkenntnis zu gewinnen, ist der Shvil ein hervorragender Lehrer. Wenn es still wird um Dich herum, wenn man die inneren Stimmen hört, wenn man in den Nighcamps die Sterne beobachtet, die über einem funkeln, wenn man die Morgensonne bewusst erlebt, wie man es wohl sonst kaum kann, dann verspürt man, dass uns der Shvil etwas lehren will.

Das ist bei jedem etwas anderes, meist weiß man selbst, in welche Fallen man schon sein ganzes Lebens lang tappt, welche Rolle man immer noch spielt, obwohl man es eigentlich schon längst besser wissen müsste. Genau dafür, dass man sich selbst erkennt, kann der Shvil die Wahrnehmungsfähigkeit schulen oder zumindest dem, der dafür offen ist, Erkenntnisse verschaffen, die einem sonst verschlossen blieben.

Wir wollen damit nicht sagen, dass diese Schritte nur auf dem Shvil möglich sind. Wir gehen sogar soweit, dass der Shvil nicht für jeden etwas ist, denn man muss sich darüber im Klaren sein, es handelt sich hier nicht um eine Parkanlage, in der man nach getanem Sport gemütlich duschen und nach einem Bierchen ins Bett gehen kann. Nein, es handelt sich um eine echte Herausforderung an Körper und Geist, die mit Vernunft und Vorsicht bewältigt werden muss.

Eine grüne Akazie trotzt den harten Bedingungen der Wüste Negev

Dabei wollen wir es jetzt belassen, wir wollen ja hier keine Predigt halten. Aber eines möchten wir betonen: Der Shvil ist machbar. Jedoch sollte ihn keiner auf die leichte Schulter nehmen. Das ist auch der Grund, warum wir eingesehen haben, dass andere vielleicht in der Lage sind, die Wüste oder gar den gesamten Shvil durch zu hiken. Und zu dieser Aussage und Erkenntnis steht auch Günther, der in den Jahren zuvor in Spanien 5 Caminos (Jakobswege), zuletzt den “Einsamkeitsrekord-Camino-Levante” auf 800 km durchgelaufen ist. Ebenso ist Georg ein erfahrener und erprobter Bergsteiger, der schon so manche anstrengende Tour bewältigt hat. Es ist aber alles nicht mit der Anstrengung der Wüste und der Notwendigkeit, sich um sich selbst zu kümmern, zu vergleichen.

Wer Kaffee trinken will, muss ihn sich kochen. Es gibt keinen Espresso an der Bar. Es gibt keine Almhütte mit einem erfrischenden Radler – es ist Wüste!

Die Menschen jedoch, auf die man in Israel trifft, die sind der Esprit einer solchen Wanderung!

Sie sind einfach wunderbare, hilfreiche und gastfreundliche Menschen, wie überall in Israel. Etwas anderes haben wir bisher jedenfalls nicht erlebt, und Günther kann das auch noch von seiner Wanderung im Norden von Dan nach Kfar Tavor bestätigen.

So sind wir von Eilat über die Nightcamps, wie im Redbook von Jacob Saar (s.u.) beschrieben, bis zur Uvda Junction kurz vor Shizafon gewandert.

Überragend schöne Natur: nicht immer ist der Israel National Trail so flach wie hier

Wir haben uns meist gut an die Markierungen halten können, waren aber in den Wadis schon sehr froh, dass wir die INT App auf Georgs Androit Phone dabei hatten.

Die jeweils 6 Liter Wasser in den Nightcamps pro Person von Yanir waren fast immer nötig, in der heißen Jahreszeit könnte es evtl. sogar knapp bemessen sein.

Wir haben unterwegs nur wenige Menschen getroffen, was uns aber nicht geschadet hat. Wer den Shvil laufen möchte und sich fit fühlt, dem sei geraten, sich um Wasserlieferungen zu kümmern. Wer wie Günther von Haferflocken, Nüssen, Feigen und Datteln, Rosinen und Kaffee leben kann, muss dann auch genügend Müsli dabei haben. Ein Kocher ist von großem Vorteil, für manche ist er ein Muss, denn heißes Wasser ist wunderbar für die Nahrungszubereitung.

 

Das Schraubgewinde von Georgs Brenner passte allerdings nicht auf israelische Gaskartuschen. Aus diesem Grund haben wir einen neuen Brenner gekauft. So etwas erledigt man z.B. bei Rikoshet im Big Eilat in Eilat. Achtung: an Shabat denken!

Da Georg nicht so sehr der Haferflockenfreak ist, hat er genügend gefriergetrocknete Mahlzeiten dabei gehabt, für dessen Zubereitung heißes Wasser erforderlich ist. Zusätzlich gab es im Restaurant am Südeingang zum Timnapark warmes Essen zu kaufen, am Nordausgag im Kiosk Datteln und Ähnliches.

Die nächste Mahlzeit erhielten wir im Beduinencamp kurz nach Shaharut – das man erst sieht, wenn man die Häuser von Shaharut rechts hinter sich liegen gelassen hat. Allerdings gibt es dort nicht immer etwas zu Essen.

Auf jeden Fall wird es für uns einen erneuten Anlauf geben, den Shvil irgendwann mal länger zu laufen. Nach und nach fühlt man sich in Israel fast wie zu Hause und kommt gut zurecht.

Kleine Hindernisse wie dass die Simcard nicht gleich funktionierte und man am nächsten Tag noch mal in den Laden muss, oder der Einkauf von Schmelzkäse statt Humus sind Dinge, über die man lachen kann. Denn was einem die Freiheit auf dem Shvil bietet, kann man mit Worten wohl nicht beschreiben.

Nach flachen Wegstücken kommt die nächste Steigung am INT garantiert

Zum Abschluss noch einmal der Hinweis, nicht nur an ältere Semester: bereitet euch körperlich und mental darauf vor, dass man den Shvil in keinster Weise mit einem noch so heißen und evtl. einsamen Camino in Spanien mit der dortigen Infrastrukur vergleichen kann.

Auf dem Shvil in der Wüste müsst ihr euch um alles selbst kümmern und auf das Leben im Freien einstellen. Es kann auch mal vorkommen, dass man in einer Notsituation alleine ist. Die ersten beiden Etappen, also bis Raham Etek, haben uns vor bergsteigerische Herausforderungen gestellt, für die man Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit benötigt.

Aber wir wollten und wollen uns ja in Gelassenheit üben, was nicht heißen soll, alles dem Zufall zu überlassen, sondern ganz im Gegenteil – auch wenn wir ausgetretene Pfade verlassen, tun wir es wie die Hochseilartisten stets mit einem Netz unter uns.

Ein Shvil-Wegweiser, den man nicht so leicht übersehen kann!

Wir meinen das natürlich im übertragenen Sinne. Eines noch: die heißen Duschen im Timnapark und im Beduinencamp in Shaharahut waren Highlights. Ebenso die arabische Familie am Migdalorstrand, die uns völlig überraschend einen riesigen Teller mit gegrilltem Fleisch und Oliven brachte und gleich wieder verschwand und am nächsten Morgen ein wunderbares frisches Frühstück servierte.

Als wir dann den Kindern eine Kiste mit Süßigkeiten brachten, haben wir einfach fröhliche Menschen gesehen.

Eine Fortsetzung des Shvil mit Bericht wird es geben. Vielleicht dauert es gar nicht mehr lange.

Hier schreibt Günther für Euch über den Shvil und seine Erfahrungen

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