Israel – um Gottes Willen!

Wer sich für den Jakobsweg interessiert, hört vorher schon mal Kommentare wie „schaffst Du eh nicht“ oder „würde ich nie im Leben machen“. Abhalten lassen wird sich davon allerdings kaum einer. Zumal, wenn diese Kommentare ausgerechnet von denjenigen kommen, die vom Jakobsweg keinen blassen Schimmer haben und allenfalls einen kennen, der den H.P. Kerkeling womöglich mal gelesen hat.

Ein „Israelneuling“ kann jedoch bei seiner Idee, in „Israel“ zu Wandern, schon einmal ins Grübeln kommen, wenn er von plötzlich und unerwartet von vielen Seiten lautstark Schlechtes über das Heilige Land hört.

Sacha Stawski

Deshalb möchte ich mich heute mit einem unterhalten, der sich seit vielen Jahren unermüdlich für eine faire und differenzierte Berichterstattung einsetzt: Sacha Stawski. Sacha Stawski ist Vorsitzender und Chefredakteur von Honestly Concerned e.V. Zudem ist er Vorsitzender des Vereins ILI – I Like Israel und Veranstalter des Deutschen Israelkongresses.
Sacha Stawski im Gespräch mit Christian Seebauer:

Christian Sacha, wer sich für den Shvil Israel interessiert, möchte etwas Positives über Israel erfahren! (schweigt kurz) … manchmal gar nicht so einfach, oder?
Sacha Wer Israel direkt kennenlernt, kann nicht anders, als die Schönheit und Vielfalt Israels positiv zu erleben –in den Städten oder in der Natur. Israel-Besucher kommen häufig mit einem positiv veränderten Israelbild zurück. Und diese Berichte tragen dann zu einer positiveren Wahrnehmung von Israel in Deutschland bei und ermutigen andere, auch die Reise zu unternehmen.
Christian In den Medien wird oft negativ über Israel berichtet. Fast schon eine Sensation war: „BILD zeigt die Doku, die ARTE nicht zeigen will“.
Hat sich das Bild vom „armen Palästinenser“ und dem „übermächtigen Aggressor“ nicht längst in unseren Köpfen festgesetzt? Was ist hier schiefgelaufen?
Sacha Durch die BILD und wenige andere gibt es immer mal Lichtblicke in der Israel- und Nahost-Berichterstattung. Ansonsten überwiegen meist negative Stereotype. In gleicher Weise, wie Israel ungünstig dargestellt wird, werden die Palästinenser oft ebenso klischeemäßig, nur in diesem Fall eben positiv oder zumindest unkritisch, dargestellt. Kritik an Israel ist zulässig – wie sich ja auch in der israelischen Medienlandschaft zeigt. Es geht vielmehr darum, dass fair über Israel berichtet wird und nicht antiisraelische Stimmungen erzeugt werden.
Christian Wo kann man sich informieren, wenn man positive, oder zumindest faire Berichterstattung über Israel haben möchte?
Sacha Es sind in den Medien immer auch wieder gute Berichte zu finden, aber es gilt eben, die Berichterstattung kritisch zu prüfen. Und zum Glück gibt es ja auch noch die Jüdische Allgemeine oder Israelnetz, um nur zwei zu nennen, die ausführlicher über Israel berichten. Ein guter Weg, sich weitere Informationen zu beschaffen, sind natürlich die Angebote israelischer Medien, also beispielsweise die englischsprachigen Seiten der Jerusalem Post und der Times of Israel. Und wenn ich etwas Werbung in eigener Sache machen darf: Seitens Honestly Concerned veröffentlichen wir täglich über unsere Newsletter, die Website sowie Facebook und Twitter aktuelle Berichte und Kommentare im Sinne eines Pressespiegels und bieten mit unseren Kommentaren auch inhaltliche Einordnungen. Mit ILI – I Like Israel geben wir zudem einen wöchentlichen Newsletter heraus, der Meldungen aus Bereichen wie Wissenschaft, Kultur, Tourismus und Wirtschaft enthält und in erster Linie über Israel außerhalb des Konfliktfeldes berichtet.
Christian Israelforen finde ich gut und wichtig! Ich selbst muss manchmal jedoch etwas schmunzeln, wenn in einigen Posts dann buchstäblich alles – wirklich alles – in extremster Weise glorifiziert wird, was auch nur im Entferntesten irgendwie mit Israel zu tun haben könnte. Sag mal Sacha, darf man manches auch hinterfragen oder kritisieren? Darf man auch einmal schmunzeln? Kann man es sich leisten, manche Beiträge in einem Israelforum einfach „nicht zu liken“, ohne gleich den Status eines echten Israelfans zu verlieren? Ich bin nämlich einer!
Sacha Die internen Foren sind wichtig, ebenso natürlich auch die öffentlichen. Es ist ein Zusammenspiel, sich Informationen zu geben und diese zugleich auch einer breiteren Öffentlichkeit weiterzugeben. Dabei sind natürlich nicht alle immer zu jedem Thema einer Meinung. Aber es gibt sicherlich für jeden eine Menge, die einem persönlich an Israel gefällt, wenn man sich damit beschäftigt – dies wollen wir mit dem Namen und Konzept von „I Like Israel“ ausdrücken und vermitteln.
Christian Wer pauschal gegen Israel ist, wird zweifelsohne in einer gigantischen Meinungsblase perfekt von den Medien bedient. Warum findet eine faire Berichterstattung über Israel oftmals nur in geschlossenen Gruppen statt? Warum präsentieren sich diejenigen, die zu Israel stehen, nicht besser? Warum nicht geschlossener? Warum nicht spektakulärer?
Sacha Wir arbeiten stetig daran, mehr Öffentlichkeit zu erreichen – aber das Netzwerk derer, die sich für eine faire Berichterstattung über Israel einsetzen, ist mit Blick auf die Gesamtgesellschaft ziemlich klein. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele für das gemeinsame Anliegen engagieren. Jeder Facebook-Kommentar, jeder Leserbrief und jede Veranstaltung kann etwas dazu beitragen, dass das Verständnis für den Unterschied zwischen unfairer und fairer Berichterstattung über Israel bei weiteren Personen – insbesondere auch bei den Journalisten – wächst. Wir sollten zudem auch immer positive Beispiele herausstellen und nicht nur Medienkritik üben.

“Ursprungsland: Israel”

 

Erfreulich: “Ursprungsland: Israel.” Passend für Rosh Hashana: Granatäpfel bei einem Deutschen Discounter.

 
Christian Den Begriff Fakenews kennt jeder. Finanzierte Berichterstattung ist schwer zu durchschauen…

Sacha, was denkst Du: Wie stark ist die Meinungsbildung (gegen Israel) von Geld bestimmt? Konkret denke ich, dass pro-palästinensisches Engagement mit EU-Geldern bedient wird. Mit Geld meine ich nicht ein paar Euro, sondern so gigantische Summen, die man sich als Normalbürger gar nicht vorstellen kann. Irre ich mich da?

Sacha Natürlich werden die arabischen Medien meistens von Staatswegen finanziert. Das ist nicht unser Problem in Deutschland. Wir hängen von unseren deutschen Medien und deren Korrespondenten ab. Die sind wie auch die Redakteure in Hamburg, Berlin, Frankfurt oder München genauso Deutsche wie Du und ich. Keiner von denen dürfte arabisches Geld erhalten, um israelkritische Berichte zu schreiben. Das ist noch nie behauptet oder gar nachgewiesen worden. Ich sehe vielmehr ein Problem, dass viele Medienmitarbeiter mit fixen vorgeprägten Ideologien auftreten und meinen genau zu wissen, was in Nahost richtig oder eben falsch ist.

Da wird zum Beispiel die Zweistaatenlösung als ultimative Lösung für den Konflikt gesehen, und schlimmer noch: Von ihr hängt vermeintlich der Weltfrieden ab. Also wird jede israelische Aktion verurteilt als Gefährdung des Weltfriedens etwa in Irak oder Syrien. Die Siedlungspolitik wird so mutmaßlich zum Auslöser der Flüchtlingsproblematik in Europa hochstilisiert. Jeder Wohnungsneubau wird dargestellt, als ginge es um neue Siedlungen. Problematisch ist zum Beispiel, dass da extrem Israel-kritischen Nicht-Regierungsorganisationen wie Schweigen Brechen, Frieden Jetzt oder Betzelem blindlings geglaubt wird. Deren Angaben stellen sich oft als reine Erfindung oder Verdrehung heraus. Die werden in der Tat überwiegend vom Ausland finanziert, aber nicht von Arabern, sondern von der EU oder den Amerikanern.

I-LIKE-ISRAEL.deL Webseite

Für faire Berichterstattung: Die I-LIKE-ISRAEL.de Webseite

 

Christian „Wahäd, Ädnan, Tälata, Shukran“ – mein Arabisch hält sich in Grenzen (schmunzelt). Aber mit Händen und Füßen geht es schon! Es geht ja um die Zeit, die man sich nimmt! Es geht um den Respekt, den man einem anderen entgegen bringt.

Als Bettler ist es mir bis zum letzten Tag extrem schwergefallen, Menschen um etwas Essbares zu bitten. Mir war klar: Das waren fast immer Menschen, die selbst viel weniger hatten, als ich selbst. Wenn dir dann einer etwas zum Essen schenkt und du musst weinen, dann kannst du dich nicht dagegen wehren. Wenn dann aber der andere auch feuchte Augen bekommt, dich umarmt, obwohl er dich ja gar nicht kennt und obwohl du nach so langer Zeit stinkst, dann geht dir das wahnsinnig nahe. Du siehst aber so auch: Der andere hat Gefühle. Der andere kann gar nicht anders, als dich jetzt auch lieb zu haben.
Ich habe oft gefragt, warum sich Palästinenser und Israelis nicht einfach einmal umarmen. „Yes we do!“, habe ich oft erstaunt und sehr überzeugend gehört.
Warum hören wir nichts davon in unseren Medien? Warum lesen wir nichts von guten Projekten?

Sacha Das gibt es alles, viel mehr als man denkt. Etwa 100.000 Palästinenser wechseln täglich nach Israel zur Arbeit. Aber nur wenn ein junger Palästinenser oder eine zuhause zerstrittene junge Frau ein Messer zücken, um Juden zu ermorden, ist das ein Thema. Das bringt ihnen dann Ruhm ein, Schahid zu sein, als „Märtyrer“ für ihr Volk gestorben zu sein. Ihre Angehörigen erhalten dann großzügige Abfindungen und Renten. Wenn die israelische Polizei oder Sicherheitskräfte den Messerstecher erschießen, macht der Tod des Palästinensers Schlagzeilen, wobei oft verschwiegen wird, dass er gekommen ist, um zu morden. Das ist eine krankhafte Verdrehung der Wirklichkeit.
Christian Boycott, Divestment and Sanctions (dt. „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“, abgekürzt BDS) ist eine internationale und womöglich indirekt mit EU-Geldern geförderte Kampagne, die den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch kaputt machen will. Manche bestreiten sogar das Existenzrecht Israels. Woher stammt dieser blinde Hass auf Israel?
Sacha Ich habe da eine Gegenfrage: Woher stammt der Hass auf die Juden? Den gibt es seit über 2.000 Jahren und ist genauso irrational wie BDS. Die Aktivisten von BDS wollen Israel mit allen Mitteln schädigen und zerstören, aber die Leidtragenden sind bei genauem Hinschauen eher Palästinenser.

 

Christian Seebauer bekommt auf seinem Shvil Israel Wasser geschenkt

“In Israel wäre keiner auf die Idee gekommen, mich als Deutschen auf meiner Wanderung zu boykottieren!”

 

Christian Sacha, ich habe unterwegs auch viele arabische Israelis auf ein Gespräch am „Erdboden“ getroffen: Palästinenser, Beduinen, legale Arbeiter und Illegale. Alle haben mir geholfen, mich zu einem Tee eingeladen, Pitabrot und Datteln für meine harte Reise geschenkt. Wie haben uns über so vieles unterhalten, gelacht und geweint. Doch nie – wirklich nie – habe ich von irgendeinem den Wunsch nach einer Zweistaatenlösung gehört.

Krass gefragt: Habe ich die Falschen getroffen?

Sacha Das wundert mich nicht. Die Zweistaatenlösung wurde von Tito für Deutschland erfunden und dann von den Nordvietnamesen als Täuschungsmittel, um Südvietnam zu schlucken. Hätte Deutschland Titos Vorschlag angenommen, wäre es nicht zur Wiedervereinigung gekommen. Die Zweistaatenlösung für Nahost klingt vielleicht bei der UNO, in den USA oder bei der EU „vernünftig“. Auch viele Israelis glauben an sie, um die Palästinenser loszuwerden. Aber die Palästinenser weigern sich sogar, ihren eigenen Staat auszurufen. Die Zweistaatenlösung bleibt ein naives Hirngespinst, solange die Araber und allen voran die Palästinenser eine Anerkennung Israels als jüdischer Staat verweigern.

 

Christian Ich habe von vielen gehört: “Wir wissen nicht, wie die Lösung aussieht, aber wir glauben an etwas Friedliches, an was Gemeinsames, an etwas Gutes. …” Alles nur total naiv?
Sacha Nein. Die Frage ist, unter welchen politischen Umständen und Bedingungen. Es gibt da viele Modelle. Nur solange Israel von Iran, der Hisbollah, der Hamas und anderen mit Vernichtung bedroht wird, ist Frieden undenkbar. Denn das bedeutet Krieg und die Juden haben schon vor einigen Jahrzehnten die Erfahrung gemacht, solche Drohungen tunlichst wörtlich zu nehmen. Und wer ständig, geradezu obsessiv nach einer Lösung für Nahost sucht, sollte erst einmal die eigenen Probleme daheim lösen. Tausende ertrinken im Mittelmeer, weil die EU ihre Außengrenzen mit Mauern versperrt hat, amerikanische Städte und sogar Viertel in Deutschland können von der Polizei nicht mehr betreten werden. Es gibt besetzte Gebiete mitten in Europa, zum Beispiel Nordzypern.
Christian Mittendrin in deinem eigenen Weltbild sagt die 18-Jährige Tochter aus heiterem Himmel dem Vater. „Papa, da will ich hin, ich will nach Israel“ …
Freude. Ängste. Gefühle. Wie sollte man reagieren?
Sacha Warum nicht? Israel ist letztlich sicherer als Berlin, Marseille, Kopenhagen oder Paris. Es ist ein moderner aufstrebender Staat, in dem gerade junge Menschen beste Aufstiegschancen haben, eine internationale Karriere zu machen. Falls die 18-jährige Tochter Jüdin sein sollte, bräuchte sie sich nicht vor Antisemitismus fürchten, sondern könnte ein freies Leben führen, was für Juden mitten in Europa zunehmend schwieriger wird.
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Christian Die EU schickt Milliarden nach Gaza und in das Westjordanland, Wohin fließt all dieses viele Geld?
Sacha Über dieses Thema wird noch viel zu wenig berichtet. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und die PLO, beide unter der Führung von Mahmud Abbas, zahlen Gehälter an Terroristen und deren Familien und benennen Schulen, Straßen, Einrichtungen und Veranstaltungen nach Attentätern. Auch deutsche Steuergelder ermöglichen dies, u.a. durch Budgetentlastungen der PA. Es ist zu hoffen, dass das Engagement von Organisationen und auch einzelnen deutschen Politikern, die hierzu kritisch nachfragen und Konsequenzen anmahnen, Erfolg haben wird.
Christian Aron Kamphausen hat nicht nur den Israel National Trail komplett durchwandert, sondern ist auch nach Kontaktierung der autonomie Behörde auf „palästinensischen Trails“ gewandert. Er sagt, dass Wandern die Seelen verbindet und dass es noch so viele unbekannte Wanderwege gibt, die man gehen sollte. Dabei wagt er sich mit seinen Füßen und seinen Gedanken über alle Grenzen hinaus auf…
Sacha Ich sage ja immer: Koffer packen und los. Mit etwas Planung gibt es äußerst preiswerte Flüge und die Übernachtungsmöglichkeiten – auch außerhalb der Luxusherbergen – sind vielfältig. Es gibt so viel zu sehen…
Christian In Israel findet man Palästinenser, die Israel lieben und Israelis, die sich für Palästinenser einsetzen, als wäre es ihre eigene Familie…
Sacha Tja, das hängt oft von eigenen Erfahrungen, den Lebensumständen und anderen Faktoren ab. Wobei man da auch beachten sollte, dass Araber oder selten auch mal Palästinenser, die Israel „lieben“, als „rechtsgerichtet“ und schlimmer verachtet werden. In ihren eigenen Familien und Kreisen gelten sie oft als ausgestoßene erachtete Verräter. Umgekehrt gibt es viele, überwiegend linksgerichtete Israelis, vor allem in Tel Aviv, die sich für die Mitte der Gesellschaft halten. Und dann gibt es noch Siedler, Ärzte, Militärs und viele andere, die Palästinensern täglich begegnen, mit ihnen zusammenarbeiten und in unmittelbarer Nachbarschaft leben. Für die sind die „Anderen“ ganz einfach Menschen. Genauso würdest Du wohl einem Wolgadeutschen nicht als Fremdem mit Migrationshintergrund oder gar als russischem Feind begegnen.
Christian In meinem Buch konnte ich längst nicht alles erzählen, was passiert ist: z.B. die Geschichte von einem Palästinenser, der mir Pitabrot geschenkt hat, in Tränen ausgebrochen ist und meinte, dass er jeden verdammten Tag dafür bete, dass eines seiner Kinder irgendwann den Mut aufbringen möge, einem Juden etwas Gutes zu tun, um… (und dann schwieg er für eine unendliche halbe Stunde).
„Sie haben mich in ihrem Krankenhaus behandelt!“
Sacha Das ist leider ein Teil menschlichen Verhaltens. Selbst extreme Erlebnisse, etwa nachdem ein Feind Dir das Leben gerettet hat, wird Deine politischen Vorstellungen oder Deine Weltanschauung nicht grundlegend verändern. Denk doch nur mal an Deutschland, wo Juden und Christen jahrhundertelang als Nachbarn und Freunde zusammengelebt haben. Aber unter dem Nationalsozialismus gab es nur ganz wenige, die den Mut aufbrachten, Juden aufzunehmen und vor den Häschern zu schützen.
Hadassah Medical Center in Jerusalem - IsraelHadassah Medical Center in Jerusalem - Israel

Das Hadassah Medical Center in Jerusalem

 

 

Das Hadassah Krankenhaus:  Jüdische wie muslimische Ärzte behandeln hier jeden!

 

Christian In Deutschland scheint es diese fein differenzierten Zwischentöne nicht zu geben. Ich weiß schon, Tabuthema Migration. Trotzdem möchte ich Dich fragen: Sacha, haben wir ein importiertes Hassproblem gegen westliche Werte und ganz besonders gegen Israel?
Sacha Viele der Flüchtlinge, die in den letzten zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind, stammen aus islamisch geprägten Herkunftsländern, in denen ein allgemeiner Hass gegen Juden und Israel gepflegt und gepredigt wird. Zudem gab und gibt es Antiisraelismus und Antisemitismus bereits in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft – die Herausforderung ist also nicht neu, aber sicherlich nun noch größer.
Christian Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Israelhetze, z.B. in Form von „Wasserraub . de“ wird gefördert „aus Mitteln des BMZ“, also des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ich habe das Ministerium angeschriebn und eine zweiseitige Antwort erhalten. Nicht direkt auf meine Fragen, aber konkret dahingehend, ich solle es doch genauso machen, um gefördert zu werden!
Sacha Ja, leider gibt es viel zu viele „Projekte“, die aus öffentlicher Hand gefördert werden, die in Wahrheit nichts anderes als übelste Hetze sind. Eine detaillierte Prüfung der Projekte bleibt aus. Wie es bei der Seite Wasserraub.de aber jemals überhaupt zu einer Förderung kommen konnte, ist mir völlig unverständlich. Aber wie gesagt: Die Liste an fragwürdigen Projekten ist lang, wie wir nicht zuletzt dank unserer eigenen Arbeit und der von NGO Watch und anderen Seiten wissen.

Fördergelder vom Bund und von Berlin?

Christian Sacha, eine private Frage: Würdest Du Deinen Sohn allein nach Israel lassen, wenn er alt genug ist und dies will?
Sacha Auf jeden Fall. Wir fahren auch jetzt schon regelmäßig nach Israel und machen dort Urlaub. Warum nicht?
Christian Meine älteste Tochter möchte ihr Englisch verbessern. Sie hat mich gefragt, ob sie dafür nicht nach Israel gehen könne?
Sacha Das wäre sicher eine Möglichkeit, vor allem eine, die auch mit viel Spaß verbunden ist, denn die Israelis wissen wirklich das Leben zu genießen – und das rund um die Uhr. Aber um wirklich Englisch zu lernen, würde ich sie eher nach England oder in die USA schicken.

Hier ist das bunte Leben! Luftaufnahme Tel Aviv/ Jaffa von Google Earth

 

 

 

Christian Sacha, wir beide werden die Welt nicht verändern. Dein unermüdliches und großartiges Engagement verstehe ich eher so als eine Art Zugangsweg, den man nehmen kann, wenn man denn nur möchte?
Sacha Danke. Es ist jedoch hart.
Christian Was treibt Dich an? Woher nimmst Du Deine Kraft?
Sacha Ich engagiere mich bei Dingen, die mir wichtig sind, dazu gehört Israel als sicherer Zufluchtsort für Juden, aber genauso der Kampf gegen Antisemitismus hier in Deutschland. Das ist eine Krankheit, die uns schon einmal zerstört hat. Ich habe viele Jahre in England und den USA gelebt. Vor allem in den USA habe ich – zumindest zum damaligen Zeitpunkt noch – erlebt, wie ein Leben frei von täglichen antisemitischen Vorurteilen, Antizionismus und dem ständigen Gefühl, als Jude „anders“ zu sein als der Rest der Bevölkerung, sein kann. Es ist dieses Selbstverständnis, dass man als Jude frei nach dem eigenen Glauben leben, wie auch zu Israel stehen kann, wonach ich jeden Tag strebe und was mir Kraft gibt. Darüber hinaus finde ich, dass es heuchlerisch wäre, in Deutschland zu leben, aber ständig über alles Mögliche zu klagen, gleichzeitig aber nicht selber aktiv zu werden.
Christian Du glaubst also fest daran, dass jedes Tun auch etwas Positives bewirken kann?
Sacha Auf jeden Fall bewirkt man mit Tun eher etwas Positives als durch Nichts-Tun.
Christian Wollen wir unser Gespräch eines Tages am Lagerfeuer mitten in der Wüste Negev fortsetzen? Gerne auch am Poleg Beach? Ich würde mich riesig freuen! Was sagen wir nun einem Israelneuling, der von seinem ganz eigenen Weg träumt?
Sacha Möge er nach Israel kommen, dann kann er selber auswählen, wo es ihm am liebsten ist, am Strand, in der Wüste, im Silicon Valley des Nahen Ostens, im Restaurant in Tel Aviv oder bei einer romantischen Heiligen Stätte in Jerusalem. In Israel gibt es alles und für jeden.

Israel – um Gottes Willen, ja!

Danke Sacha Stawski, für diese wahnsinnig offenen und ehrlichen Worte.

 

Über Sacha Stawski:

 

Sacha Stawski ist Vorsitzender und Chefredakteur von Honestly Concerned e.V. Zudem ist er Vorsitzender des Vereins ILI – I Like Israel und Veranstalter des Deutschen Israelkongresses, der 2018 bereits zum fünften Mal seit 2010 stattfinden wird. Sacha Stawski hat einen Bachelor of Arts in Economics der Clark University und einen Master of Business Administration der University of Chicago. Er ist Mitherausgeber und Co-Autor des Buches „Neu-alter Judenhass – Antisemitismus, arabisch-israelischer Konflikt und europäische Politik“ (Berlin: Verlag Berlin-Brandenburg, 2006, 2. Aufl. 2007, hg. mit Klaus Faber, Julius H. Schoeps und Sacha Stawski).

 

Kontakt:
Sacha Stawski
sstawski@honestly-concerned.org

Links:

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  • Siehe auch: https://www.audiatur-online.ch/2017/09/18/palaestinensischer-und-juedischer-arzt-retten-leben-im-hadassah-spital/

Fotos:

Sandstorm: NASA images by Jeff Schmaltz, LANCE/EOSDIS Rapid Response. Caption by Adam Voiland. , Ministry of Tourism/ Noam Chen, (c) fotolia/ pixarno, Rafael Ben-Ari, (c) Andy Eggert, Google Earth, (c) oranitevent.com

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