Verbrannte Erde und Hoffnung

Foto Israel National Trail, Beitrag Verbrannte Erde und Hoffnung

Israel National Trail: In der Asche der Waldbrände von Kerem Maharal nach Jisr a-Zarka

Etwa 30 Kilometer, ca. 580 Höhenmeter Gesamtanstieg. Trinkwasserverbrauch 5 Liter.

Heute bringt mich der Israel Trail zum Foresters House im Karmel Wald und weiter bis an das Mittelmeer. Doch zuerst werde ich heute erfahren, wie klein ein Mensch ist und wie groß Visionen sein müssen, um immer wieder von vorne anzufangen. Es geht um den Wald. Um den Wald im Karmel Gebirge, um genau zu sein. Hier fanden 2010 Waldbrände von schier unvorstellbarem Ausmaß statt. Bei diesem „Carmel Disaster“ wurden 17 000 Menschen evakuiert, mindestens 44 fanden den Tod und 1,5 Millionen Bäume gingen verloren. Von Isfiya bis zum Mittelmeer sind hier 15 000 Hektar komplett verbrannt. Wer sich als Tourist entsprechende Denkmäler auf einer Busreise ansieht, kann sich als Mensch diese Dimensionen wohl niemals annähernd vorstellen. Was sind 15 000 Hektar? Oder anders gesagt: Was sind 150 Millionen Quadratmeter? Man muss es wohl mit seinen eigenen Füßen durchwandern, um eine solche Fläche begreifen zu können, denke ich mir. Zwei Tage bin ich schon seit Isfiya unterwegs. Heute ist der dritte Tag, an dem ich die Carmel Mountains mit ihren Wäldern durchstreife. Oder sagen wir so: Ich durchstreife das, was noch übrig ist oder was schon wieder da ist. Schon seit Isfiya begleiten mich kahle Flächen. Ich sehe Reste der Waldbrände. Ich sehe Wiederaufforstung. Aber die letzten beiden Tage hatte ich Glück, denn der Israel Trail folgt hier weitgehend den Tälern, die von Feuer teilweise verschont blieben. Heute fühle ich mich wie ein kleines Sandkorn in einer großen niedergebrannten Fläche. Dieses riesige Gebiet zu Fuß zu durchwandern, beschert mir eine Gänsehaut. Auch heute noch, Jahre später, rieche ich die Asche in der Luft. Ganze Hügelketten bis hin zum fernen Mittelmeer sind praktisch bar jeglicher Vegetation. Das eigentlich Schlimme aber ist, dass hier in Israel nichts von ganz alleine wächst. Es ist nicht so wie bei uns in Deutschland, dass man eine solche Fläche einfach ein paar Jahre sich selbst überlassen könnte, bevor es wieder grünt. Wer hier als Lebenswerk Bäume gepflanzt hat und sie im Feuer verloren hat, der muss seine Seele verloren haben. Hier in langsamem Tempo durchzuwandern, zerreißt mir das Herz! Mag sein, dass man als interessierter Tourist auch einen Eindruck davon bekommt, aber hier allein zu sein ist schlimm. Für einen Augenblick beschließe ich, dass ich die Erde spüren möchte. Ich will Verbindung zu ihr aufnehmen, fühlen, was da ist. Ich ziehe meine Schuhe aus und setze einen Fuß vor den anderen. Ich spüre Dornen, Kiesel und ausgemergelte, rostbraune Erde. Ich kann den Verlust fühlen, als wäre es gestern passiert. Alte verkohlte Wurzelstränge riechen noch immer im Vorbeigehen, als würden sie schwelen.

In der Ferne bietet auch der Himmel ein merkwürdig trostloses Bild. Zwischen dem wenigen Blau und den Wolkenbändern liegt eine schmutziggelbe Luftschicht, so wie ein giftiges Schwefelband, das gerade einem Vulkan entstiegen ist. Kein Smog. Nur Sand aus der Sahara.

Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. (1.Mose 1,11; L)

Gerade komme ich über eine kleine Kuppe. Tausende und Abertausende von Holzstöcken ragen hier aus der Erde. Das kenne ich schon, nur nicht in solch gigantischem Ausmaß. Die Leute von KKL pflanzen hier einen ganzen Horizont neuer Wälder. Kann so etwas Gigantisches gelingen? „Ja“, scheint die kleine violette Blume neben meinem rechten Fuß zu sagen! Und tatsächlich: Da blüht etwas. Unweigerlich bücke ich mich zu ihr hinunter und berühre sie. Eine tapfere Vorreiterin, denke ich mir. Eine Pionierin! Dann hebe ich langsam meinen Blick und entdecke, dass auch die kleinen Bäumchen an den Holzstöcken ausgrünen. Wow! Hier gibt keiner auf. Großartig. Immer wieder stoße ich jetzt auf ein paar alte Bäume, die wie ein Wunder dem Feuer getrotzt haben. Sie geben den jungen Schatten und halten mit ihren Wurzeln die Erde fest. „Seht her, hier dürft ihr groß werden.“

Weil es ziemlich pikst, ziehe ich meine Schuhe wieder an und laufe weiter bergab. Im Forsters House treffe ich zwei Förster von KKL, die mir einen Kaffee anbieten, israelischen Kaffee! Der ist nicht vergleichbar mit unserem deutschen Wässerchen. Deutsche Spender haben hier anscheinend viel bewegt. Sogar kleine Unterkünfte für Pilger entstehen hier. Aber immer geht es um die Liebe zur Natur, um den Wald, die Tiere und die Menschen, die hier zu Gast sein dürfen. Nach meinem kurzen Besuch im Foresters House wandere ich zu den Denkmälern, die hier für Spender in einem kreisförmigen Areal errichtet wurden. Da stehen viele, die sich für die Wiederaufforstung engagiert haben. Menschen und Vereine aus allen Ländern der Welt. Doch dann staune ich:

Neben ganz normalen Tafeln stehen hier zwei, die ich so ganz und gar nicht erwartet hätte: Intel und Google. Rüttelt diese Tafel hier gerade an meinem Weltbild? Zugegeben, bis jetzt halte ich nicht wirklich viel von Google & Co. Klar, ich benutze es täglich. Aber sympathisch ist mir Google nicht. Da ist einfach zu viel Unbehagen dabei. Ganz grundsätzlich stehe ich mittlerweile, was Großkonzerne betrifft, eher auf einem recht radikalen Standpunkt: Wir brauchen sie nicht. Sie tragen keine soziale Verantwortung mehr. Sie sind gegen uns.

Und hier eine gute Tat von Google? Finde ich gut. Ganz ohne jede Polemik. Hätte ich so nicht gedacht. Helfen im Stillen, ohne großes Trara, ohne einen werbewirksamen Selbstzweck. So eine kleine Steinsäule finde ich da angemessen, nicht aufdringlich, nicht selbstherrlich. Hier reihen sich Google und Intel ein unter all die anderen, ganz normalen Spender, deren Namen ich noch nie gehört habe, denen ich jedoch meinen vollen Respekt zolle.

Es interessiert mich ja auch gar nicht, wer hier wie viel gegeben hat. Helfen ist kein Wettbewerb. Wer hier auch nur 20 Euro dem KKL gegeben hat, gibt dem großen Ganzen eine echte Chance. Leider habe ich nichts dabei, um heute etwas zu geben. Gerne hätte ich es getan. Aber hier sitze ich gerade und denke nach. Ich muss weiter. Die beiden Förster winken mir noch nach und rufen etwas auf Hebräisch hinterher. Bestimmt so etwas wie „viel Glück“ oder „alles Gute“. Ich habe es schon öfter gehört und es kommt mir vor wie Schulterklopfen.

Noch einmal gehe ich zurück in den Wald, folge den Markierungen und überwinde einige Höhenmeter. Gleich hinter dem Foresters House muss ich meine Hände benutzen. Der Trail folgt einem fast trockenen Bachlauf bergauf. Idyllisch ist es hier und stockfinster. Mit meinem Fotoapparat muss ich lange belichten. Es ist schon Nachmittag. Wo soll ich bleiben? Wohin soll ich gehen? Heute möchte ich noch bis an die Küste wandern, Salzwasser riechen! Nicht ganz einfach, denn meine Glieder sind schon ziemlich müde und ich befinde mich, nach dem Reiseführer zu schließen, schon wieder zwischen den vorgesehenen Etappen. Wenn ich alles samt Umwegen zusammenzähle, komme ich heute wohl auf knappe 40 Kilometer und fast 1 000 Höhenmeter, wenn ich das Meer erreiche.

Von einer alten Dame bekomme ich zwei Äpfel geschenkt, die mich klein, sehr klein, machen. Und eine Gruppe junger Leute gibt mir Wasser. Die Mädels sehen aus, wie aus dem Flower-Power entsprungen. Ob sie was geraucht haben? Ich weiß es nicht. Spontan umarmen sie mich alle gleichzeitig und beginnen mit mir zu tanzen. Heute beginnt im Gehen so eine Art Rauschzustand für mich. Rausch trifft es nicht wirklich. Vielleicht ist Trance das bessere Wort. Allein heute bin ich so weit gekommen, habe so viel gesehen, alles zu Fuß, dass mein Gehirn es offenbar gar nicht mehr verarbeiten kann. Glücksgefühle durchströmen gerade meinen gesamten Körper. Ich fühle mich leicht wie ein Schmetterling und spüre unglaubliche Kräfte, die mich weiter und weiter tragen. Es geht an einer byzantinischen Quelle vorbei. Verlaufen, wieder zurück, wieder an den Mädels vorbei. „Hello, hi, good luck!“

Foto Israel National Trail, Beitrag Verbrannte Erde und Hoffnung

Weshalb bitte ich Dich ganz persönlich um eine ideelle Kaffespende? Ganz einfach: Meine Beiträge schreibe ich ehrenamtlich, denn ich möchte Israel und seinen Menschen helfen. Und ich möchte Dir dabei helfen, erstklassige Infos zum Israel Trail zu bekommen. Wir verwenden auf dieser Webseite KEINE Cookies und verscherbeln Deine Daten nicht gegen Geld. Unser Engagement für Israel beruht auf Begeisterung. Wenn wir hin und wieder eine Kaffespende erhalten, berührt uns das! Es hilft! Danke!

Weiter geht es auf engen Fußpfaden über Lehm. Ich rieche es: Das Meer ist nicht mehr weit. Serpentine über Serpentine führt mich durch einen endlosen Dschungel in unglaublicher Landschaft. Noch eine Kurve, noch eine und dann – stehe ich hoch oben über der Mittelmeerküste. Tiefes Blau breitet sich vor meinen Augen aus. Zwei Wochen Fußmarsch haben mich an diesen Aussichtspunkt gebracht. Es ist schon kühl, später Nachmittag, leicht bewölkt. Hier möchte ich Pause machen, ein wenig essen.

Ich spüre einen tiefen Frieden in mir. Egal, was immer auch passiert, heute bin ich nicht mehr in Eile. Leider ist mein Handy-Akku leer, sonst würde ich jetzt meine Familie anrufen. Dasitzen und auf einem Stück Pitabrot herumknabbern tut gut. Ich habe es noch von Isfiya, von der arabischen Familie. Und ich habe noch das Lächeln vor meinen Augen, mit denen sie mir das Brot geschenkt haben. Nicht einfach so, sie haben mich an beiden Armen genommen und Glück gewünscht. Jetzt ist dieser glückliche Moment da, wo das kleine Brot für mich noch einmal eine ganz besondere Bedeutung gewinnt. Auch die ältere Dame, die mir die Äpfel geschenkt hat, werde ich in meinem Leben niemals mehr vergessen. Sie hat sich, weil sie auf meiner Hose unterschreiben wollte, vor mich hingekniet.

Wie weit ich hier in Israel kommen mag? Ich bin schon angekommen. Mehr kann man gar nicht sehen, nicht fühlen und nicht erleben. Langsam nähern sich aus der Ferne zwei junge Urlauber, die hier mit Schlappen den Berg zu mir heraufkommen. Beide sind sie so zwischen 18 und 20, dem Akzent nach Russen. Beide sind total erschöpft und fragen mich, wie weit es noch zur byzantinischen Quelle sei. Ich frage sie jedoch erst einmal, so wie alle anderen es mit mir gemacht haben: „Braucht ihr Wasser?“ Und beide setzen sich sofort hin und sagen: „Ja, bitte.“

Bald gehe ich wieder allein. Es war ein gutes Gefühl, helfen zu dürfen. Mein rechter Fuß macht mir Probleme. Er schmerzt extrem und ich beginne zu humpeln. Vom Meer her weht mir ein angenehm warmer Wind entgegen. Unter mir sehe ich grüne Felder, Wiesen, Landwirtschaft. Der Weg selbst führt mich auf einem scharfkantigen und felsigen Hochplateau parallel zur Küste. Der Ausblick ist einzigartig und sensationell.

Nach dem Abstieg geht es über die Schienen und an einem mit Schilf gesäumten Bachlauf zur Küste. Was mit dem Auto in wenigen Minuten zu bewerkstelligen wäre, fordert meine letzte Kraft und viel Zeit. Erst als es schon fast dunkel ist, erreiche ich den Strand. Es ist ein unwirkliches Bild, was sich mir als Wanderer hier bietet. Frisches Meerwasser rauscht über meine nackten Füße. Links und rechts ist der Strand kilometerweit völlig unverbaut. Neben mir befinden sich ein paar kleine Hütten. In einigem Abstand sehe ich ein paar Fischer und spielende Kinder, die von mir keine Notiz nehmen. Einen der Männer spreche ich dann doch an und frage, ob ich hier neben den Hütten übernachten darf. Er meint, dass es oben im Dorf eine Herberge gäbe, die er mir unbedingt persönlich empfehlen möchte. Ich gehe also einen knappen Kilometer zurück nach Jisr a-Zarka.

Darf man Vorurteile haben? Vorurteile sind manchmal nur eine Bezeichnung für das, was man auch als Bauchgefühl bezeichnen könnte. Und mein Bauchgefühl wird gerade mit jedem Meter hinein in dieses Dorf schlechter. Ich komme mir hier sehr fremd vor. Oder anders herum, die Menschen kommen mir hier sehr fremd vor. In Israel trifft man ja fast überall auf Europäer. Menschen, die auch so aussehen wie du und ich. Menschen, deren Mimik und Gestik sofort vertraut ist. Und es sind stille Menschen. Vornehm. Nicht aufdringlich. In Jisr a-Zarka bekomme ich ein total beklemmendes Gefühl. Das sind gar nicht die Menschen, die ich bisher gesehen habe. Hier fahren halbstarke Araber in getunten Autos herum. Sie sehen aus wie in der Bronx, machen einen auf bösen Rapper. Von tausend Augen werde ich beäugt. Werden sie mich überfallen? Mich berauben? Bei diesem Gedanken muss ich lachen, denn außer dem Foto meiner Familie habe ich nichts bei mir, was mir wirklich etwas bedeuten würde.

Schließlich komme ich gut an und stehe mitten an der Hauptkreuzung des kleinen Dörfchens vor Juha’s Guesthouse. Am Empfang sieht es sehr nett aus. Ahmad empfängt mich sehr höflich. Doch ich habe ja kein Geld. Um mir jegliche Zeit zu sparen unterbreche ich Ahmad’s begeisterte Präsentation über sein Guesthouse mit einem knappen „Sorry, I have no money“.

„No money…?“ hallt es nun aus den Lippen Ahmads und zeitgleich verstummen gut zehn junge arabische Burschen. Noch einmal lässt Ahmad sich „Noooo money“ auf den Lippen zergehen und dann fängt er lauthals an loszulachen.

Hey man, I can give you reduce – but no money?“ Ahmad kennt es wohl nur zu gut, dass Pilger auch mal handeln möchten. Und Handeln entspricht ja durchaus der arabischen Mentalität. Aber dass hier einer von vornherein ein „Njet“ in die Runde wirft, findet er irgendwie frech und witzig. Schon höre ich von den Hinterbänken „Hey Ahmad, ich hab grad kein Geld, machst mir du Tee?“ Jetzt lachen wirklich alle. Ahmad möchte die Situation galant aus der Welt schaffen und meint zuvorkommend: „Kein Problem, wie nehmen auch Kreditkarten. Du kannst morgen bezahlen.“

Irgendwie scheint mir Gott gerade die richtige Eingebung zu geben. Er lässt mich sagen: „Danke Ahmad. Ich möchte dich um ein Glas Wasser bitten. Ich trinke es draußen, bevor ich gehe.“ Dann frage ich ihn, warum hier lauter Araber sind und ich frage auch, ob sein Guesthouse neu ist. Ohne eine Antwort abzuwarten, bedanke ich mich noch einmal, drehe mich um und gehe. Aber ich habe die Rechnung ohne Ahmad gemacht.

Von hinten zieht er meine Schulter zurück und sagt: „Weil Jisr a-Zarka ein arabisches Dorf ist.“ Ahmad deutet auf einen von den Jungen besetzte Stuhl und sagt zu mir: „Setz dich, bitte.“ Wie auf Geheiß stehen die vier jungen Burschen auf und überlassen uns den Tisch. „… und weil wir etwas tun müssen hier“, fährt Ahmad fort. „Etwas tun gegen die Vorurteile. Und etwas tun für die jungen Leute hier. Jisr a-Zarka heißt übersetzt: Die Brücke über den blauen Fluss. Sie soll uns in eine gute Zukunft führen. Und die müssen wir nun endlich in die Hand nehmen.“

„Warum bist du zurückgekommen?“ fragt Ahmad mich. Er hat es also mitbekommen, dass ich vom Strand zurückgekehrt bin. „Ich hatte ein wenig Angst“, sage ich ihm.

„Ja“, meint er, „So geht es vielen. Jisr a-Zarka war die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate in Israel.“ „War!“ betont er noch einmal. „Wir wollen das ändern. Und wir haben schon viel geändert.“ Ahmad erzählt mir, dass noch nie einem Touristen hier etwas passiert sei. Ganz im Gegenteil sei es so, dass wirklich jeder auf der Straße von der Zukunft träume, von einer besseren Zukunft eben. Noch einmal fragt Ahmad mich irgendetwas, doch ich komme auf meine Frage zurück. Juha’s Guesthouse ist eines von vielen Projekten, die den Menschen hier eine Zukunft geben sollen. Sie soll Urlauber hierher bringen. Ahmad schwärmt von Bildung. Es sei der Schlüssel für den Frieden. Dann sind wir plötzlich beim Koran, bei der Bibel. Bei „guten“ und „bösen“ Palästinensern, bei vertanen Chancen, bei Träumen und Visionen und – bei einer Tasse Tee. Wie lange ich bleiben wolle, fragt mich Ahmad.

„Bis morgen“ antworte ich ihm brav, weil ich das Gefühl habe, sein Gast zu sein. Ich teile mir den Schlafbereich – schön getrennt – mit einer finnischen Studentin, die hier in Jisr a-Zarka wie viele andere Studenten Projektarbeit macht. Ehrenamtlich! Einer der jungen Burschen kommt plötzlich an unseren Tisch und überreicht mir mein gelbes Handy. „War draußen auf der Mauer“, meint er. Dort hatte ich ein Selfie geknipst und mit der Kamera Aufnahmen gemacht – und mein Handy liegen gelassen. Dass der junge Mann mir mein Handy brachte, entsprach auch nicht meinen Vorurteilen.

Ahmad lädt mich heute Abend noch zu seiner Familie zum Abendessen ein. Im Kreise seiner kleinen Kinder und seiner Frau bekomme ich Suppe, Hirse und Tee. Und Brot für morgen und: Einblick in das Leben hier. Wieder muss ich erfahren, dass nichts hier so ist, wie uns Medien das reduziert weißmachen wollen. Ahmads Frau ist muslimisch und durchaus emanzipiert. Ahmad behandelt sie mit großem Respekt und liebevoll. Über Israel reden sie ganz anders, als man denken mag. Ahmad liebt Israel. Es ist seine Heimat. Er hat Visionen und Ziele. Eine gute Ausbildung für seine Töchter zum Beispiel. Und er sagt, dass man für sein Land auch etwas tun müsse, etwas geben, wenn man kann. Man dürfe es sich nicht zu leicht machen. Nicht immer nur die Schuld bei anderen sehen.

„Hast du die vielen Wälder gesehen“ fragt Ahmad mich. „Ja“ antworte ich ihm und Ahmad meint „So etwas haben ‚die’ nicht“. Ahmad sagt „die“, womit er wohl „die“ Palästinenser oder „die“ Araber meint. „Wir alle müssen lernen, dass wir die Welt gut machen. Grün muss sie sein. In den Meeren müssen Fische schwimmen. Das geht uns alle an. Auf dem Boden muss Wald wachsen. Und wir müssen aufhören, den Wald anzuzünden. Ja, wir müssen noch viel lernen.“

Ahmads Frau ist gerade aufgestanden und geht in die Küche. Ahmad schweigt. Ich denke, dass ich nicht einmal ansatzweise erahnen kann, was Ahmad mir da gerade sagen wollte oder will. Ich schweige auch. Ahmad und ich haben uns bis tief in die Nacht unterhalten. Was ich höre, ist Liebe und Hoffnung. Was ich nicht höre, sind Verbitterung oder radikale Positionen. Ich gehe zurück zu Juha’s Guesthouse und plötzlich erscheinen mir die „dunklen Gassen“ gar nicht mehr so dunkel. Hier tut mir niemand etwas. Ich schlafe diese Nacht tief und gut und träume davon, dass sich die Menschen hier alle umarmen.

Möchtest Du mal ein wenig in den Israel Trail mit Herz reinhören?

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    Textauszug Israel-Trail.com Verbrannte Erde und Hoffnung Israel National Trail: In der Asche der Waldbrände von Kerem Maharal nach Jisr a-Zarka Etwa 30 Kilometer, ca. 580 Höhenmeter Gesamtanstieg. Trinkwasserverbrauch 5 Liter. Heute bringt mich der Israel Trail zum Foresters House im Karmel Wald und weiter bis an das Mittelmeer. Doch zuerst werde ich heute erfahren, wie klein ein Mensch ist und wie groß Visionen sein müssen, um immer wieder von vorne anzufangen. Es geht um den Wald. Um den Wald im Karmel Gebirge, um genau zu sein. Hier fanden 2010 Waldbrände von schier unvorstellbarem Ausmaß statt. Bei diesem „Carmel Disaster“ wurden 17 000 Menschen evakuiert, mindestens 44 fanden den Tod und 1,5 Millionen Bäume gingen verloren. Von Isfiya bis zum Mittelmeer sind hier 15 000 Hektar komplett verbrannt. Wer sich als Tourist entsprechende Denkmäler auf einer Busreise ansieht, kann sich als Mensch diese Dimensionen wohl niemals annähernd vorstellen. Was sind 15 000 Hektar? Oder anders gesagt: Was sind 150 Millionen Quadratmeter? Man muss es wohl mit seinen eigenen Füßen durchwandern, um eine solche Fläche begreifen zu können, denke ich mir. Zwei Tage bin ich schon seit Isfiya unterwegs. Heute ist der dritte Tag, an dem ich die Carmel Mountains mit ihren Wäldern durchstreife. Oder sagen wir so: Ich durchstreife das, was noch übrig ist oder was schon wieder da ist. Schon seit Isfiya begleiten mich kahle Flächen. Ich sehe Reste der Waldbrände. Ich sehe Wiederaufforstung. Aber die letzten beiden Tage hatte ich Glück, denn der Israel Trail folgt hier weitgehend den Tälern, die von Feuer teilweise verschont blieben. Heute fühle ich mich wie ein kleines Sandkorn in einer großen niedergebrannten Fläche. Dieses riesige Gebiet zu Fuß zu durchwandern, beschert mir eine Gänsehaut. Auch heute noch, Jahre später, rieche ich die Asche in der Luft. Ganze Hügelketten bis hin zum fernen Mittelmeer sind praktisch bar jeglicher Vegetation. Das eigentlich Schlimme aber ist, dass hier in Israel nichts von ganz alleine wächst. Es ist nicht so wie bei uns in Deutschland, dass man eine solche Fläche einfach ein paar Jahre sich selbst überlassen könnte, bevor es wieder grünt. Wer hier als Lebenswerk Bäume gepflanzt hat und sie im Feuer verloren hat, der muss seine Seele verloren haben. Hier in langsamem Tempo durchzuwandern, zerreißt mir das Herz! Mag sein, dass man als interessierter Tourist auch einen Eindruck davon bekommt, aber hier allein zu sein ist schlimm. Für einen Augenblick beschließe ich, dass ich die Erde spüren möchte. Ich will Verbindung zu ihr aufnehmen, fühlen, was da ist. Ich ziehe meine Schuhe aus und setze einen Fuß vor den anderen. Ich spüre Dornen, Kiesel und ausgemergelte, rostbraune Erde. Ich kann den Verlust fühlen, als wäre es gestern passiert. Alte verkohlte Wurzelstränge riechen noch immer im Vorbeigehen, als würden sie schwelen. In der Ferne bietet auch der Himmel ein merkwürdig trostloses Bild. Zwischen dem wenigen Blau und den Wolkenbändern liegt eine schmutziggelbe Luftschicht, so wie ein giftiges Schwefelband, das gerade einem Vulkan entstiegen ist. Kein Smog. Nur Sand aus der Sahara. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. (1.Mose 1,11; L) Gerade komme ich über eine kleine Kuppe. Tausende und Abertausende von Holzstöcken ragen hier aus der Erde. Das kenne ich schon, nur nicht in solch gigantischem Ausmaß. Die Leute von KKL pflanzen hier einen ganzen Horizont neuer Wälder. Kann so etwas Gigantisches gelingen? „Ja“, scheint die kleine violette Blume neben meinem rechten Fuß zu sagen! Und tatsächlich: Da blüht etwas. Unweigerlich bücke ich mich zu ihr hinunter und berühre sie. Eine tapfere Vorreiterin, denke ich mir. Eine Pionierin! Dann hebe ich langsam meinen Blick und entdecke, dass auch die kleinen Bäumchen an den Holzstöcken ausgrünen. Wow! Hier gibt keiner auf. Großartig. Immer wieder stoße ich jetzt auf ein paar alte Bäume, die wie ein Wunder dem Feuer getrotzt haben. Sie geben den jungen Schatten und halten mit ihren Wurzeln die Erde fest. „Seht her, hier dürft ihr groß werden.“ Weil es ziemlich pikst, ziehe ich meine Schuhe wieder an und laufe weiter bergab. Im Forsters House treffe ich zwei Förster von KKL, die mir einen Kaffee anbieten, israelischen Kaffee! Der ist nicht vergleichbar mit unserem deutschen Wässerchen. Deutsche Spender haben hier anscheinend viel bewegt. Sogar kleine Unterkünfte für Pilger entstehen hier. Aber immer geht es um die Liebe zur Natur, um den Wald, die Tiere und die Menschen, die hier zu Gast sein dürfen. Nach meinem kurzen Besuch im Foresters House wandere ich zu den Denkmälern, die hier für Spender in einem kreisförmigen Areal errichtet wurden. Da stehen viele, die sich für die Wiederaufforstung engagiert haben. Menschen und Vereine aus allen Ländern der Welt. Doch dann staune ich: Neben ganz normalen Tafeln stehen hier zwei, die ich so ganz und gar nicht erwartet hätte: Intel und Google. Rüttelt diese Tafel hier gerade an meinem Weltbild? Zugegeben, bis jetzt halte ich nicht wirklich viel von Google & Co. Klar, ich benutze es täglich. Aber sympathisch ist mir Google nicht. Da ist einfach zu viel Unbehagen dabei. Ganz grundsätzlich stehe ich mittlerweile, was Großkonzerne betrifft, eher auf einem recht radikalen Standpunkt: Wir brauchen sie nicht. Sie tragen keine soziale Verantwortung mehr. Sie sind gegen uns. Und hier eine gute Tat von Google? Finde ich gut. Ganz ohne jede Polemik. Hätte ich so nicht gedacht. Helfen im Stillen, ohne großes Trara, ohne einen werbewirksamen Selbstzweck. So eine kleine Steinsäule finde ich da angemessen, nicht aufdringlich, nicht selbstherrlich. Hier reihen sich Google und Intel ein unter all die anderen, ganz normalen Spender, deren Namen ich noch nie gehört habe, denen ich jedoch meinen vollen Respekt zolle. Es interessiert mich ja auch gar nicht, wer hier wie viel gegeben hat. Helfen ist kein Wettbewerb. Wer hier auch nur 20 Euro dem KKL gegeben hat, gibt dem großen Ganzen eine echte Chance. Leider habe ich nichts dabei, um heute etwas zu geben. Gerne hätte ich es getan. Aber hier sitze ich gerade und denke nach. Ich muss weiter. Die beiden Förster winken mir noch nach und rufen etwas auf Hebräisch hinterher. Bestimmt so etwas wie „viel Glück“ oder „alles Gute“. Ich habe es schon öfter gehört und es kommt mir vor wie Schulterklopfen. Noch einmal gehe ich zurück in den Wald, folge den Markierungen und überwinde einige Höhenmeter. Gleich hinter dem Foresters House muss ich meine Hände benutzen. Der Trail folgt einem fast trockenen Bachlauf bergauf. Idyllisch ist es hier und stockfinster. Mit meinem Fotoapparat muss ich lange belichten. Es ist schon Nachmittag. Wo soll ich bleiben? Wohin soll ich gehen? Heute möchte ich noch bis an die Küste wandern, Salzwasser riechen! Nicht ganz einfach, denn meine Glieder sind schon ziemlich müde und ich befinde mich, nach dem Reiseführer zu schließen, schon wieder zwischen den vorgesehenen Etappen. Wenn ich alles samt Umwegen zusammenzähle, komme ich heute wohl auf knappe 40 Kilometer und fast 1 000 Höhenmeter, wenn ich das Meer erreiche. Von einer alten Dame bekomme ich zwei Äpfel geschenkt, die mich klein, sehr klein, machen. Und eine Gruppe junger Leute gibt mir Wasser. Die Mädels sehen aus, wie aus dem Flower-Power entsprungen. Ob sie was geraucht haben? Ich weiß es nicht. Spontan umarmen sie mich alle gleichzeitig und beginnen mit mir zu tanzen. Heute beginnt im Gehen so eine Art Rauschzustand für mich. Rausch trifft es nicht wirklich. Vielleicht ist Trance das bessere Wort. Allein heute bin ich so weit gekommen, habe so viel gesehen, alles zu Fuß, dass mein Gehirn es offenbar gar nicht mehr verarbeiten kann. Glücksgefühle durchströmen gerade meinen gesamten Körper. Ich fühle mich leicht wie ein Schmetterling und spüre unglaubliche Kräfte, die mich weiter und weiter tragen. Es geht an einer byzantinischen Quelle vorbei. Verlaufen, wieder zurück, wieder an den Mädels vorbei. „Hello, hi, good luck!“ Weshalb bitte ich Dich ganz persönlich um eine ideelle Kaffespende? Ganz einfach: Meine Beiträge schreibe ich ehrenamtlich, denn ich möchte Israel und seinen Menschen helfen. Und ich möchte Dir dabei helfen, erstklassige Infos zum Israel Trail zu bekommen. Wir verwenden auf dieser Webseite KEINE Cookies und verscherbeln Deine Daten nicht gegen Geld. Unser Engagement für Israel beruht auf Begeisterung. Wenn wir hin und wieder eine Kaffespende erhalten, berührt uns das! Es hilft! Danke! Weiter geht es auf engen Fußpfaden über Lehm. Ich rieche es: Das Meer ist nicht mehr weit. Serpentine über Serpentine führt mich durch einen endlosen Dschungel in unglaublicher Landschaft. Noch eine Kurve, noch eine und dann – stehe ich hoch oben über der Mittelmeerküste. Tiefes Blau breitet sich vor meinen Augen aus. Zwei Wochen Fußmarsch haben mich an diesen Aussichtspunkt gebracht. Es ist schon kühl, später Nachmittag, leicht bewölkt. Hier möchte ich Pause machen, ein wenig essen. Ich spüre einen tiefen Frieden in mir. Egal, was immer auch passiert, heute bin ich nicht mehr in Eile. Leider ist mein Handy-Akku leer, sonst würde ich jetzt meine Familie anrufen. Dasitzen und auf einem Stück Pitabrot herumknabbern tut gut. Ich habe es noch von Isfiya, von der arabischen Familie. Und ich habe noch das Lächeln vor meinen Augen, mit denen sie mir das Brot geschenkt haben. Nicht einfach so, sie haben mich an beiden Armen genommen und Glück gewünscht. Jetzt ist dieser glückliche Moment da, wo das kleine Brot für mich noch einmal eine ganz besondere Bedeutung gewinnt. Auch die ältere Dame, die mir die Äpfel geschenkt hat, werde ich in meinem Leben niemals mehr vergessen. Sie hat sich, weil sie auf meiner Hose unterschreiben wollte, vor mich hingekniet. Wie weit ich hier in Israel kommen mag? Ich bin schon angekommen. Mehr kann man gar nicht sehen, nicht fühlen und nicht erleben. Langsam nähern sich aus der Ferne zwei junge Urlauber, die hier mit Schlappen den Berg zu mir heraufkommen. Beide sind sie so zwischen 18 und 20, dem Akzent nach Russen. Beide sind total erschöpft und fragen mich, wie weit es noch zur byzantinischen Quelle sei. Ich frage sie jedoch erst einmal, so wie alle anderen es mit mir gemacht haben: „Braucht ihr Wasser?“ Und beide setzen sich sofort hin und sagen: „Ja, bitte.“ Bald gehe ich wieder allein. Es war ein gutes Gefühl, helfen zu dürfen. Mein rechter Fuß macht mir Probleme. Er schmerzt extrem und ich beginne zu humpeln. Vom Meer her weht mir ein angenehm warmer Wind entgegen. Unter mir sehe ich grüne Felder, Wiesen, Landwirtschaft. Der Weg selbst führt mich auf einem scharfkantigen und felsigen Hochplateau parallel zur Küste. Der Ausblick ist einzigartig und sensationell. Nach dem Abstieg geht es über die Schienen und an einem mit Schilf gesäumten Bachlauf zur Küste. Was mit dem Auto in wenigen Minuten zu bewerkstelligen wäre, fordert meine letzte Kraft und viel Zeit. Erst als es schon fast dunkel ist, erreiche ich den Strand. Es ist ein unwirkliches Bild, was sich mir als Wanderer hier bietet. Frisches Meerwasser rauscht über meine nackten Füße. Links und rechts ist der Strand kilometerweit völlig unverbaut. Neben mir befinden sich ein paar kleine Hütten. In einigem Abstand sehe ich ein paar Fischer und spielende Kinder, die von mir keine Notiz nehmen. Einen der Männer spreche ich dann doch an und frage, ob ich hier neben den Hütten übernachten darf. Er meint, dass es oben im Dorf eine Herberge gäbe, die er mir unbedingt persönlich empfehlen möchte. Ich gehe also einen knappen Kilometer zurück nach Jisr a-Zarka. Darf man Vorurteile haben? Vorurteile sind manchmal nur eine Bezeichnung für das, was man auch als Bauchgefühl bezeichnen könnte. Und mein Bauchgefühl wird gerade mit jedem Meter hinein in dieses Dorf schlechter. Ich komme mir hier sehr fremd vor. Oder anders herum, die Menschen kommen mir hier sehr fremd vor. In Israel trifft man ja fast überall auf Europäer. Menschen, die auch so aussehen wie du und ich. Menschen, deren Mimik und Gestik sofort vertraut ist. Und es sind stille Menschen. Vornehm. Nicht aufdringlich. In Jisr a-Zarka bekomme ich ein total beklemmendes Gefühl. Das sind gar nicht die Menschen, die ich bisher gesehen habe. Hier fahren halbstarke Araber in getunten Autos herum. Sie sehen aus wie in der Bronx, machen einen auf bösen Rapper. Von tausend Augen werde ich beäugt. Werden sie mich überfallen? Mich berauben? Bei diesem Gedanken muss ich lachen, denn außer dem Foto meiner Familie habe ich nichts bei mir, was mir wirklich etwas bedeuten würde. Schließlich komme ich gut an und stehe mitten an der Hauptkreuzung des kleinen Dörfchens vor Juha’s Guesthouse. Am Empfang sieht es sehr nett aus. Ahmad empfängt mich sehr höflich. Doch ich habe ja kein Geld. Um mir jegliche Zeit zu sparen unterbreche ich Ahmad’s begeisterte Präsentation über sein Guesthouse mit einem knappen „Sorry, I have no money“. „No money...?“ hallt es nun aus den Lippen Ahmads und zeitgleich verstummen gut zehn junge arabische Burschen. Noch einmal lässt Ahmad sich „Noooo money“ auf den Lippen zergehen und dann fängt er lauthals an loszulachen. „Hey man, I can give you reduce – but no money?“ Ahmad kennt es wohl nur zu gut, dass Pilger auch mal handeln möchten. Und Handeln entspricht ja durchaus der arabischen Mentalität. Aber dass hier einer von vornherein ein „Njet“ in die Runde wirft, findet er irgendwie frech und witzig. Schon höre ich von den Hinterbänken „Hey Ahmad, ich hab grad kein Geld, machst mir du Tee?“ Jetzt lachen wirklich alle. Ahmad möchte die Situation galant aus der Welt schaffen und meint zuvorkommend: „Kein Problem, wie nehmen auch Kreditkarten. Du kannst morgen bezahlen.“ Irgendwie scheint mir Gott gerade die richtige Eingebung zu geben. Er lässt mich sagen: „Danke Ahmad. Ich möchte dich um ein Glas Wasser bitten. Ich trinke es draußen, bevor ich gehe.“ Dann frage ich ihn, warum hier lauter Araber sind und ich frage auch, ob sein Guesthouse neu ist. Ohne eine Antwort abzuwarten, bedanke ich mich noch einmal, drehe mich um und gehe. Aber ich habe die Rechnung ohne Ahmad gemacht. Von hinten zieht er meine Schulter zurück und sagt: „Weil Jisr a-Zarka ein arabisches Dorf ist.“ Ahmad deutet auf einen von den Jungen besetzte Stuhl und sagt zu mir: „Setz dich, bitte.“ Wie auf Geheiß stehen die vier jungen Burschen auf und überlassen uns den Tisch. „... und weil wir etwas tun müssen hier“, fährt Ahmad fort. „Etwas tun gegen die Vorurteile. Und etwas tun für die jungen Leute hier. Jisr a-Zarka heißt übersetzt: Die Brücke über den blauen Fluss. Sie soll uns in eine gute Zukunft führen. Und die müssen wir nun endlich in die Hand nehmen.“ „Warum bist du zurückgekommen?“ fragt Ahmad mich. Er hat es also mitbekommen, dass ich vom Strand zurückgekehrt bin. „Ich hatte ein wenig Angst“, sage ich ihm. „Ja“, meint er, „So geht es vielen. Jisr a-Zarka war die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate in Israel.“ „War!“ betont er noch einmal. „Wir wollen das ändern. Und wir haben schon viel geändert.“ Ahmad erzählt mir, dass noch nie einem Touristen hier etwas passiert sei. Ganz im Gegenteil sei es so, dass wirklich jeder auf der Straße von der Zukunft träume, von einer besseren Zukunft eben. Noch einmal fragt Ahmad mich irgendetwas, doch ich komme auf meine Frage zurück. Juha’s Guesthouse ist eines von vielen Projekten, die den Menschen hier eine Zukunft geben sollen. Sie soll Urlauber hierher bringen. Ahmad schwärmt von Bildung. Es sei der Schlüssel für den Frieden. Dann sind wir plötzlich beim Koran, bei der Bibel. Bei „guten“ und „bösen“ Palästinensern, bei vertanen Chancen, bei Träumen und Visionen und – bei einer Tasse Tee. Wie lange ich bleiben wolle, fragt mich Ahmad. „Bis morgen“ antworte ich ihm brav, weil ich das Gefühl habe, sein Gast zu sein. Ich teile mir den Schlafbereich – schön getrennt – mit einer finnischen Studentin, die hier in Jisr a-Zarka wie viele andere Studenten Projektarbeit macht. Ehrenamtlich! Einer der jungen Burschen kommt plötzlich an unseren Tisch und überreicht mir mein gelbes Handy. „War draußen auf der Mauer“, meint er. Dort hatte ich ein Selfie geknipst und mit der Kamera Aufnahmen gemacht – und mein Handy liegen gelassen. Dass der junge Mann mir mein Handy brachte, entsprach auch nicht meinen Vorurteilen. Ahmad lädt mich heute Abend noch zu seiner Familie zum Abendessen ein. Im Kreise seiner kleinen Kinder und seiner Frau bekomme ich Suppe, Hirse und Tee. Und Brot für morgen und: Einblick in das Leben hier. Wieder muss ich erfahren, dass nichts hier so ist, wie uns Medien das reduziert weißmachen wollen. Ahmads Frau ist muslimisch und durchaus emanzipiert. Ahmad behandelt sie mit großem Respekt und liebevoll. Über Israel reden sie ganz anders, als man denken mag. Ahmad liebt Israel. Es ist seine Heimat. Er hat Visionen und Ziele. Eine gute Ausbildung für seine Töchter zum Beispiel. Und er sagt, dass man für sein Land auch etwas tun müsse, etwas geben, wenn man kann. Man dürfe es sich nicht zu leicht machen. Nicht immer nur die Schuld bei anderen sehen. „Hast du die vielen Wälder gesehen“ fragt Ahmad mich. „Ja“ antworte ich ihm und Ahmad meint „So etwas haben ‚die’ nicht“. Ahmad sagt „die“, womit er wohl „die“ Palästinenser oder „die“ Araber meint. „Wir alle müssen lernen, dass wir die Welt gut machen. Grün muss sie sein. In den Meeren müssen Fische schwimmen. Das geht uns alle an. Auf dem Boden muss Wald wachsen. Und wir müssen aufhören, den Wald anzuzünden. Ja, wir müssen noch viel lernen.“ Ahmads Frau ist gerade aufgestanden und geht in die Küche. Ahmad schweigt. Ich denke, dass ich nicht einmal ansatzweise erahnen kann, was Ahmad mir da gerade sagen wollte oder will. Ich schweige auch. Ahmad und ich haben uns bis tief in die Nacht unterhalten. Was ich höre, ist Liebe und Hoffnung. Was ich nicht höre, sind Verbitterung oder radikale Positionen. Ich gehe zurück zu Juha’s Guesthouse und plötzlich erscheinen mir die „dunklen Gassen“ gar nicht mehr so dunkel. Hier tut mir niemand etwas. Ich schlafe diese Nacht tief und gut und träume davon, dass sich die Menschen hier alle umarmen. Möchtest Du mal ein wenig in den Israel Trail mit Herz reinhören? Israel-Trail Post H1 Headlines Verbrannte Erde und Hoffnung Array ( [0] => Möchtest Du mal ein wenig in den Israel Trail mit Herz reinhören? ) H2 Headlines zum Shvil Israel Beitrag Array ( ) Keywords zu diesem Israel-Trail-Beitrag:

    Israel-Trail

    Israel-Trail english excerpt:

    Scorched earth and hope

    Photo Israel National Trail, post Scorched Earth and Hope

    Israel National Trail: In the ashes of the forest fires from Kerem Maharal to Jisr a-Zarka

    About 30 kilometers, a total ascent of approx. 580 meters. Drinking water consumption 5 liters.

    Today the Israel Trail takes me to Foresters House in the Carmel Forest and on to the Mediterranean. But first I will find out today how small a person is and how big visions have to be in order to start over and over again. It’s about the forest. To the forest in the Carmel Mountains, to be precise. Forest fires of almost unimaginable proportions took place here in 2010. In this “Carmel Disaster” 17,000 people were evacuated, at least 44 were killed and 1.5 million trees were lost. From Isfiya to the Mediterranean, 15,000 hectares have been completely burned here. Anyone who, as a tourist, looks at corresponding monuments on a bus trip can never even begin to imagine these dimensions as a person. What is 15,000 hectares? Or in other words: What is 150 million square meters? You have to walk through it with your own feet to be able to understand such an area, I think to myself. I’ve been on the road for two days since Isfiya. Today is the third day that I roam the Carmel Mountains with their forests. Or let’s put it this way: I wander through what is left or what is already back. Bare surfaces have accompanied me since Isfiya. I see remnants of the forest fires. I see reforestation. But I was lucky the last two days, because the Israel Trail largely follows the valleys that were partially spared from fire. Today I feel like a small grain of sand in a large burned area. Walking through this huge area gives me goose bumps. Even today, years later, I can smell the ashes in the air. Whole ranges of hills up to the distant Mediterranean Sea are practically devoid of any vegetation. But the really bad thing is that here in Israel nothing grows by itself. It’s not like here in Germany that you could just leave such an area to yourself for a few years before it turns green again. Anyone who has planted trees here as a life’s work and lost them in the fire must have lost their soul. Wandering through here at a slow pace breaks my heart! It may be that as an interested tourist you can get an impression of it, but being alone here is bad. For a moment I decide that I want to feel the earth. I want to connect to her, feel what is there. I take off my shoes and put one foot in front of the other. I feel thorns, pebbles and emaciated, rusty brown earth. I can feel the loss like it happened yesterday. Old charred roots still smell as they go by, as if they were smoldering.

    In the distance the sky also offers a strangely bleak picture. Between the little blue and the cloud bands lies a dirty yellow layer of air, like a poisonous sulfur band that has just emerged from a volcano. No smog. Just sand from the Sahara.

    And God said, Let the earth spring up, grass and herbs that bring seed, and fruitful trees on the earth, each bearing fruit according to his own kind, in which is their seed. And so it happened. (Genesis 1:11; L)

    I’m just coming over a small knoll. Thousands upon thousands of wooden sticks protrude from the earth here. I already know that, just not on such a gigantic scale. The people from KKL are planting a whole horizon of new forests here. Can something so gigantic be achieved? “Yes,” the little purple flower next to my right foot seems to be saying! And indeed: something is blooming. Inevitably I bend down to her and touch her. A brave pioneer, I think to myself. A pioneer! Then I slowly raise my gaze and discover that the little trees on the wooden sticks are also turning green. Wow! Nobody gives up here. Great. Now and again I come across a few old trees that have miraculously defied the fire. They give the young shade and hold the earth firmly with their roots. “Look here, you can grow up here.”

    Because it’s pretty piquant, I put my shoes back on and continue walking downhill. At Forsters House I meet two foresters from KKL who offer me a coffee, Israeli coffee! It is not comparable to our German water. German donors seem to have achieved a lot here. Even small accommodations for pilgrims are being built here. But it’s always about the love of nature, the forest, the animals and the people who are allowed to be guests here. After my brief visit to Foresters House, I wander to the monuments that have been erected here for donors in a circular area. There are many who have committed themselves to reforestation. People and clubs from all over the world. But then I am amazed:

    In addition to completely normal boards, there are two that I would not have expected at all: Intel and Google. Is this board shaking my worldview right now? Admittedly, I don’t think much of Google & Co. until now. Sure, I use it every day. But I don’t like Google. There’s just too much discomfort there. Basically, when it comes to large corporations, I am now taking a rather radical position: we don’t need them. You no longer have any social responsibility. You are against us.

    And here is a good deed from Google? I find it good. Without any polemics. I wouldn’t have thought like that. Help in silence, without much fuss, without an advertising-effective end in itself. I find such a small stone pillar appropriate, not intrusive, not high-handed. Here Google and Intel line up among all the other, completely normal donors, whose names I have never heard, but to whom I pay my full respect.

    I don’t even care who gave how much here. Helping is not a competition. Anyone who has given the KKL only 20 euros here gives the whole thing a real chance. Unfortunately, I don’t have anything to give today. I would have loved to do it. But here I am right now thinking. I have to go on. The two foresters wave after me and call something after me in Hebrew. Definitely something like “good luck” or “all the best”. I’ve heard it before and it feels like a pat on the back.

    Once again I go back into the forest, follow the markings and overcome a few meters in altitude. I have to use my hands just past Foresters House. The trail follows an almost dry stream uphill. It’s idyllic here and pitch black. I have to expose for a long time with my camera. It’s already afternoon. Where should i stay Where should I go? Today I want to hike all the way to the coast, smell salt water! Not that easy, because my limbs are already quite tired and, according to the travel guide, I am already between the planned stages again. If I add everything up, including the detours, today I will probably have almost 40 kilometers and almost 1,000 meters of altitude when I reach the sea.

    An old lady gives me two apples that make me small, very small. And a group of young people give me water. The girls look like they have sprung from flower power. Did you smoke something? I dont know. Spontaneously they all hug me at the same time and start dancing with me. Today a kind of intoxication begins for me while walking. Intoxication doesn’t really hit it. Maybe trance is the better word. Today I have come so far, seen so much, everything on foot, that my brain apparently can no longer process it. Feelings of happiness are flowing through my entire body right now. I feel as light as a butterfly and feel incredible forces that carry me on and on. It passes a Byzantine spring. Lost, back again, past the girls again.

    We continue on narrow footpaths over clay. I smell it: the sea is not far anymore. Serpentine over serpentine leads me through an endless jungle in an incredible landscape. Another curve, another and then – I’m standing high above the Mediterranean coast. Deep blue spreads before my eyes. Two weeks of walking brought me to this vantage point. It is already cool, late afternoon, slightly cloudy. Here I want to take a break and eat a little.

    I feel a deep peace in me. No matter what happens, I’m in no rush today. Unfortunately my cell phone battery is dead, otherwise I would call my family now. Sitting there and nibbling on a piece of pita bread is good. I still have it from Isfiya, from the Arab family. And I still have the smile in front of my eyes with which they gave me the bread. Not just like that, they took both of my arms and wished me luck. Now is this happy moment when the little bread takes on a very special meaning again for me. Also in my life I will never forget the elderly lady who gave me the apples. She knelt in front of me because she wanted to sign on my pants.

    How far can I get here in Israel? I have already arrived. You can’t see, feel or experience more than that. Two young vacationers approach slowly from a distance, coming up the mountain to me with slippers. They are both between 18 and 20, the Russian accent. Both are totally exhausted and ask me how far it is to the Byzantine source. But first I ask her, like everyone else did to me: “Do you need water?” And both of them sit down immediately and say: “Yes, please.”

    Soon I’ll go alone again. It felt good to be able to help. My right foot is giving me problems. It is extremely painful and I begin to hobble. A pleasantly warm wind blows towards me from the sea. Below me I see green fields, meadows, agriculture. The path itself leads me on a sharp-edged and rocky high plateau parallel to the coast. The view is unique and sensational.

    After the descent, it goes over the rails and along a reed-lined stream to the coast. What could be done by car in a few minutes requires my last strength and a lot of time. Only when it is almost dark do I reach the beach. It is an unreal picture what is presented to me as a hiker here. Fresh sea water rushes over my bare feet. The beach is completely unspoilt for kilometers to the left and right. There are a couple of small huts next to me. At some distance I see a couple of fishermen and children playing, who take no notice of me. Then I speak to one of the men and ask if I can stay here next to the huts. He says that there is a hostel up in the village that he would definitely recommend to me personally. So I’m going back a mile to Jisr a-Zarka.

    Are you allowed to have prejudices? Prejudice is sometimes just a term for what could also be called gut instinct. And my gut feeling is getting worse with every meter into this village. I feel very strange here. Or the other way around, the people seem very strange to me here. You can meet Europeans almost everywhere in Israel. People who also look like you and me. People whose facial expressions and gestures are immediately familiar. And they are quiet people. Posh. Not intrusive. In Jisr a-Zarka I get a totally oppressive feeling. They’re not the people I’ve seen so far. Here, half-strong Arabs drive around in tuned cars. They look like the Bronx, make a mad rapper. I am seen by a thousand eyes. Will they attack me? Rob me? I have to laugh at the thought, because apart from the photo of my family, I have nothing with me that would really mean anything to me.

    Finally, I arrive safely and am in the middle of the main intersection of the small village in front of Juha’s Guesthouse. It looks very nice at reception. Ahmad receives me very politely. But I don’t have any money. To save myself any time I interrupt Ahmad’s enthusiastic presentation about his guesthouse with a brief “Sorry, I have no money”.

    “No money …?” Now echoes from Ahmad’s lips and at the same time a good ten young Arab boys fall silent. Once again Ahmad lets “Noooo money” melt on his lips and then he starts to laugh out loud.

    Hey man, I can give you reduce – but no money?” Ahmad probably knows only too well that pilgrims want to trade. And action certainly corresponds to the Arab mentality. But the fact that someone throws a “Njet” into the group from the start is somehow cheeky and funny. I can already hear from the back seats “Hey Ahmad, I don’t have any money right now, are you making me tea?” Now everyone is really laughing. Ahmad would like to courteously get the situation out of the world and says courteously: “No problem, we also take credit cards. You can pay tomorrow. “

    Somehow God seems to give me just the right inspiration. He lets me say, “Thank you, Ahmad. I want to ask you for a glass of water. I’ll drink it outside before I go. ”Then I ask him why there are all the Arabs here and I also ask if his guesthouse is new. Without waiting for an answer, I thank you again, turn around and leave. But I did the math without Ahmad.

    He pulls my shoulder back from behind and says: “Because Jisr a-Zarka is an Arab village.” Ahmad points to a chair occupied by the boys and says to me: “Sit down, please.” The four boys stand as if ordered Guys up and leave the table to us. “… and because we have to do something here,” continues Ahmad. “Do something against prejudice. And do something for the young people here. Jisr a-Zarka means translated: The bridge over the blue river. It should lead us into a good future. And now we finally have to take it in hand. “

    “Why did you come back?” Ahmad asks me. So he saw that I came back from the beach. “I was a little scared,” I tell him.

    “Yes,” he says, “so are many. Jisr a-Zarka was the city with the highest crime rate in Israel. ”“ Was! ”He emphasizes again. “We want to change that. And we’ve already changed a lot. ”Ahmad tells me that nothing has ever happened to a tourist here. On the contrary, it is true that everyone on the street dreams of the future, of a better future. Ahmad asks me something again, but I come back to my question. Juha’s Guesthouse is one of many projects that should give the people here a future. She is supposed to bring vacationers here. Ahmad raves about education. It is the key to peace. Then suddenly we are with the Koran, with the Bible. With “good” and “bad” Palestinians, with missed opportunities, with dreams and visions and – with a cup of tea.

    “See you tomorrow”, I answer him well, because I have the feeling that I am his guest. I share the sleeping area – nicely separated – with a Finnish student who, like many other students, is doing project work here in Jisr a-Zarka. Unsalaried! One of the young boys suddenly comes to our table and hands me my yellow cell phone. “Was out on the wall,” he says. There I took a selfie and took pictures with the camera – and left my cell phone behind. The fact that the young man brought me my cell phone didn’t match my prejudices either.

    Ahmad invites me to dinner with his family this evening. I get soup, millet and tea with his little children and his wife. And bread for tomorrow and: insight into life here. Again I have to find out that nothing here is the way the media want to make us know in a reduced way. Ahmad’s wife is Muslim and thoroughly emancipated. Ahmad treats her with great respect and loving care. They talk about Israel very differently than you might think. Ahmad loves Israel. It is his home. He has visions and goals. A good education for his daughters, for example. And he says that you have to do something for your country, give something if you can. You shouldn’t make it too easy for yourself. Don’t always see others to blame.

    “Have you seen the many forests?” Ahmad asks me. “Yes” I answer him and Ahmad says “’They’ don’t have that kind of thing”. Ahmad says “the”, by which he probably means “the” Palestinians or “the” Arabs. “We all have to learn that we are making the world good. It has to be green. Fish have to swim in the seas. This matters to all of us. Forest must grow on the ground. And we have to stop setting fire to the forest. Yes, we still have a lot to learn. “

    Ahmad’s wife has just got up and goes into the kitchen. Ahmad is silent. I think that I can’t even begin to guess what Ahmad was trying to tell me. I am also silent. Ahmad and I talked late into the night. What I hear is love and hope. What I don’t hear are bitterness or radical positions. I go back to Juha’s Guesthouse and suddenly the “dark alleys” don’t seem so dark anymore. Nobody hurts me here. I sleep soundly tonight and dream that the people here are all hugging each other.

    Book and poster are available here:

    Kuestenweg italiano excerpt:

    Terra bruciata e speranza

    Foto Israel National Trail, post Scorched Earth and Hope

    Israel National Trail: Tra le ceneri degli incendi boschivi da Kerem Maharal a Jisr a-Zarka

    Circa 30 chilometri, un dislivello totale di circa 580 metri. Consumo di acqua potabile 5 litri.

    Oggi l’Israel Trail mi porta a Foresters House nella Carmel Forest e poi nel Mediterraneo. Ma prima scoprirò oggi quanto è piccola una persona e quanto grandi devono essere le visioni per poter ricominciare ancora e ancora. Si tratta della foresta. Nella foresta sulle montagne del Carmelo, per essere precisi. Nel 2010 qui si sono verificati incendi boschivi di proporzioni quasi inimmaginabili. In questo “disastro del Carmelo” 17.000 persone furono evacuate, almeno 44 furono uccise e 1,5 milioni di alberi andarono perduti. Da Isfiya al Mar Mediterraneo, 15.000 ettari sono stati completamente bruciati qui. Chi, come turista, guarda i monumenti corrispondenti durante un viaggio in autobus non può nemmeno iniziare a immaginare queste dimensioni come persona. Cosa sono 15.000 ettari? O in altre parole: Cosa sono 150 milioni di metri quadrati? Devi percorrerla con i tuoi piedi per poter capire un’area del genere, penso tra me e me. Sono in viaggio da due giorni da quando Isfiya. Oggi è il terzo giorno che vago sulle montagne del Carmelo con le loro foreste. Oppure mettiamola in questo modo: vago tra ciò che è rimasto o ciò che è già di nuovo lì. Le superfici nude sono state con me da Isfiya. Vedo i resti degli incendi boschivi. Vedo rimboschimento. Ma sono stato fortunato negli ultimi due giorni, perché l’Israel Trail segue in gran parte le valli che sono state parzialmente risparmiate dal fuoco. Oggi mi sento come un piccolo granello di sabbia in una vasta area bruciata. Camminare in questa vasta area mi fa venire la pelle d’oca. Anche oggi, a distanza di anni, sento l’odore della cenere nell’aria. Intere catene di colline fino al lontano Mar Mediterraneo sono praticamente prive di qualsiasi vegetazione. Ma la cosa veramente brutta è che qui in Israele niente cresce da solo. Non è come in Germania che potresti lasciare un’area del genere a te stesso per alcuni anni prima che diventi di nuovo verde. Chiunque abbia piantato alberi qui come lavoro di una vita e li abbia persi nel fuoco deve aver perso la propria anima. Vagare qui a passo lento mi spezza il cuore! Può essere che come turista interessato tu possa farti un’idea, ma essere solo qui è brutto. Per un attimo decido che voglio sentire la terra. Voglio connettermi a lei, sentire cosa c’è. Mi tolgo le scarpe e metto un piede davanti all’altro. Sento spine, sassolini ed emaciato, terra marrone arrugginita. Posso sentire la perdita come se fosse accaduta ieri. I vecchi filamenti di radici carbonizzate odorano ancora mentre passano, come se stessero bruciando.

    In lontananza il cielo offre anche un’immagine stranamente cupa. Tra le fasce azzurre e quelle nuvolose si trova uno strato d’aria giallo sporco, come una fascia velenosa di zolfo appena emersa da un vulcano. Niente smog. Solo sabbia del Sahara.

    E Dio disse: Germogli la terra, erba ed erbe che portano seme e alberi fruttiferi sulla terra, ognuno dei quali porta frutto secondo la propria specie, in cui è il loro seme. E così è successo. (Genesi 1:11; L)

    Sto solo arrivando su una piccola collinetta. Migliaia e migliaia di bastoni di legno sporgono dalla terra qui. Lo so già, ma non su scala così gigantesca. La gente del KKL sta piantando un intero orizzonte di nuove foreste qui. Si può ottenere qualcosa di così gigantesco? “Sì”, sembra dire il fiorellino viola accanto al mio piede destro! E infatti: qualcosa sta sbocciando. Inevitabilmente, mi chino e la tocco. Un coraggioso pioniere, penso tra me. Un pioniere! Poi alzo lentamente lo sguardo e scopro che anche gli alberelli sui bastoncini di legno stanno diventando verdi. Wow! Nessuno si arrende qui. Grande. Di tanto in tanto mi imbatto in un paio di vecchi alberi che miracolosamente hanno sfidato il fuoco. Danno ombra ai giovani e tengono saldamente la terra con le loro radici. “Guarda qui, puoi crescere qui.”

    Poiché è piuttosto spinoso, mi rimetto le scarpe e continuo a camminare in discesa. A Forsters House incontro due silvicoltori del KKL che mi offrono un caffè, caffè israeliano! Non è paragonabile alla nostra acqua tedesca. I donatori tedeschi sembrano aver ottenuto molto qui. Qui si stanno costruendo anche piccoli alloggi per i pellegrini. Ma si tratta sempre dell’amore per la natura, la foresta, gli animali e le persone che possono essere ospiti qui. Dopo la mia breve visita a Foresters House, vado a piedi ai monumenti che sono stati eretti qui per i donatori in un’area circolare. Ci sono molti che si sono impegnati nel rimboschimento. Persone e club da tutto il mondo. Ma poi sono stupito:

    Oltre alle schede completamente normali, ce ne sono due che non mi sarei aspettato affatto: Intel e Google. Questa lavagna sta scuotendo la mia visione del mondo in questo momento? Certo, fino ad ora non penso molto a Google & Co. Certo, lo uso tutti i giorni. Ma non mi piace Google. C’è solo troppo disagio lì. In sostanza, quando si tratta di grandi società, ora sto assumendo una posizione piuttosto radicale: non ne abbiamo bisogno. Non hai più alcuna responsabilità sociale. Sei contro di noi.

    Ed ecco una buona azione di Google? Lo trovo buono Senza polemiche. Non avrei pensato così. Aiutare in silenzio, senza tante storie, senza un fine pubblicitario efficace fine a se stesso. Trovo un pilastro di pietra così piccolo appropriato, non invadente, non autocratico. Qui Google e Intel si allineano tra tutti gli altri donatori del tutto normali, di cui non ho mai sentito parlare, ma ai quali rendo tutto il rispetto.

    Non mi interessa nemmeno chi ha dato quanto qui. Aiutare non è una competizione. Chiunque abbia dato al KKL solo 20 euro qui dà al tutto una vera possibilità. Purtroppo oggi non ho niente da dare con me. Mi sarebbe piaciuto farlo. Ma adesso sono qui a pensare. Devo andare avanti. I due silvicoltori mi salutano e mi gridano qualcosa in ebraico. Sicuramente qualcosa come “buona fortuna” o “tutto il meglio”. L’ho già sentito e sembra una pacca sulla spalla.

    Ancora una volta torno nel bosco, seguo la segnaletica e supero qualche metro di dislivello. Devo usare le mani appena oltre Foresters House. Il sentiero segue un ruscello quasi asciutto in salita. È idilliaco qui e buio pesto. Devo esporre a lungo con la mia macchina fotografica. È già pomeriggio. Dove dovrei stare Dove dovrei andare? Oggi voglio fare un’escursione fino alla costa, odorare l’acqua salata! Non è così facile, perché le mie membra sono già abbastanza stanche e, secondo la guida, sono già di nuovo tra le tappe previste. Se sommo tutto, comprese le deviazioni, oggi avrò probabilmente quasi 40 chilometri e quasi 1.000 metri di dislivello quando raggiungerò il mare.

    Una vecchia signora mi regala due mele che mi fanno piccola, piccolissima. E un gruppo di giovani mi dà l’acqua. Le ragazze sembrano essere nate dal potere dei fiori. Hai fumato qualcosa? Non lo so. Spontaneamente mi abbracciano tutti insieme e iniziano a ballare con me. Oggi inizia per me una specie di intossicazione mentre cammino. L’intossicazione non lo colpisce davvero. Forse trance è la parola migliore. Oggi sono arrivato così lontano, ho visto così tanto, tutto a piedi, che il mio cervello apparentemente non può più elaborarlo. Sentimenti di felicità stanno fluendo in tutto il mio corpo in questo momento. Mi sento leggera come una farfalla e sento forze incredibili che mi portano avanti e avanti. Passa una sorgente bizantina. Perso, di nuovo indietro, di nuovo oltre le ragazze.

    Continuiamo su stretti sentieri su argilla. Lo sento: il mare non è più lontano. Serpentine over serpentine mi conduce attraverso una giungla infinita in un paesaggio incredibile. Un’altra curva, un’altra e poi … sono in piedi sopra la costa mediterranea. Il blu profondo si diffonde davanti ai miei occhi. Due settimane di cammino mi hanno portato a questo punto di osservazione. È già fresco, tardo pomeriggio, leggermente nuvoloso. Qui voglio fare una pausa e mangiare un po ‘.

    Sento una profonda pace in me. Qualunque cosa accada, oggi non ho fretta. Purtroppo la batteria del mio cellulare è scarica, altrimenti chiamerei la mia famiglia adesso. Sedersi lì e mordicchiare un pezzo di pane pita è buono. Ce l’ho ancora di Isfiya, della famiglia araba. E ho ancora davanti agli occhi il sorriso con cui mi hanno dato il pane. Non solo così, mi hanno preso entrambe le braccia e mi hanno augurato buona fortuna. Ora è quel momento felice in cui il piccolo pane assume di nuovo un significato molto speciale per me. Anche nella mia vita non dimenticherò mai l’anziana signora che mi ha dato le mele. Si è inginocchiata davanti a me perché voleva firmare i miei pantaloni.

    Quanto posso arrivare qui in Israele? Sono già arrivato. Non puoi vedere, sentire o sperimentare più di questo. Due giovani vacanzieri si avvicinano lentamente da lontano, arrivando su per la montagna con le pantofole. Hanno entrambi tra i 18 ei 20 anni, l’accento russo. Entrambi sono completamente esausti e mi chiedono quanto sia lontana dalla fonte bizantina. Tuttavia, prima le chiedo, come mi hanno fatto tutti gli altri: “Hai bisogno di acqua?” Ed entrambi si siedono immediatamente e dicono: “Sì, grazie”.

    Presto andrò di nuovo da solo. È stato bello poter aiutare. Ho problemi al piede destro. È estremamente doloroso e comincio a zoppicare. Un vento piacevolmente caldo soffia verso di me dal mare. Sotto di me vedo campi verdi, prati, agricoltura. Il sentiero stesso mi conduce su un altopiano aspro e roccioso parallelo alla costa. La vista è unica e sensazionale.

    Dopo la discesa, oltrepassa i binari e lungo un canneto fino alla costa. Quello che si può fare in macchina in pochi minuti richiede le mie ultime forze e molto tempo. Solo quando è quasi buio arrivo in spiaggia. È un’immagine irreale quello che mi viene presentato come escursionista qui. L’acqua di mare fresca scorre sui miei piedi nudi. La spiaggia è completamente incontaminata per chilometri a sinistra ea destra. Ci sono un paio di piccole capanne accanto a me. A una certa distanza vedo una coppia di pescatori e bambini che giocano, che non si accorgono di me. Poi parlo con uno degli uomini e chiedo se posso restare qui vicino alle capanne. Dice che c’è un ostello in paese che personalmente mi consiglierebbe sicuramente. Quindi torno indietro di un miglio a Jisr a-Zarka.

    Ti è permesso avere pregiudizi? Il pregiudizio a volte è solo un termine per quello che potrebbe anche essere chiamato istinto intestinale. E la mia sensazione viscerale peggiora a ogni metro in questo villaggio. Mi sento molto strano qui. O viceversa, le persone qui mi sembrano molto strane. Puoi incontrare europei quasi ovunque in Israele. Persone che somigliano anche a me e a te. Persone le cui espressioni facciali e gesti sono immediatamente familiari. E sono persone tranquille. Elegante. Non invadente. In Jisr a-Zarka provo una sensazione totalmente opprimente. Queste non sono le persone che ho visto finora. Qui, gli arabi a metà forza vanno in giro in auto sintonizzate. Sembrano il Bronx, fanno un rapper pazzo. Sono visto da mille occhi. Mi attaccheranno? Derubami? Devo ridere al pensiero, perché a parte la foto della mia famiglia, non ho nulla con me che significhi davvero qualcosa per me.

    Finalmente arrivo sano e salvo e mi trovo al centro dell’incrocio principale del piccolo villaggio di fronte a Juha’s Guesthouse. Sembra molto carino alla reception. Ahmad mi riceve molto educatamente. Ma non ho soldi. Per risparmiare ogni volta interrompo l’entusiasta presentazione di Ahmad sulla sua pensione con un breve “Mi dispiace, non ho soldi”.

    “Niente soldi …?” Ora echeggia dalle labbra di Ahmad e allo stesso tempo una buona decina di giovani arabi tacciono. Ancora una volta Ahmad lascia che “Noooo money” si sciolga sulle sue labbra e poi inizia a ridere.

    Ehi amico, posso darti una riduzione – ma niente soldi?” Ahmad probabilmente sa fin troppo bene che i pellegrini vogliono commerciare. E l’azione corrisponde certamente alla mentalità araba. Ma il fatto che qualcuno abbia lanciato un “Njet” nel gruppo dall’inizio è in qualche modo sfacciato e divertente. Posso già sentire dai sedili posteriori “Ehi Ahmad, non ho soldi in questo momento, mi stai preparando il tè?” Ora tutti stanno davvero ridendo. Ahmad vorrebbe portare cortesemente la situazione fuori dal mondo e dice cortesemente: “Nessun problema, accettiamo anche carte di credito. Puoi pagare domani. “

    In qualche modo sembra che Dio mi dia la giusta ispirazione. Mi lascia dire: “Grazie, Ahmad. Voglio chiederti un bicchiere d’acqua. Lo berrò fuori prima di andare. ”Poi gli chiedo perché ci sono tutti gli arabi qui e gli chiedo anche se la sua pensione è nuova. Senza aspettare una risposta, ti ringrazio ancora, voltati e me ne vado. Ma ho fatto i conti senza Ahmad.

    Mi tira indietro la spalla da dietro e dice: “Perché Jisr a-Zarka è un villaggio arabo”. Ahmad indica una sedia occupata dai ragazzi e mi dice: “Siediti, per favore.” Come per ordine, i quattro ragazzi si alzano Ragazzi alzate e lasciate il tavolo a noi. “… e perché dobbiamo fare qualcosa qui”, continua Ahmad. “Fai qualcosa contro il pregiudizio. E fai qualcosa per i giovani qui. Jisr a-Zarka significa tradotto: Il ponte sul fiume azzurro. Dovrebbe condurci in un buon futuro. E ora finalmente dobbiamo prenderlo in mano “.

    “Perché sei tornato?” Mi chiede Ahmad. Così ha visto che tornavo dalla spiaggia. “Ero un po ‘spaventato”, gli dico.

    “Sì,” dice, “così sono molti. Jisr a-Zarka era la città con il più alto tasso di criminalità in Israele. ”“ Era! ”Sottolinea di nuovo. “Vogliamo cambiarlo. E siamo già cambiati molto. ”Ahmad mi dice che non è mai successo niente a un turista qui. Al contrario, è vero che tutti per strada sognano il futuro, un futuro migliore. Ahmad mi chiede di nuovo qualcosa, ma torno alla mia domanda. Juha’s Guesthouse è uno dei tanti progetti che dovrebbero dare alle persone qui un futuro. Dovrebbe portare qui i vacanzieri. Ahmad è entusiasta dell’istruzione. È la chiave per la pace. Poi improvvisamente siamo con il Corano, con la Bibbia. Con palestinesi “buoni” e “cattivi”, con opportunità mancate, con sogni e visioni e – con una tazza di tè.

    “Ci vediamo domani” gli rispondo obbediente, perché ho la sensazione di essere suo ospite. Condivido la zona notte – ben separata – con uno studente finlandese che, come molti altri studenti, sta lavorando a progetti qui a Jisr a-Zarka. Non salato! Uno dei ragazzi viene improvvisamente al nostro tavolo e mi porge il mio cellulare giallo. “Era sul muro”, dice. Lì ho fatto un selfie e ho scattato foto con la fotocamera – e ho lasciato il cellulare dietro. Nemmeno il fatto che il giovane mi avesse portato il cellulare non corrispondeva ai miei pregiudizi.

    Ahmad mi invita a cena con la sua famiglia questa sera. Prendo zuppa, miglio e tè con i suoi bambini e sua moglie. E pane per domani e: visione della vita qui. Ancora una volta devo scoprire che niente qui è il modo in cui i media vogliono farci conoscere in modo ridotto. La moglie di Ahmad è musulmana ed è completamente emancipata. Ahmad la tratta con grande rispetto e amorevole cura. Parlano di Israele in modo molto diverso da quello che potresti pensare. Ahmad ama Israele. È casa sua. Ha visioni e obiettivi. Una buona educazione per le sue figlie, per esempio. E dice che devi fare qualcosa per il tuo paese, dare qualcosa se puoi. Non dovresti renderlo troppo facile per te stesso. Non vedo sempre gli altri da incolpare.

    “Hai visto le molte foreste?” Mi chiede Ahmad. “Sì” gli rispondo e Ahmad dice “’Loro’ non hanno quel genere di cose”. Ahmad dice “il”, con cui probabilmente intende “i” palestinesi o “gli” arabi. “Dobbiamo tutti imparare che stiamo rendendo il mondo buono. Deve essere verde. I pesci devono nuotare nei mari. Questo è importante per tutti noi. La foresta deve crescere sul terreno. E dobbiamo smetterla di dare fuoco alla foresta. Sì, abbiamo ancora molto da imparare “.

    La moglie di Ahmad si è appena alzata e va in cucina. Ahmad tace. Penso di non riuscire nemmeno a immaginare cosa stesse cercando di dirmi Ahmad. Anch’io tace. Ahmad e io abbiamo parlato fino a tarda notte. Quello che sento è amore e speranza. Quello che non sento sono amarezze o posizioni radicali. Torno alla Juha’s Guesthouse e all’improvviso i “vicoli bui” non sembrano più così bui. Nessuno mi ferisce qui. Stanotte dormo profondamente e sogno che le persone qui si abbracciano.

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