Israel-Trail – Der Shvil einmal anders

Reisebericht Israel – Shvil einmal anders

Israel-Trail – Der Shvil Israel einmal anders – von Kriemhild Schulte

Tel Aviv 2019. Kriemhild Schulte berichtet über ihre Israel Erfahrungen und stellt sich die Frage: Sind wir auf unserem Shvil Israel, der doch nur teilweise dem entsprach, wie er geplant war, Gott näher gekommen?

Reisebericht Israel – Shvil einmal anders

Israel-Trail Reisebericht von Kriemhild Schulte

Das Abenteuer Israel beginnt mit einer Busfahrt. Nach einer langen Zeit an der Passkontrolle blieb uns nur eine halbe Stunde den Bus, den das Internet zuvor für uns ausgesucht hatte, zu erwischen. Doch wo war dieser Bus? Draußen fragten wir nach Rat. Man schickte uns zu Bussen, an denen natürlich nur auf Hebräisch etwas stand. Ohne jede Ahnung, ob dies nun tatsächlich der richtige war, fragten wir nach und man versicherte uns, dass er zu unserem Ziel fuhr. Also stiegen wir ein. Irgendwo angekommen wurde uns klar, dass wir ziemlich falsch waren. Aber immerhin waren wir irgendwo in Tel Aviv. Man verwies uns auf einen weiteren Bus, zu dem wir allerdings aufgrund einer Bombendrohung nicht gelangen konnten. Ein wenig ratlos fragten wir eine junge Dame, die uns netterweise half. So erwischten wir doch unseren Bus und kamen nach Eilat.

Die erste Hürde war gemeistert und nun konnte es losgehen. Der Shvil Israel rief.

Sabbat und Passah

In Eilat angekommen mussten wir realisieren, dass ja Freitagabend war. Und somit Sabbat. Doch trotz geschlossener Geschäfte bekamen wir im Shelter etwas zu essen und gingen, müde von der Reise, ins Bett.

Morgens versorgten wir uns mit unseren Mitbringseln und gingen erst einmal mit der Sheltercrew zum Gottesdienst. Es ist immer gut, Gott in einen Urlaub mit einzubeziehen. Schließlich war es Grund unserer Reise, Gott auf dem Shvil näher zu kommen.

Passah steht vor der Tür. Entsprechend durften wir darüber lernen, wie dieses nach dem Brauch der Israeliten gefeiert wird. Ein Lamm wurde früher pro Familie geopfert. Das Lamm nahm die Sünde.

Der Prediger erzählte, dass er als Kind dem Lamm, dass für seine Familie besorgt worden war, einen Namen gab und liebgewann; und dies dann aber zum Passahfest gegessen wurde. Schon hart für ein Kind.

Die Häuser werden auch heute noch vor Passah gereinigt. Es ist im übertragenen Sinne eine Reinigung der Seele.

7 Tage vor Passah wird nur ungesäuertes Brot gegessen. Es soll symbolisieren, dass dies Zeit eine Zeit ist, wo wir Gott preisen, weil wir aus Ägypten geführt worden sind.

Unser anschließender Versuch, uns am Samstag für den Shvil vorzubereiten, scheiterte aufgrund der geschlossenen Geschäfte. Auch wenn es einige geöffnete Läden an der Promenade gab, bekamen wir nicht die benötigten Dinge wie Gaskartusche und Handykarte. Also gingen wir erst einmal an den Strand um zu schnorcheln. Die Unterwasserwelt war mal wieder überwältigend und zeigte uns Gottes beeindruckende kreative Schöpfung.

Abends ab Acht versuchten wir erneut unser Glück und bekamen endlich die fehlenden Shvil-Utensilien.

Wir überlegten, direkt am nächsten Tag zu starten, entschieden uns aber dann, mit Sack und Pack an den Strand zu ziehen, um uns noch etwas an die warmen Temperaturen zu gewöhnen und Montag dann in aller Frühe loszugehen. Immerhin gab es in Deutschland noch Temperaturen um den Gefrierpunkt. 34 Grad waren da doch ein großer Kontrast.

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Traumhafter Schlafplatz beim Almond Beach

Am Strand fanden wir einen schönen Platz zum Schlafen neben dem Almond Beach. So hatten wir Klo und Dusche direkt ums Eck. Schnorchel konnten wir uns für 25 Schekel dort ausleihen.

Mit Trinkwasser waren wir bereits versorgt, aber dank dem Hinweis eines israelischen Pärchens, das sich zu uns gesellte, fanden wir einen Link für eine INT Googlemap, auf der wir sehen könnten, wo es öffentlich Trinkwasser gab.

Hier der Link:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1WcMYJjvdVUT-hW4FNwLvaiCXJu4&ll=31.43213632985561%2C36.23527197756266&z=8

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Aufbruch, Zweifel und Scheitern liegen nahe bei einander. In Israel trifft man Gott sei Dank immer die richtigen Menschen zur richtigen Zeit!

Am nächsten Morgen ging es dann endlich los. Um den Sonnenaufgang auf dem Zefahot erleben zu können, starteten wir um 5:30.

Langsam erstiegen wir den Zefahot. Kriemhild war unendlich glücklich, endlich unterwegs zu sein. Schon bald wurden wir von einem Bekannten, den wir zuvor im Shelter kennenlernten, überholt, da er mit einem israelischen Wanderer wie eine Gemse den Berg hinauflief. Somit mussten wir erkennen, dass wir doch nicht mehr die jüngsten sind. An einem ersten Aussichtspunkt mit Blick über Eilat machten wir eine kurze Pause. Der nächste Teil des ersten Trails war dann für Harald direkt deutlich anspruchsvoller, da er doch mit Höhenangst zu kämpfen hatte. Kriemhild hatte Dank ihrer Erfahrung vom letzten Mal schon Erfahrung mit solchen Wegabschnitten. Etwas herausfordernd waren manche Bereiche aber schon, da beide ja Flachlandbewohner sind. Nach der Hälfte der Strecke war für Harald dann tatsächlich Schluss. Am Abstieg zu Nahal Gishron wurde seine Angst zu groß, und alle Motivationsversuche von Kriemhild, den Abstieg dort dennoch zu wagen, scheiterten. Harald musste umkehren und den Trail verlassen. Glücklicherweise entdecken wir in unseren Offlinemaps eine, wie wir sie tauften, seniorengeeignete Alternative auf Schotterpisten, die uns ebenfalls zum Yehoram Nightcamp führte.

Auf dem Weg war Kriemhild sehr enttäuscht, den Weg abbrechen zu müssen. Für sie war der Shvil der Grund ihrer Reise nach Israel und es war bereits ein Kompromiss, nur vier Tage zu gehen.

Niedergeschlagen setzte sie sich unter einen Baum und konnte die Enttäuschung nicht mehr verbergen. Ein Auto kam daher und der Fahrer fragte, ob alles in Ordnung sei und ob wir Wasser benötigten. Harald erzählte ihm, wie schuldig er sich fühlte daran, dass Kriemhild so enttäuscht war. Und berichtete von seiner Erfahrung am Berg, die er als Scheitern darstellte. Der Fahrer sagte: “It is the devil who gives this into your mind. Don’t think so. “

Zu Kriemhild sagte er, dass sie nicht traurig sein soll, da doch die Wüste überall schön ist.

Schon erstaunlich, diese Begegnung und die Worte, die der Fahrer so treffend formulierte.

Wir setzten unseren Weg fort und bemerkten, dass es schon so eine Sache ist, mit den Dingen, die man sich vornimmt und die dann nicht erfüllt werden. Für Harald war es enttäuschend, seine Grenzen erkennen zu müssen und für Kriemhild, vorab gemachte Pläne aufzugeben. Für sie bedeutet dieser Weg im Heiligen Land eine Möglichkeit, Gott sehr nahe zu kommen und ihm wirklich bei den Herausforderungen des Weges zu begegnen. Sie sah sich darum beschnitten. Doch merkte sie, dass gerade dieser andere Weg ihr etwas zeigte. Es ging darum, nicht dem hinterher zu trauern, was man nicht bekommen hat und nur darüber nachzusinnen, was man verpasst. Sondern es ging darum, dem neuen Weg eine Chance zu geben und auch in ihm eine Schönheit zu finden.

Wir erreichten das Nachtlager und trafen die beiden anderen, die uns morgens überholt hatten. Wir gesellten uns zu Ihnen.

Harald war noch sichtlich enttäuscht und sonderte sich von den anderen ab, die sich über den Tag und das Leben austauschten. Er beschloss, am kommenden Tag nicht mehr weiter zu gehen. Kriemhild suchte derweil mit Hilfe der Anderen nach einer Alternative.

Haralds getrübte Stimmung wurde durch aufkommenden Regen an dem ohnehin wolkenbedeckten und windigen Tag verstärkt. Dazu kamen noch Kopfschmerzen.

Die Aufforderungen der Anderen, dazu zu kommen halfen nichts. Auch Kriemhild versuchte Harald aufzumuntern und sich ihre Enttäuschung, dass der Weg nun schon zu Ende sein sollte, nicht anmerken zu lassen.

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Zwischendurch erschien ein Trail-Angel, fragte nach unserem Wasserstand und versorgte uns mit frischem Obst. Es ist wunderbar, dass es diese Menschen gibt und er erschien uns wie ein wahrer Engel.

Harald fragte ihn nach der Beschaffenheit des Weges des zweiten Tages. Der Trail-Angel sagte, dass der zweite Tag deutlich leichter sei als der erste, wenn man nur bis Shehoret geht.

Nach einiger Bedenkzeit entschloss Harald sich dann, den Trail am zweiten Tag eine neue Chance zu geben.

Kriemhild war sehr glücklich!

Harald bemerkte, dass es für ihn doch besser sei, es zumindest zu probieren, anstatt vorschnell aufzugeben und den Frust zu ertragen. Diese Entscheidung schien ihm sichtlich gut zu tun.

Also gingen wir alle fröhlich schlafen.

In der Nacht plagten Harald jedoch Zweifel, ob diese Entscheidung richtig war.

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“Es ist wichtig, den Weg dankbar anzunehmen”

Nach dem Frühstück starteten wir motiviert den Trail.

Die erste halbe Stunde verlief entspannt.

Dann kam ein steiler Abstieg ins Wadi.

Unsere Aufgabe war es, sich durch eine enge Felsspalte zu quetschen, die steil hinab führte.

Harald äußerte bereits beim ersten Anblick, dass ihm diese Stelle zu gefährlich ist.

Wenn diese Stelle auch etwas knifflig war, hatte Kriemhild ihren Spaß beim Abstieg. Sie musste allerdings den Rucksack auf der Zwischenstation absetzen und die Wasserflaschen zuvor abnehmen, um durch den Spalt zu passen. Dabei stürzte eine Wasserflasche vorab ins Wadi. Kriemhild war sehr vorsichtig beim Abstieg und nahm sich ihre Zeit. Dies wirkte auf Harald, als bereite diese Stelle auch Kriemhild Schwierigkeiten.

Harald erkannte, dass diese Stelle nicht ganz ohne ist und seine Angst verstärkte sich.

Sämtliche Motivationsbemühungen von Kriemhild, es doch einmal ohne Rucksack zu versuchen, scheiterten.

Kriemhild konnte sich nicht vorstellen, den Weg an dieser frühen Stelle abzubrechen. Das vorliegende Wadi war so schön und wollte von ihr gesehen werden.

Harald war zeitgleich zu einer Säule versteinert und bewegte sich nicht mehr vom Fleck. Wir beschlossen, uns hier zu trennen und nachmittags im Nightcamp Shehoret zu treffen.

Kriemhild setzte ihren Weg dankbar und glücklich fort mit dem Gedanken, dass Harald schon einen Weg finden wird, dass Nightcamp auf anderen Wegen zu erreichen. Sie sah es als möglich an, erst zum Highway zu trampen, sich dort bis zum Einstieg des Nightcamps mitnehmen zu lassen und dann hinunter zu laufen.

Erst kamen ihr wieder negative Gedanken, dass alles nicht so lief, wie es sollte. Doch dann erinnerte sie sich an die Worte des Autofahrers. Es ist wichtig, den Weg, den man geht dankbar und mit Freude anzunehmen.

Auf ihrem Weg fühlte sie sich ab da Gott ganz nah und freute sich über die Schönheit, die ihr in der Natur begegnete.

Nach einiger Zeit holte sie wieder der Bekannte aus dem Shelter ein. Er war später gestartet.

Er berichtete, dass Harald trotz Befragen mehrerer Wanderer und der Offlinekarten keinen Erfolg hatte, einen Weg zum Nachtcamp zu finden.  In der Not entschied er sich, erneut zum Shelter nach Eilat zu fahren.

Kriemhild war wieder enttäuscht, dass der Plan nicht aufging und sie den Trail nicht so laufen konnte wie geplant. Und wieder musste sie sich der Aufgabe dieses Weges stellen, dass es eben nicht immer so kommt, wie man es sich vorstellt und es wichtig ist, dann die Situation dankbar und mit einem friedvollen Herzen anzunehmen.

Sie setzte ihren Weg fort und nahm per Handy Kontakt mit Harald auf, der bereits im Shelter angekommen war und auch dort auch für eine Nacht bleiben wollte.

Also beschloss sie, dorthin zu kommen.

Am Shehoret Nightcamp bekam sie schnell eine Mitfahrgelegenheit, die sie zum Highway mitnahm und dort eine weitere nach Eilat. Die Freundlichkeit der Israelis erfüllte sie mit Dankbarkeit. Um drei Uhr war sie bereits im Shelter. Traurigkeit befiel sie, wieder in der Zivilisation zu sein und Shvil nun endgültig verlassen zu haben. Doch versuchte sie weiterhin alles in Dankbarkeit anzunehmen. Im Shelter bekam Kriemhild dasselbe Zimmer wie zuvor; mit einer Dauerschnacherin, die ihr schon vorher die Nächte zum Tag machten. Leider ist Frauen das draussen schlafen im Shelter verboten und so stand ihr eine kurze Nacht bevor. Die Aufgabe, alles mit Frieden im Herzen und Dankbarkeit einzunehmen, stellte sich als harte Probe dar.

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Meer, Musik und Falafel

Der Abend verlief noch ganz nett mit Meer, Musik und Falafel. Dazu gab es ein Bier. Wieder zeigte sich, dass andere Wege auch schön sein können. Die Nacht war anstrengend, aber dann auch bald überwunden.

Am nächsten Morgen ging es dann zum Timnapark. Harald hatte die Idee, dort Fahrräder zu mieten.

Wir beide wollten sehr gerne die Stiftshütte besuchen. Am Park angekommen liehen wir uns Mountainbikes und hatten ein Wüstenerlebnis der anderen Art. Kriemhild hatte zuerst etwas Schwierigkeiten, sich mit dem Rad zurechtzufinden und sich auf dieses Fortbewegungsmittel einzulassen. Wieder dachte sie an die Worte des Fahrers.

Aber die erste Abfahrt machte das ganze vergnüglich. So rasten wir auf zwei Rädern durch die Wüste und ließen uns vom Wüstenwind erfrischen. An Stiftshütte angekommen, blieb uns noch etwas Zeit, am Timna-See zu entspannen. Wieder musste Kriemhild erkennen, dass es auch andere Wege geben kann, die Wüste zu erleben.

Und Harald war sehr glücklich um das Radfahren, da dies eher sein Element war und sich darin sicher fühlte. Nach den Tagen, an denen er oft mit seinen Grenzen konfrontiert wurde, konnte er nun seine Stärken erfahren.

Der Besuch der Stiftshütte lohnte sich und war Dank einer sehr guten Führung wirklich beeindruckend, denn der Guide hatte detaillierte Bibelkenntnisse  und holte uns hinein in eine längst vergangene Zeit, die aber bis heute Wirksamkeit hat. Die Stiftshütte ist der erste Ort, wo Gott laut Bibel klare Anweisungen gab, wie diese auszusehen hat.

Unglaublich, wie diese erste Form eines Gotteshauses auf detaillierten Anweisungen Gottes errichtet wurde.

Dieser Besuch verstärkte einen inneren Frieden, den wir nun endlich beide erleben durften.

Wir fuhren noch ein wenig durch den Park und genossen das Radfahren.

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Nightcamps, Nächstenliebe und oure Dankbarkeit

Am Abend gingen wir zum Elifaz Nightcamp und Kriemhild legte sich bereits um sieben schlafen. Die Nacht zuvor war ja sehr kurz, und auch Radfahren kann ganz schön anstrengend sein.

Wir hatten das Nightcamp für uns alleine und erfreuten uns der Stille und der wunderschönen Natur.

Früh am Morgen ging es dann wieder zum Timnapark und Kriemhild durfte nun doch eine ganze Etappe des Shvils diesmal in Nord-Süd-Richtung, erleben. Sie lief über den Timna-Berg, während Harald um diesen herum lief und unterwegs Salomons Hill im Park erklomm.

Kriemhild war sehr glücklich. Der Weg war das reine Kletterparadies, und so kam sie voll auf ihre Kosten. Oben angekommen, genoss sie die Aussicht über den Park.

Wieder am See angekommen, wartete Harald bereits, und nach einer Pause gingen wir gemeinsam zum Nightcamp Raham Ettek. Dies erreichten wir bereits um zwei und genossen den Tag an diesem schönen Ort. Auf dem Weg kamen wir zuerst an einer Müllanlage vorbei, die alles so wirken ließ, als seien wir in einem Science-Fiction Film, wo alles nicht der Realität entspricht. Die Müllautos und eine geteerte Straße passten einfach nicht in die Szenerie.

Kurz später führte uns der Weg durch ein breites Wadi. Wir kamen an einem Baum vorbei, der geschmückt war mit vielen weisen Sprüchen in Bilderrahmen. Dazu gab es eine Kiste, die gefüllt war mit Tee und Kaffeeutensilien. Passend gab es auch einen Kanister mit Trinkwasser. Ein Klangspiel und diverse Dinge im Baum machten das Ganze komplett.

Wieder einmal durften wir die Freundlichkeit der Israeis erleben, und dies erfüllte uns mit Dankbarkeit

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Steinmäuerchen für die Nacht

In Raham Ettek hatten wir wieder lange das Nightcamp für uns. Bereits um 14:00 waren wir dort.

Es ist erstaunlich, mit was man seine Zeit verbringt, wenn man keinen Medien ausgesetzt ist. Unsere Handys waren im Stromsparmodus und somit nur für Navigation und Wasserversorgung zuständig.

So beschäftigten wir uns damit, Steinmäuerchen für die Nacht zu bauen, um den Wind, der kräftig bliess, in der Nacht abzuhalten.

Später kam ein einzelner Wanderer hinzu, der die Ruhe der Wüste suchte. Nach dem Bau der Steinmauer erkundigten wir etwas die Umgebung und Harald versuchte seine bisherigen Kletterschwierigkeiten und die Höhenangst abzubauen, indem wir das nächste Plateau erklommen und die Aussicht von oben genossen.

Es ist immer wieder kaum in Worte zu fassen, welcher Schönheit man hier begegnet.

Zurück am Zelt kochten wir uns das Essen. Aus der israelischen Campingküche lernten wir, dass Reis, Linsen in Brühe und Thrini (Sesampaste) zusammen mit erhitztem Thunfisch eine Wüstendelikatesse sind.

Kleine Wüstenkochschule: Der Thunfisch in  Öl wird mit einem Blatt Klopapier bedeckt, und dann wird dieses angezündet. Bestimmt nicht die gesündeste Kochweise, aber sehr lecker!

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Sehnsucht nach der Freiheit

Morgens gingen wir dann Richtung Be er Ora. Etwas wehmütig gingen wir den Weg Richtung Highway. Sollte die Zeit der Wüste bereits zu Ende sein?

In Beer Ora angekommen, merkten wir, dass wir uns entweder sehr beeilen mussten, wenn wir den nächsten Bus bekommen wollten, oder eine ganze Stunde warten. Also rannten wir zur Kreuzung und bekamen gerade eben den Bus.

Auf Anraten einiger Reisender, denen wir begegnet waren, fuhren wir nach Ein Bokek am Toten Meer.

Der Strand dort war sehr schön. Doch das drumherum alles andere. Hotel an Hotel säumt das Ufer, und das Versprechen unseres Reiseführers, dass Zelten dort überall am Strand möglich ist, stimmte nicht wirklich. Natürlich war es schön, einmal im Toten Meer zu liegen. Doch es ist nichts, was man den ganzen Tag macht.  Wir fanden Schließfächer, schlossen ein paar schwere Sachen ein und machten uns auf einen Spaziergang ins Wadi Bokek. Es war wunderschön und sehr erfrischend, mit Flip Flops durchs kühle Nass zu waten. Das Wadi war sehr grün, und tatsächlich floss ein wenig Wasser. Am Ende gab es einen kleinen Wasserfall, der auf Steine prasselte. Diese luden ein, sich darauf zu legen und eine kleine Nackenmassage zu erhalten. Bevor Kriemhild diese Gelegenheit nutzte, durfte Harald sich erneut seinen Kletterängsten stellen und einen kleinen Steig mit Metallgriffen hinaufklettern. Er meisterte diesen Steig mit Bravour. Und das Ganze mit dem beladenen Rucksack und bei böigem Wind. Er durfte feststellen, dass es alles doch gar nicht so schlimm war und konnte Vertrauen in sich selbst und den Grip seiner Schuhe entwickeln.

Glücklich wieder am Strand angekommen, suchten wir einen schönen Platz zum Übernachten. Der Wind war nicht gerade einladend und unsere Suche ließ uns mehrere Plätze ansteuern, die wir dann doch allesamt verwerfen mussten. Letztendlich legten wir uns in Strandkörbe und kuschelten uns in die Schlafsäcke. Ein paar Bier sollten uns verhelfen, in den Schlaf zu finden. Auch wenn der Platz sehr schön war, verlief die Nacht nicht so ruhig wie erhofft. Erst waren es einige in Wodka getauchte Russen, dann die bluthungrigen Mücken, die das Stranderlebnis in der Nacht eher zum Albtraum machten.

Besonders Harald liebten die Mücken und er musste eine zweite Pubertät erleiden. Die Mücken hinterließen fiese Spuren, so dass man eher an Masern denken musste.

Wir beschlossen, diesen Ort schnell zu verlassen. Es war Samstag und somit war dies kein so einfaches Unterfangen.

Kriemhild suchte in den abfotografierten Seiten des Reiseführers auf ihrem Handy und entdeckte, dass es bei Massada einen Campingplatz mit sanitären Anlagen und einem Beduinenzelt gab. Dies klang sehr einladend. Also suchten wir nach einer Gelegenheit, diesen Ort anzusteuern. Bald wurden wir von einem Van-Fahrer angesprochen, ob er uns irgendwo hin fahren könne. Wir handelten den verlangten Preis um die Hälfte runter, und so brachte er uns tatsächlich nach Massada.

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Dort angekommen, mussten wir entscheiden, ob wir nun tatsächlich zu dem Campingplatz oben auf dem Berg wollten, da wir mit Gepäck ansonsten die Seilbahn nicht nutzen durften. Harald hatte vor dem hinauflaufen Respekt, da er vermutete, dass es sich um einen recht herausfordernden Wanderweg handelte. Erst später stellten wir fest, dass der Weg schön breit war.

Da wir ja nicht wussten, ob auf dem Campingplatz überhaupt ein Platz frei war, fragten wir an verschiedenen Stellen beharrlich nach und wurden letztlich an den Verwalter des Massadaparks verwiesen.

Dieser war sehr nett, informierte uns über den Campingplatz und ermöglichte, dass wir uns dort telefonisch anmelden konnten. Wir tauschten uns noch etwas aus und freuten uns über das nette Gespräch. Und da wir nun dort übernachten wollten, schenkte er uns eine kostenlose Hin- und Rückfahrticket mit der Seilbahn! Glück muss man haben!

Den Berg auf diese angenehme Art und Weise heraufkutschiert, genossen wir oben die schöne Aussicht. Fasziniert von dieser antiken Stätte des Herodes-Tempels liefen wir umher und durften feststellen, dass die Flucht vor Mücken uns an einen wunderbaren Ort geführt hatte.

Bald trieb uns der Hunger zum Zeltplatz. Auch hier durften wir über diesen sauberen Zeltplatz mit sanitären Anlagen und festgezurrten und damit vor Sturm geschützten Außenkühlschränken staunen.

Uns wurde ein sehr schöner Platz zur Verfügung gestellt, und wir waren dankbar, dass wir einmal wieder so positiv von dem Weg, der sich uns bot, überrascht wurden, der nun so gar nicht mehr dem eigentlichen Plan entsprach.

Wir machten noch eine kleine Wanderung, konnten den Tempel des Herodes von einer anderen Seite betrachten und genossen die Weitsicht, die sich hier bot. Es war nicht der geplante Shvil, aber der Fahrer hatte Recht, indem er sagte, dass die Wüste überall schön sei.

Abends beendeten wir den Tag mit einem Feuer an unserem Zeltplatz und bekamen von anderen Campern noch eine Flasche Wein geschenkt. Es war Passah, und die Isreaelis wollte uns an der Freude an diesem Fest teilhaben lassen. Dankbar für diese Großzügigkeit gingen wir schlafen.

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Regen ist ein Segen

Am nächsten Morgen standen wir früh auf. Regen kündigte sich an. Also bauten wir unser Zelt schnell ab und machten uns auf den Rückweg, der uns wieder über die beeindruckenden Massada Ruinen führte. Auf dem Weg wurden wir belohnt mir einem wunderschönen Sonnenaufgang über den Ruinen.

Oben setzten wir uns unter eine bedachte Stelle und bereiteten das Frühstück, während dunkle Wolken nahten.

Es tröpfelte aber nur ein wenig und ein dicker Regenbogen erschien. Bald leuchtete das Massada Arenal wunderschön in seiner sandsteinfarbenden Tönung im Sonnenlicht, während die dunklen Wolken weiter herüberzogen. Der Anblick war gigantisch.

Nach dem Frühstück liefen wir noch etwas umher, und da es nun wirklich nach Regen aussah fuhren wir mit der ersten Seilbahn des Tages herunter.

Unten angekommen entschieden wir, für die nächste Nacht eine Herberge zu suchen, da weiterhin Regen, Wind und kühlere Temperaturen angesagt wurden.

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Wie Maria und Josef nach Bethlehem

Wir entschieden es wie damals Maria und Josef, in Bethlehem eine Unterkunft zu suchen.

Über Booking.com hatten wir auf Anhieb eindeutig mehr Glück mit einem sehr interessanten Angebot und buchten dies. Schon kurz später bekam Kriemhild eine nette Whatt’s app vom Vermieter.

Mit einem guten Gefühl fuhren wir also mit dem nächsten Bus nach Bethlehem. Dort angekommen, entschieden wir zur Herberge zu laufen. Kurz vor Erreichen des Ziels blitzte es plötzlich, und ein Hagelschauer ging auf uns nieder. Wir flüchteten in einen Supermarkt, wo wir direkt unseren Vorrat auffüllten und Mittagessen einkauften.

Kurz später erreichten wir durchnässt und ausgekühlt unsere Wohnung. Es war ein Einraumappartement mit grandiosem Blick über Bethlehem . Die Geburtskirche war nur 5 min Fußweg entfernt. Der Raum war mit einer Miniküche und modern eingerichteten Bad ausgestattet.

Das Herodian Guesthouse ist wirklich eine sehr empfehlenswerte Unterkunft, die zu alledem erschwinglich ist. Nicht umsonst hat es bei Booking.com die Bewertung 9,4 erhalten.

In der Geburtskirche wurden wir dann mit den Ritualen der orthodoxen Kirche konfrontiert.

Eine Stunde Wartezeit verbrachten wir in einer Schlange zur Geburtsgrotte. Dabei wurden wir vom Gesang eines Priesters unterhalten und mit Weihrauch eingenebelt.

Umgeben von vielen russischen Pilgern, versuchten wir uns von der uns umgebenden Hektik der Menge um den besten Warteplatz, nicht verdrängen zu lassen und warteten geduldig. Wir fragten uns, warum immer nur drei Leute in die Grotte gelassen wurden und weshalb dies so lange dauerte. Später begriffen wir, dass zwischenzeitlich durch einen zweiten Zugang ganze Reisegruppen hindurchgeführt wurden.

Endlich selbst an der Reihe, entblößte sich ein zweiter Grund. Die meisten Besucher gingen auf Knien zu dem Stern, wo Jesus anscheinend geboren wurde. Dort angekommen, steckten sie den Kopf in das dortige Loch. Diese demütige Handlung war befremdlich und beeindruckend zugleich.

Auf jeden Fall wurde uns der Grund für die lange Wartezeit klar.

Um eine Erfahrung reicher, hatten wir nun die Hauptattraktion Bethlehems erlebt und Kriemhild begab sich auf Suche nach einem Holzengel, den sie für ihre Mutter mitbringen sollte. Erschrocken musste sie feststellen, dass die Souvenirläden ungefähr das dreifache von dem nahmen, was eine israelischer Verkäufer auf dem Lübecker Weihnachtsmarkt für Holzfiguren aufs Bethlehem nahm.

Also entschied sie sich für ein paar Postkarten und entdeckte darauf den Papst an einer Mauer. Sie fragte, wo sie diese Mauer finden könne, und der Verkäufer erklärte den Weg.

Ein kalter Wind bließ und ließ die Mauer noch kälter wirken, als sie dies ohnehin schon tat.

Ähnlich wie in Berlin verzierten viele kleine Gemälde diese Mauer; mit dem Unterschied, dass die Mauer in Betlehem tatsächlich immer noch eine Grenze darstellt.

An einer Stelle war ein kleiner Ritz in der Mauer und ein Pfeil deutete auf Rahels Grab, dass auf der anderen Seite lag und an längst vergangene Zeiten der Bibel erinnerte. Doch es erinnerte auch daran, dass dieses Grab nur von israelischer Seite und nur von Juden und Christen zugänglich war. Es ist erschreckend, welche Ausgrenzung politisch missbrauchte Religion bewirken kann.

Danach kamen wir noch an Gräbern vieler Alkaidakämpfer vorbei. Es ist auch erschreckend; wie viele Menschen ihr Leben lassen mussten aufgrund dieser Auseinandersetzungen.

Dankbar können wir auf unsere Situation zuhause schauen, wo der einzige Feind die Unzufriedenheit mit unseren täglichen Lebenssituationen ist. Dabei leben wir seit so vielen Jahren sicher und in einem unermesslichen Wohlstand.

Zurück von der Tour an der Mauer wärmen wir uns im Hotelzimmer auf. Es war mittlerweile extrem kalt.

Am nächsten Morgen besichtigten wir noch die Milchgrotte, wo Maria Jesus gestillt haben soll. Für alles gab es hier einen Ort.

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Jeruslalem – ein Mix aus Alt und Neu

Wir machten uns auf nach Jerusalem, diese umworbene Stadt, die uns aber bisher noch fremd erschien.

Dort angekommen hatten wir keinen weiten Weg zum Posthostel, indem wir unterkamen.

Wir trafen uns mit einem Bekannten aus Köln, der in Israel lebt, und hatten eine interessante Diskussion um Glaube und Religionen. Das Thema dieser Stadt.

Unser Gesprächspartner hatte sich entschieden, nicht an Gott zu glauben, da er es leichter fand, keiner dieser religiösen Gruppen anzugehören, die diesen Kampf um die einzige Wahrheit kämpfen.

Ja, dieser Kampf verhindert die Sicht auf das, worum es eigentlich geht.

Schon eigenartig, dass diese so mit Stadtmauern abgesicherte Stadt eigentlich Stadt des Friedens getauft wurde, denn das bedeutet Jerusalem.

Es war Zeit, die Stadt endlich zu besichtigen.

Da wir beschlossen, am folgenden Tag eine geführte Tour durch die Altstadt mitzumachen, entschieden wir, an diesem Tag den Ölberg und den Garten Gethsemane auf eigene Faust zu besuchen.

Es ist schon erstaunlich, wie an diesem Ort die Religionen aufeinandertreffen.

Durch die Altstadt gehend verliefen wir uns bald und gerieten dann doch zur Klagemauer. Da Ostermontag war, war diese gefüllt mit Menschen. Diese Vielfalt der Menschen war faszinierend, und noch faszinierender und auch erschreckend war es, den Grund der Klagemauer zu realisieren. Dahinter befindet sich der sogenannte Tempelberg. Eine Moschee umgibt diesen Stein. Der eigentliche Berg wurde dank Herodes, den wir ja schon in Massada um seine Bauweise bewundern konnten, zu einer massiven Plattform. Die Klagemauer ist quasi die Mauer des alten Gebäudes, das schon Jesus besuchte.

Die Moschee um den Stein darf heute nur von Muslimen betreten werden und der Tempelberg, also diese enorme Plattform, darf von „Neutralen“ nur für einen gewissen Zeitraum betreten werden. Religiöse Gegenstände aller Art, die nicht dem muslimischen Glauben entsprechen, sind nicht erlaubt.

Hier war also das Zentrum, um das alle Gläubigen kämpften. Wir setzen unseren Weg fort auf den Mount of Olives, bei uns Ölberg genannt.

Dort steht die Kirche der Nationen. Eine Kirche für alle Gläubigen.

Der Garten von Gethsemane mit uralten Olivenbäumen ist dort vorzufinden. Dahinter findet man goldene Zwiebeltürme einer Kirche, die wir nicht besuchen durften. Sie gehört einem Konvent und ist den orthodox gläubigen vorbehalten.

Wir besuchten das Gartengrab. Es gibt mehrere Ideen, wo Jesus denn nun gestorben, begraben und auferstanden ist. Dies ist einer dieser Orte; die Grabeskirche in der Altstadt ist der traditionelle Ort. Doch gibt es diesen Ort des Gartengrabs, der gesäumt ist von einem schönen Garten und der längst nicht so überlaufen ist wie die Grabeskirche. Die „Schädelstätte“ befindet sich oberhalb eines arabischen Busbahnhofs und es ist eine seltsame Vorstellung, dass hier vor langer Zeit das Kreuz Jesu gestanden haben soll, mit dem heutigen Blick auf die vielen arabischen Reisenden.

Der Ort ist besonders für viele freikirchlich Glaubende eine besondere Attraktion und ein Ort der Besinnung auf das, was Jesus für die Menschheit tat.

Nach einem Spaziergang auf der Via Dolorosa, dem Weg, wo Jesus sein Kreuz getragen haben soll, und nach weiterem herumirren durch die Altstadt, gingen wir schließlich zu unserem Hostel.

Es ist schon erstaunlich, dass man aus der Altstadt heraustritt und unmittelbar auf ein westlich geprägtes, modernes Jerusalem stößt. Eine Straßenbahn fährt, Cafe`s laden zum Verweilen ein und Straßenmusiker füllen die Atmosphäre mit ihrer Musik.

Die Stadt ist ein besonderer Mix aus Alt und Neu, aus verschiedenen Kulturen und Religionen. Kriemhild ist bereits viel durch die Welt gereist, doch diese Vielfalt auf engstem Raum war sie noch nie begegnet. Dies macht Jerusalem zu einer wirklich attraktiven Stadt und lässt sie davon träumen, hier her zu ziehen, wenn sie nicht bereits die Domstadt Köln zu ihrer Stadt erkoren hätte.

Am nächsten Morgen wurden wir dann endgültig entführt in die Geschichten längst vergangener Zeiten. Unser Guide hatte Archäologie studiert und hatte ein unfassbares Wissen, an dem er uns teilhaben lies. Die Stunden vergingen im Flug und wir waren überrascht, als die vier ursprünglich angesetzten Stunden vorbei sein sollten. Doch unsere Überraschung wurde übertroffen, als wir samt Guide feststellten, dass tatsächlich sechs Stunden vergangen waren.

Wir waren überwältigt und um einiges an Wissen reicher.

Beeindruckend war die Grabeskirche in der Altstadt. Dort standen Christen aller Nationen und Denominationen in einer Schlange, um das Grab Jesu anzufassen. Oben in der Kirche befand sich der Golgatha Hügel und unten ein Stein der Salbung von Jesus. Überall fanden wir dieselbe demütige Haltung wieder, die wir auch schon in Bethlehem sahen.

Wie unterschiedlich doch der Umgang mit diesem Ort war.

Welche Bedeutung hatte er für uns?

Jahrhunderte alte Geschichte der Menschheit befindet sich an diesem Ort. Die erste feste Kirche wurde hier errichtet und die Stiftshütte, die davor als Gotteshaus diente, wurde hierdurch ersetzt.

Heute kommen Architekten der ganzen Welt in die Grabeskirche, um von diesem ersten architektonischen Probebau zu profitieren. Denn dieser hat den Jahrhunderten standgehalten.

Und doch ist es ein Gebäude, das etwas beherbergt, dass so eine große Bedeutung hat. Der Todesort des Sohnes Gottes ist hier das, was die Menschenmassen anzieht.

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“bereichert und wertvoll”

Wieder kam der Satz des Autofahrers in Erinnerung. Geht es denn nicht darum, sich an dem Weg zu erfreuen, den man geht? Ist es denn nicht wichtig, dieses Geschenk des Lebens anzunehmen und als Christ dankbar zu sein, dass alles, was uns von Gott trennt, bereits von Jesus bezahlt wurde?

Wieder dankbar und erfüllt von all dem, was diese Stadt uns gelehrt hat, endet die Reise hier und wir dürfen mit ganz neuen Eindrücken über die Geschichte der christlichen Religionen nach Hause fahren.

Sind wir auf unserem Shvil, der doch nur teilweise dem entsprach, wie er geplant war, Gott näher gekommen?

Ja, Gott hat sich einmal wieder anders gezeigt als erwartet. Sich selbst erklärend durch die Geschichte seines Volkes und durch die Erkenntnis, dass dieses Volk nur zueinander finden kann, wenn es lernt, einander zuzuhören und verschiedene Ansichten nebeneinander stehen zu lassen.

Besonders war die Erkenntnis, dass ein Weg anders kommen kann, als man sich diesen vorstellt. Das dieser Weg uns aber trotzdem bereichert und wertvoll ist; und ein Grund unserer Freude und des inneren Friedens!

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Hilfreiche Links und Apps:

Google INT Map: https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1WcMYJjvdVUT-hW4FNwLvaiCXJu4&ll=31.43213632985561%2C36.23527197756266&z=8

Israelische Wanderapp: Amud Anan (dort herunterladbar)

Interantionale Apps mit guten Karten: Osmand (offlinemap), Mapsme, INT APP, Back Country (Kartenabschnitte zum offline download)

Transportmittel: bus.co.il; Moovit

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Wissenswertes:

Sabbat

Der Sabbat, auch Schabbat (hebräisch: שבת ʃaˈbat, Plural: Schabbatot; aschkenasische Aussprache: ʃaˈbos, jiddisch: Schabbes, deutsch: ‚Ruhetag, Ruhepause‘, von hebräisch schabat ‚aufhören, ruhen, ist im Judentum der siebte Wochentag, ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Seine Einhaltung ist eines der Zehn Gebote (Ex 20,8 EU; Dtn 5,12 EU). Er beginnt wie alle Tage im jüdischen Kalender gemäß Gen 1,5 EU am Abend und dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag. Er trägt schon im Tanach einen eigenen Namen, während die übrigen Wochentage im Hebräischen bis heute mit ihren Ordinalzahlen benannt werden.

Die traditionelle jüdische Sabbatfeier beginnt am Freitagabend zu Hause mit dem Sabbatsegen (Kiddusch) und einem Festmahl. Der Abend beginnt, wenn man einen grauen Wollfaden nicht mehr von einem blauen unterscheiden kann. Am Samstagmorgen findet in der Synagoge die festliche Tora-Prozession statt, gefolgt von Schriftlesungen und Gebeten. Daheim folgen mittags weitere Schriftlesungen und das Mincha-Gebet, abends beim Schein der Hawdala-Kerze nochmals ein Weinsegen und der gegenseitige Wunsch für eine „Gute Woche“. Die Schabbatot werden nach den Textabschnitten aus der Tora (Paraschot) bezeichnet, die wöchentlich in der Synagoge verlesen werden.

Orthodoxe Juden verrichten am Sabbat keine Tätigkeiten, die gemäß der Halacha als Arbeit definiert sind. Konservative Juden befolgen einige halachische Sabbatgebote weniger streng. Reformierte, liberale und progressive Juden beachten hauptsächlich ethische Gebote und überlassen die Befolgung ritueller Vorschriften der individuellen Verantwortung. Die Rekonstruktionisten tun das auch, legen aber größeren Wert auf die Traditionen.

Im Christentum entstand die Feier des Sonntags aus dem jüdischen Sabbat. Dabei wurde der wöchentliche Ruhetag auf den „ersten Tag der Woche“ gelegt, an dem laut Mk 16,2 EU die Auferstehung Jesu Christi geschah. Das aus dem Abendmahl Jesu hervorgegangene Brotbrechen in der Jerusalemer Urgemeinde (Apg 2,42 EU) war an das jüdische Sabbat- und Sedermahl angelehnt. Die Urchristen hielten die Sabbatruhe neben ihrer Sonntagsfeier ein, ebenso viele spätere Judenchristen und manche Heidenchristen (bis etwa 400). Einige christliche Glaubensgemeinschaften halten den Sabbat bis heute. Im Islam lehnt sich das Freitagsgebet lose (keine allgemeine Arbeitsruhe) an die Sabbatfeier an.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sabbat

17 Israel-Trail Reisebericht von Kriemhild Schulte

Passah / Pessach

Pessach, auch Passa, Passah oder Pascha genannt (hebräisch פֶּסַח pésach, pésach?/i; aramäisch פַּסְחָא pas’cha; (Septuaginta und NT:) griechisch πάσχα pás’cha, deutsch ‚Vorüberschreiten‘), gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten (Exodus), also die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, von der das 2. Buch Mose im Tanach erzählt. Die Nacherzählung (Haggada) dieses Geschehens verbindet jede neue Generation der Juden mit ihrer zentralen Befreiungserfahrung.

Das Pessach wird von Juden in der Woche vom 15. bis 22., in Israel bis zum 21. Nisan gefeiert.[1] Es ist ein Familienfest mit verschiedenen Riten, das mit dem Sederabend am 14. Nisan eingeleitet wird und dem einwöchigen Verzehr von Matzen. Deshalb heißt es auch „Fest der ungesäuerten Brote“.

In der Zeit des zweiten Jerusalemer Tempels, also zwischen etwa 530 vor und 70 nach Chr., gehörte Pessach neben Schawuot (dem Wochenfest) und Sukkot (dem Laubhüttenfest) zu den drei israelitischen Wallfahrtsfesten, an denen die Gläubigen zum Tempelberg pilgerten.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pessach

 

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