Israel-Wandern als Pauschalreise? Möglich!

Nicht jeder möchte gleich auf eigene Faust nach Israel fliegen und am Israel Trail loslaufen. Trotzdem weckt gerade der Shvil Israel ungeahnte Sehnsüchte. Warum man Israel und Teile des Israel Trails durchaus auch mit einem Reiseveranstalter entdecken kann, erklärt mir Miguel Acenero Angel, der bei Wikinger Reisen u.a. Israel, Jordanien, Ägypten und den Oman betreut.

Miguel Acenero Angel (Wikinger Reisen) beim Wandern am Israel Trail

 

“Ich liebe die Wüste, die Stille, die klaren Nächte und den Sternenhimmel…”

 

Christian Miguel, auf Deinem privaten Facebookprofil zeigst Du Dich deinen Freunden mit einem Wahnsinnsfoto von Dir auf dem Israel Trail. Du siehst total glücklich aus. Und ehrlich gesagt: Am liebsten wäre ich in diesem Moment total gerne mit dabei gewesen. Israel und der Shvil lassen mich nicht mehr los…
Miguel Mich auch nicht… 🙂 Seitdem ich im Dezember das erste Mal selbst vor Ort war, um die letzten vier – wi viele sagen, schönsten – Etappen in Richtung Eilat und der Grenze zu Ägypten zu erleben. Ich liebe die Wüste, die Stille, die klaren Nächte und den Sternenhimmel und auf diesem Abschnitt kommen dann noch die tollen Berglandschaften mit ihren unterschiedlichen Farben hinzu. Ich schaue mir die Bilder noch immer gern an und denke gern an die warme und trockene Luft im Negev
Christian Was haben Deine Freunde und Bekannten gesagt, als sie Deine irre schönen Wüstenbilder gesehen haben?
Miguel Viele wollten gar nicht glauben, dass es im Süden Israels eine solch tolle Bergwüstenlandschaft gibt. Begriffe wie Negev-Wüste oder Arava-Senke sind ja nicht sonderlich bekannt… noch nicht! Israel verbinden die meisten mit anderen Dingen.
Christian Kein Neid?
Miguel Natürlich schon ein bisschen 🙂 viele Freunde und Bekannte teilen die Liebe zur Natur, wobei die Wüste ein ganz besonderer Teil unserer Natur ist. Man wird geerdet und ohne Handy/ WLAN schaltet man tatsächlich mal ab.
Christian Aber „ausgerechnet“ Israel? Bei mir war es so, dass manche meiner Freunde schon sehr gespalten waren, zwischen dem was sie sahen und dem, was sie dachten. Pilgern oder Fernwandern an sich ist ja schon verrückt! Aber dann auch noch in Israel? Vorurteile über Vorurteile. Wie „verrückt“ ist es, in Israel zu wandern?
Miguel Ja natürlich und dann auch noch ganz in der Nähe des Gaza-Streifens und teilweise mit Blick auf den Grenzzaun zum Sinai. Zudem war ich zu der Zeit vor Ort, Anfang Dezember, als Donald Trump verkündete Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen. Damit verbunden waren ja etliche Demonstrationen und Unruhen vor Ort. Diese waren allerdings weitaus gemäßigter als es hier in den Medien dargestellt wurde. Aber das Schönste daran war, wir haben von all dem Trubel bei unserer Trekkingtour in den Bergen von Eilat – ohne Handyempfang – GAR NICHTS mitbekommen, sondern erst einige Tage später als wir nach Eilat kamen hörten wir davon.

Ich reise generell ohne Vorurteile und möchte mir ein eigenes Bild vor Ort machen. Aber auch nach meiner Reise nach Israel habe ich keine eindeutige Meinung. Das Land und seine Menschen sind so vielseitig wie die meisten Länder unserer Erde und es gibt – für mich zumindest – kein Schwarz oder Weiß. Jedenfalls kann man die Natur, Weite und Stille des Negev auch wunderbar genießen und für ein paar Tage mal Politik und Religion links liegen lassen.

Loslassen und in der Gruppe wandern geht wie hier auch mit einem Reiseveranstalter

 

 

 

 

 

Christian Darf ich gleich noch eine etwas blöde Frage hinterher stellen? Wie verrückt ist es, eine Wanderung mit einem Reiseveranstalter zu machen?
Miguel Kommt auf den Reiseveranstalter und die Wanderung an 😉 Es gibt für fast jeden Geschmack etwas und vor allem mit den unterschiedlichsten Komfort-Varianten oder eben auch ohne Komfort, ganz spartanisch. Dafür bietet eine Wanderung mit einem guten Aktivreiseveranstalter das gewisse Maß an Sicherheit, das viele Gäste bevorzugen, denn Extremwanderer sind die Wenigsten.
Christian Danke Miguel! In mir selbst schlagen da zwei Herzen: Als Extremwanderer bin ich Einzelgänger. Nur so kann ich an meine Grenzen kommen und weit drüber hinaus… naja, dachte ich mir lange! Denn allzu oft hätte ich mir Wanderkameraden gewünscht, mit denen ich meine Einsamkeit und meinen Schmerz teilen kann!

Und dann ist da noch meine zweite Seite: Andere für die Natur zu begeistern. Sie zu öffnen. Gemeinsam loszugehen. Die schönsten Momente des Lebens zu teilen. Ich weiß, dass in einer Wandergruppe jeder seine ganz „eigenen Steine“ mit sich herumträgt und jeder ganz eigene Empfindungen sucht. An wen richten sich Eure Reisen? Wer bucht sie? Wer fühlt sich angesprochen? Und für wen sind sie?

Miguel Und genau darum geht es natürlich bei uns und der Kreis der Leute, die wir mit unseren Wander- und Naturerlebnissen (auch Rad, Kultur, uvm.) ansprechen wird immer größer. Wandern, Gesundheit, aktive Entschleunigung, usw. das sind alles Trends in unserer Gesellschaft und immer mehr Leute suchen danach. Das Durchschnittsalter liegt bei Wikinger Reisen bei etwas über 50, aber wir haben Gäste aller Altersklassen dabei, von Anfang 20 bis Ende 80. Und ich persönlich finde gerade die gemischten Gruppen super interessant. Vom jungen Arbeitnehmer (meist noch keine Kinder) bis zum weitgereisten Rentner ist alles vertreten und das macht es so interessant und spannend zusammen zu wandern. Denn was verbindet, ist die Liebe zur Natur und der Aktivität.

Generell richten sich unsere Reisen an jeden, der gerne mit auf Genusswanderungen kommen möchte. Es geht nicht primär um den sportlichen Aspekt oder um möglichst schnell von A nach B zu gelangen, außer vielleicht bei der ein oder anderen Trekkingtour, wie z.B. auf den Kilimanjaro.

Christian Letzten Herbst habe ich eine Wandergruppe in Israel begleitet. Das bewegt mich heute noch! Da waren junge Triathleten dabei, die Angst hatten, ob sie genügend ausgelastet sein werden. Und da waren über 80-Jährige dabei, die Angst hatten, nicht mithalten zu können, aber mit ihrem ihrer liebenswerten Art und ihrer Ausdauer den jungen Leuten dann „das Fürchten“ gelernt haben!

Ich mache es kurz: Die Gruppe hat richtig gut funktioniert. Sie war extrem harmonisch und auch lieb zu einander. Die sog. „jungen Wilden“ sind voll auf ihre Kosten gekommen, haben aber schon mal feuchte Augen bekommen, als die „Älteren“ 10 Minuten später angekommen sind und einfach glücklich waren. Es gab herzzerreißende Umarmungen, Schulterklopfen und Momente, die man gar nicht in Worte fassen kann. Nein, das kann man nicht, das war einfach Gänsehaut pur! Auch die älteren Teilnehmer – für die war die Tour ja eher ausgeschrieben – waren sichtlich bewegt und sie alle sind voll auf ihre Kosten gekommen, Es geht eben nicht nur um eine sportliche, sondern immer auch um eine menschliche Leistung.

Wie seht Ihr das bei Wikinger-Reisen?

Miguel Du sprichst mir aus der Seele… meine vorherige Antwort geht ja schon teilweise darauf ein und so ist es auch oft bei unseren Gruppen. Ich persönlich war auf dem Kilimanjaro vor ein paar Jahren in einer Mini-Gruppe von nur zwei Trekkern. Da war zum einen der Mitte 70-jährige Alfred, eine Bergziege wie sie im Buche steht aus der Steiermark und meine Wenigkeit. Er konnte kein Englisch und ich war noch nie in solchen Höhen unterwegs. Wir haben uns so super ergänzt und hatte eine grandiose Zeit am Berg und haben es gemeinsam – mit Hilfe unserer Bergführer – bis zum Gipfel geschafft. Einfach nur geil! Also, ja, ich weiß wovon Du sprichst und ich glaube, genau solche Erlebnisse machen eine Reise aus.
Christian Miguel, muss man wohlhabend sein, um sich einen Israelurlaub oder eine geführte Wander-Reise leisten zu können? Muss man extrem sportlich sein, um den Israel Trail in Teilen einmal „auszuprobieren“?
Miguel Nein und Nein. Man muss nur Interesse daran haben und der Rest kommt von ganz allein. Natürlich schadet etwas Training im Vorfeld nicht und die Schuhe sollte man einlaufen 😉

Man kann z.B. für unter 1.000€ eine Woche durch die Wüste in Tunesien Trekken oder nach Marokko in den Atlas reisen. Es geht natürlich auch in die Anden oder auf den Kilimanjaro für einige Tausend Euro. Israel liegt ungefähr dazwischen, was daran liegt, dass es einfach keine günstige Reisedestination ist, was die Kosten vor Ort anbelangt. Aber wohlhabend muss man auch für eine Israel-Tour nicht sein.

Aktuell bietet Wikinger Reisen z.B. eine geführte Wanderreise mit dem Titel “Israel zu Fuß” an.

  • Wanderungen: 2 x leicht (2-3 Std.), 7 x moderat (5-6 Std.)
  • Wandern, Baden und Entspannen in und um Eilat
  • Aktiv reisen, komfortabel wohnen

Schwierigkeitsgrad Israel aktiv erfahren: Wir wandern in den Bergen und fruchtbaren Tälern des unteren Galiläas – unterwegs auf dem nördlichen Abschnitt des „Jerusalemweg“ und auf den Spuren von Jesus von Nazareth bis zum See Genezareth. Nach unserem Aufenthalt in Jerusalem erwandern wir das südliche Teilstück des „Israel National Trails“. Der etwa 1.000 Kilometer lange Weg ist laut National Geographic “einer der zehn schönsten Fernwanderwege der Welt”. Der Weg führt uns durch die schönsten Wüstenteilstücke des Trails bis zur südlichen Spitze nach Eilat. Hier haben wir Zeit zum Ausspannen und um die erlebten Eindrücke am Ufer des Roten Meeres Revue passieren zu lassen.

Infos (Preise, Termine, Reisebeschreibung) gibt es direkt hier: https://www.wikinger-reisen.de/fernreisen/asien/3100.php

Israel zu Fuß “geht” nicht nur allein, sondern auch als Wandergruppe

Skizze zur Reise “Israel zu Fuß” von Wikinger Reisen

 

Christian Ich habe immer darauf verzichtet, diese Webseite mit Google Werbung vollzupflastern.  Meinen Blog Israel-Trail habe ich ins Leben gerufen, um Menschen für das Schöne zu begeistern. Lena von Wikinger Reisen hat mir damals geholfen, mit einem kleinen Werbebudget meinen Blog am Leben zu halten. Zusätzlich hat sie der Redaktion einen Kaffe ausgegeben, etwas, was hier wirklich dankbar aufgenommen wird! Ich habe gespürt, dass es Euch primär nicht um das Finanzielle geht, sondern um das Menschliche.

Was bedeuten Euch menschliche Beziehungen und ein soziales Miteinander? Gibt es so etwas sonst überhaupt noch in der „Reisebranche“?

Miguel Schönes Beispiel, das es sehr gut beschreibt. Das ist unsere Philosophie und ja, es geht, sehr gut sogar! Natürlich sind wir ein Unternehmen, das wirtschaftlich agieren muss, damit ich mein Gehalt bekomme, aber es geht sehr persönlich zu hier bei Wikinger. Jeder Anruf wird persönlich beantwortet und bis heute liest die Geschäftsführung jeden einzelnen Gästefragebogen noch persönlich. Mehr als die Hälfte unserer Gäste sind Stammkunden. Das spricht für sich.

Zudem engagiert sich Wikinger mit einer eigenen Stiftung, die von dem Gründer Georg Kraus ins Leben gerufen wurde. 20% der Firmenanteile gehören der Stiftung und viele Frauen- und Bildungsprojekte weltweit werden dadurch unterstützt und jeder Gast, der mit uns reist leistet automatisch etwas Gutes.

Christian Für was steht Wikinger Reisen? Und was ist Dir persönlich ganz wichtig?
Miguel Hier arbeiten ausschließlich Vollblut-Touristiker, die ihren Job lieben und unseren Gästen die schönsten Ecken der Welt auf tollen Wanderungen zeigen möchten. Daran arbeiten wir täglich hart und suchen immer neue schöne Ziele für unsere Gäste und stecken viel Arbeit in die detaillierte Ausarbeitung. Mir persönlich ist dabei ganz wichtig, dass eben die Menschlichkeit und der persönliche Touch immer oberste Priorität haben. Am vergangen Montag rief eine Dame an. Sie kam Sonntagmittag aus Namibia zurück. Das Land, die Reise, der super Reiseleiter, alles war so super, dass sie unbedingt auf den nächsten Termin der gleichen Reise vier Tage später wieder mitreisen wollte. Eigentlich organisatorisch so gut wie unmöglich, aber wir haben es geschafft noch einen passenden bezahlbaren Flug zu finden und die Dame ist gereist und war überglücklich. Das sind die Momente für die wir hier arbeiten und die große Freude bereiten.
Christian Darf ich Dir eine sehr persönliche Frage stellen?
Miguel Schieß los …
Christian Wie ist das Betriebsklima in Deiner Arbeit? Ich selbst bin ein sehr ängstlicher Mensch. Immer dann, wenn es nicht ehrlich ist, habe ich Angst und verschließe mich innerlich.
Miguel Insgesamt würde ich es als sehr gut beschreiben. Wir haben direkten Kontakt zu unserem Chef Daniel Kraus und seine Tür steht immer offen, wenn nötig. Sonst kommt man – wie in jedem Job – mit dem einen besser aus als mit dem anderen. Wir sind ein junges und motiviertes Team, dass immer nach neuen schönen Wandertouren in der ganzen Welt Ausschau hält.

Miguel Acenero Angel: Trekking Tag 4 – Mt. Yoram bis Eilat

 

Christian Viele buchen im Internet auf irgendwelchen Vergleichs-Plattformen. Klar geht es oft darum, den besten Preis zu holen. Aber ebenso klar weiß eigentlich jeder auch, dass vieles nur Fake ist. Was meinst Du Miguel, gibt es nur noch Schnäppchenjäger oder wünschen sich die Menschen ganz tief im Inneren auch noch etwas anderes?
Miguel Ich glaube, dass genau von diesen Menschen ganz viele bei uns „landen“. Unsere Preise sind überall gleich, ob direkt bei uns im Internet gebucht oder auch im Reisebüro. Und ja, es gibt auch andere Veranstalter, die ähnliche Reisen in die gleichen Länder günstiger anbieten, aber mit Sicherheit nicht von der gleichen Qualität. Das merkt der Gast jedoch oft erst vor Ort, beim Fahrzeug, Auswahl der Unterkünfte, Reiseleitung, usw. Viele zahlen dann beim nächsten Mal gern ein paar Euro mehr und reisen mit uns. Trotzdem sind unsere Reisen nicht überteuert und bei Weitem auch kein Luxus, aber eine gewissen Qualität hat ihren Preis. Die Schnäppchenjäger brauchen wir nicht, weil sie meist auch nicht in unserer Gruppen passen würden.

 

 

Christian (nachdenklich) Stimmt schon irgendwie! Auf meinem Blog gibt es viele Reiseberichte von Teilnehmern, die ganz ähnliches Berichten. Miguel: Wir haben beide zwei kleine Kinder, zwei Töchter. Und es gibt so vieles, was uns verbindet….
Miguel … ja, die Liebe zum Wandern, draußen sein und ich kombiniere das – wenn immer möglich – auch mit meiner Familie. Vor zwei Jahren etwa waren wir mit unserer großen Tochter (damals 5 und die kleine Schwester noch nicht auf der Welt) auf La Réunion und gemeinsam wandern. Das war genial und macht so viel Spaß. Klar, wenn man solche Erlebnisse teilen kann, sind sie umso mehr wert.

 

“Man muss nicht den ganzen Shvil laufen um Israel zu erleben…”

Christian Uri Sharon (Leiter des Israelischen Tourist Ministeriums) meint, dass der Israel National Trail unglaublich viele Chancen bietet. Für Touristen. Und für Israel. Was meint er damit?
Miguel Ich stimme ihm zu und wir haben uns diesbezüglich auch auf der ITB (Anfang März) ausgetauscht. Es gibt wunderschöne Abschnitte, die sich exzellent zum Wandern eignen. Man muss nicht den ganzen Shvil laufen um Israel zu erleben und man kann auch nach Israel fahren ohne Jerusalem oder andere Ort zu besuchen und sich ganz auf die Wüste oder das Wandern fokussieren, auch ohne als Kulturbanause dazustehen, denn man bekommt immer viel mit vom Leben und der Kultur des Landes.

Geführte Wanderung in Israel, Foto: Wikinger Reisen

 

Christian Der neue Flughafen in Eilat macht plötzlich einige Flüge nach Israel billig. Gut oder schlecht für Wikinger-Reisen?
Miguel Super. So können wir die Reisen in den Süden preislich attraktiver machen und vom neuen Ramon Airport in der Wüste kann man quasi direkt los wandern. Ideal!
Christian Was kostet ein Israel Urlaub mit etwas Israel Trail?
Miguel Ab 2.798 für 14 Tage. Unsere Reise „Israel zu Fuß“, bei der auf den schönsten Etappen des Israel Trails im Norden und Süden gewandert wird. Ab 2019 wird es auch eine einwöchige Tour nur im Süden geben, die soll deutlich günstiger werden, aber da ist noch nichts spruchreif. Also, Augen aufhalten 🙂 z.B. hier ->
https://www.wikinger-reisen.de/bilder/reisen/wandern-vom-bergmassiv-von-eilat-zum-roten-meer-asi11336.jpg

Wandern vom Bergmassiv von Eilat zum Roten Meer, Wikinger Reisen

 

Christian Ich bin ein schwieriger Mensch. Irgendwie. Hätte ich bei Euch die Chance, auch einmal ein paar Meter allein zu gehen? Also mit mir und meinen Gefühlen allein zu sein?
Miguel Aber klar. Wir haben es z.B. im Dezember so gehandhabt, dass wir jeden Morgen zum Warmwerden und Aufwachen etwas Yoga gemacht haben – für die, die wollten. Dann sind wir losmarschiert und die erste Stunde ist jeder für sich in absoluter Stille gelaufen. Das war super und man hat die Wüste noch mehr gespürt. Und ja, man kann sich auch immer mal ein paar Meter von der Gruppe absetzen, darf sich nur nicht verlaufen, aber der Shvil ist ja gut gekennzeichnet 😉
Christian In Israel war ich als Bettler und bin schnell an meine emotionalen Grenzen gekommen. Überleben konnte ich nur durch die Nächstenliebe völlig fremder Menschen. Ich hätte mir nie in meinem Leben vorstellen können, dass für ein Stück Brot die Tränen fließen können. Das hat mich verdammt klein und wahnsinnig verletzlich gemacht. Aber auch extrem dankbar allen gegenüber. Denn wirklich jeder hat mir geholfen: Israelis, arabische Israelis, Juden, Muslime, Drusen, Christen und Menschen, die an keinen Gott glauben. Frauen und Männer. Reiche und solche, die selbst kaum mehr als ein Stück Brot haben. Für mich ist der Israel Trail der lebendige Beweis, wie gut Menschen sind. Und für mich ist der Israel Trail nur ein kleines Stück eines viel viel größeren Weges. Er kann ja weiter gehen. Du selbst betreust ja auch Ägypten und Jordanien. An was glaubst Du?
Miguel Ich glaube um das im Detail zu besprechen, reicht der Platz auf diesem Blog nicht aus… Das stimmt natürlich was Du beschreibst und mit Sicherheit kann solch ein Trail auch zur Völkerverständigung beitragen, vor allem aber in solch einem Fall wie bei Dir, wenn man individuell unterwegs ist. Man muss auch zugeben, dass bei einer organisierten Tour, wie das bei uns der Fall ist, mit geplanten Camps und Unterkünften und bei nur ein oder zwei Woche, der Kontakt zu den Einheimischen, so wie Du es erlebt hast, etwas auf der Strecke bleibt. Aber klar, auch Jordanien hat mittlerweile den Jordan-Trail quer durch das ganze Land, wobei man mit Sicherheit einmalige Erlebnisse haben wird, wenn man ihn geht.

Für Ägypten bin ich mir da nicht so sicher und mit dem Egypt-Trail habe ich mich noch nicht sonderlich beschäftigt. Die Berge des Sinai, die wohl noch eine kleine Steigerung der Berge von Eilat sein sollen, sind aktuell nicht so sicher zu durchwandern, aber theoretisch auch möglich und man würde bestimmt ganz liebe Beduinen unterwegs treffen in einer super Wüsten-Berglandschaft.

Christian unterwegs in Israel mit einer kleinen Wandergruppe

 

 

 

 

Christian Heiliges Land. Wüste. Sich selbst finden? Pilgern? …

Es gibt ebenso viele Motive wie Menschen, die sich einmal im Leben wünschen, etwas ganz Besonders zu wagen. Vielleicht ist es die erste Reise im Leben zu sich selbst?

Miguel Ja, aber nur die wenigsten Menschen ziehen so etwas tatsächlich durch. Solche Abenteuer wie Du sie erlebt hast, sind ja die Ausnahme und deshalb auch so interessant. Menschen leben vom Träumen und anhand solcher Beispiele, Erzählungen und Bücher erleben sie es mit ohne es selbst zu erleben. Man ist oft im Alltag gefangen und für den „Normalbürger“ ist solch ein Trip über mehrere Wochen/Monate fast gar nicht möglich – Arbeit, Familie, Verpflichtungen, etc. Deshalb bieten wir so etwas „im Kleinen“. Es muss nicht immer das total verrückte einmalige Abenteuer sein, dafür sind nur wenige Menschen gemacht, aber schon bei einer einwöchigen Wüsten-Trekkingtour kann man zu sich selbst finden und das Heilige Land erleben.

Wandergruppe in einem Canyon in Israel

 

Christian Was fasziniert Dich selbst an Israel? Was empfindest Du, wenn Du in der Wüste Negev wanderst?
Miguel Die Region ist so komplex und mich fasziniert schon allein ein bisschen und immer mehr davon zu verstehen. Das geschieht vor allem in dem man die verschiedenen Menschen vor Ort kennenlernt und mit ihnen über ihr Leben spricht. Ich bin nicht gläubig, aber trotzdem spürt man etwas ganz Besonderes wenn man ins Heilige Land reist… Sogar wenn man „nur“ durch den Negev wandert.
Zelten am Israel Trail in der Wüste

Sternenhimmel und innerer Frieden.

Christian Eine Nacht im Freien? Mitten in der Wüste Negev? Wie war das für Dich?
Miguel Das Beste was man sich vorstellen kann. Muss jeder einmal mitgemacht haben!

Was kannst Du uns empfehlen, was nicht?

Christian Drei Dinge, die man in Israel unbedingt machen/ sehen sollte?
Miguel Wandern durch die Negev-Wüste, Schwimmen im Toten Meer (so lange es noch da ist  🙂 ), mit dem Leih-Fahrrad durch Tel Aviv und die Promenade entlang bis nach Jaffa, die Wasser-Tunnel in der Davidsstadt von Jerusalem durchlaufen, bei Jaffar Sweets in Jerusalem zum Naschen einkehren, ach so… nur drei :-).
Christian Drei Dinge, die man sich definitiv sparen kann?
Miguel Via Dolorosa mit seinen ganzen Souvenir-Shops, der wohl recht vermüllte Weg des Jesus-Trails von Kana nach Lavi und überteuerte Bars.

Cesarea in Israel

Christian Und ein toooootal gutes Argument, warum man Dich ganz persönlich anrufen sollte/ darf, wenn man eine Israelreise machen möchte? (lacht)
Miguel Besser unser Service-Team anrufen und eine Reise nach Israel buchen und es selbst erleben. Davon hat man mehr als von einem Telefon mit mir.

Telefon: 02331 904 741

 

Hier könnt Ihr Wikinger Reisen erreichen:
Telefon 02331 904 741
mail@wikinger.de
https://www.wikinger-reisen.de/kontakt.php

 

Christian Miguel, Du bist 15 Jahr jünger als ich… würdest Du mich eines Tages auf der Tour über den Mount Karbolet begleiten? Ich bin sicher viel langsamer als Du…
Miguel In meinem aktuellen Fitness-Zustand bist Du bestimmt flotter unterwegs. Aber bald sind die Kinder aus „dem Gröbsten raus“ und ich werde wieder mehr Zeit haben zum Training. Sehr sehr gern, aber nur ohne Regen 😉

Zu Fuß Richtung Cesarea. Der Strand ist Teil des Israel Trails

 

 

 

Christian Es muss ja nicht nur der Israel Trail sein. Vielleicht ist es ein Stück Egypt Trail oder Jordan Trail, der uns alle zusammen bringt. Was meinst Du?
Miguel Warum nicht… Vom Jordan Trail kenne ich nur 2-3 Abschnitte, aber das würde mich auch sehr reizen. Halte mich auf dem Laufenden, wenn Du etwas Konkretes planst. Ich habe einen ziemlich guten Kontakt vor Ort 😉
Christian Wow! Danke für dieses wunderbare Gespräch!
Miguel Es war mir ein riesiges Vergnügen!!! Danke Dir. Bis bald mal wieder hoffentlich…

Fotos: Ganz besonderen Dank an unsere Reiseblogger/Innen. Weitere Fotos: Wikinger Reisen,  Miguel Acenero Angel, Christian Seebauer, Steve Miller,

 

 Was bedeutet eigentlich…?

Anforderungen: Wandern

  • Gehzeiten von durchschnittlich 5 Stunden.
  • Höhenunterschiede von 400 bis 600 Meter.
  • Raue Wegbeschaffenheit, steile An- und Abstiege sind möglich.
  • Eine gewisse Wandererfahrung ist nötig.

Interessantes über die Einteilung der Schwierigkeitsgrade von Wikinger Reisen zum Wandern lest ihr hier ->

 

 

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