Fliegt einfach hin, verwerft die Bedenken

Wer selbst schon einmal in Israel war, bringt garantiert viele Emotionen mit nach Hause. Wie ist Israel eigentlich wirklich? Wie ist das wahre und lebendige Israel abseits der Medien, jenseits der Politik?

Darüber sprechen wir heute mit einem, der Israel und seine Menschen seit vielen Jahren extrem prominent unterstützt: Andreas Boldt.

Andreas Boldt vor atemberaubender israelischen Kulisse am Kraterrand des Ramon Kraters bei Mitzpe Ramon. Exakt hier verläuft auch der Israel National Trail

“…sie lieben das Leben, machen gern Sport, lachen gern, feiern gerne und diskutieren gern.”

Christian Andreas, Israel und seine Menschen sind ziemlich anders, als wir es so in den Medien erfahren…
Andreas Allerdings! Israelis sind Menschen wie wir auch, sie lieben das Leben, machen gern Sport, lachen gern, feiern gerne und diskutieren gern.

In unseren Medien werden oft Vorurteile geschürt und somit ein völlig falsches Bild über Juden geprägt. Die meisten Touristen erzählen mir, dass sie überrascht sind, dass Israelis so offen und so lebensfroh sind. Aus den Medien haben viele den Eindruck, Israelis seien alles religiöse Extremisten. Das hält viele davon ab nach Israel zu kommen. Ist man erstmal da, ist man überrascht, dass das Gegenteil richtig ist.

Ein junger Israeli (links) begeistert seine Freunde aus Deutschland (rechts) und USA (Mitte) am Mt. Arbel mit selbst gepflückten Mandeln und veganen wie mediterranen  Leckerbissen

Christian Beginnen wir mit einem wunderbaren Post, den Du Deinen Freunden gerade gezeigt hast. Du kommentierst „Early morning, breakfast the Israeli way: Shakshuka Israeli“

Wie ist eigentlich das Essen in Israel? Manche Leser/Innen können sich unter „koscher“ noch nicht so viel vorstellen. Müssen sie auf etwas verzichten?

Andreas Verzichten muss man in Israel kulinarisch auf nichts. Israel bietet eine sehr abwechslungsreiche Küche. Die Gerichte sind durchgehend sehr lecker. In der Regel bekommt man als Tourist gar nicht mit, dass man Kosher isst. Humus, Falafel, Shawarma… man sollte alles ausprobieren. Zum Frühstück empfehle ich Shakshuka.

Koscher ist lecker und gesund!

Koscheres israelisches Frühstück ist extrem lecker!

“Die Menschen in Israel leben viel bewusster”

Christian Viele Israelfans bekommen Fernweh, wenn sie mitbekommen, dass einer ihrer Freunde gerade wieder einmal nach Israel fliegt. Ist Israel ansteckend? (lacht)
Andreas Ich war jetzt 14 mal dort. Habe immer wieder Freunde und Bekannte mitgenommen und alle wollten wiederkommen.

Wer einmal in Israel war, kommt auch ein zweites Mal. Die Herausforderung ist nur, dass man Menschen die Bedenken ausräumt, dass sie das erste Mal hin fliegen.

Christian In unserem Outdoor-Blog erreichen wir Menschen mit den Interessen „Pilgern“, „Wandern“, „Allein sein“, „Outdoor“, „Einmal im Leben aussteigen“, „Ist der Jakobsweg überlaufen?“, „Alternativen Jakobsweg“. Kaum einer googelt gezielt nach Israel. Viele kommen nur hierher, weil sie etwas suchen, was ihrem Leben einen neuen Sinn geben könnte…

Krasse Frage: Kann Israel einem Suchenden, neue Impulse für sein Leben geben?

Andreas Ganz klares JA. Aufgrund der Geschichte Israels und des jüdischen Volkes, leben die Menschen in Israel viel bewusster. Die Konfrontation mit Terror, Antisemitismus, Verfolgung über Jahrhunderte, prägen die Menschen und führen zu einem intensiveren Lebensstil. Es ist schwer das in Worte zu kleiden, man muss es erleben. Wer religiös ist hat in Israel auf jeden Fall viel zu finden, aber Atheisten nicht weniger. Die Gesellschaft in Israel hat für jeden etwas zu bieten. Ich spreche da aus Erfahrung.

Andreas Boldt in Israel. Unendliche Weiten und pure Freiheit! Gefühle und Verbundenheit!

“Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft sind besonders ausgeprägt… fliegt hin, es ist sicher

Christian In unserem Blog vermeiden wir es, jemanden eine bestimmte Religion „auf’s Auge zu drücken“. Ich selbst wurde römisch katholisch erzogen und bin noch immer auf der Suche nach meinen Wurzeln. Je weiter ich zurück gehe, umso interessanter und bewegender wird es. Und wenn man ganz weit zurück geht, dann sind unsere Wurzeln wohl alle etwas jüdisch, oder? (schmunzelt erst, dann sehr nachdenklich)
Andreas Ja, das Judentum ist die Mutter der monotheistischen Religionen. Ich selbst bin christlich erzogen und aufgewachsen. Bin heute aber nicht religiös. Jedoch sind unsere westlichen Werte ohne Juden nicht denkbar.

Unsere Wissenschaftlichen Errungenschaften sind ohne Juden nicht denkbar. Ich erwähne nur Einstein.

Juden haben seit Jahrtausenden, dank ihrer starken Bildung, stark die Entwicklung unserer westlichen Gesellschaft beeinflusst. Auf religiöser, auf philosophischer und auf wissenschaftlicher Ebene.

Christian Andreas, nehmen wir an, das draußen träumt gerade jemand vom Jakobsweg, also von seinem ganz eigenen Weg. Durch Zufall stößt er auf den „Israel-Trail“. Fasziniert. Gebannt. Liebe auf den ersten Blick. Dann aber kommen die Fragen und leider auch die sog. guten Ratschläge der Freunde und Bekannten… „Was? Israel?“, „viel zu gefährlich!!!!“, „schaffst Du nie im Leben!“, , „bist du jetzt völlig durchgeknallt?“. Ich könnte hier unendlich weiter machen. Fakt ist: Wer bei seinen Freunden auch nur das Wort „Israel-Trail“ in den Mund nimmt, könnte einen Shit-Storm der „guten Ratschläge“ erleben!

Was wäre Dein persönlicher Rat?

Andreas Das ist das Widersprüchlichste überhaupt. Ich werde auf meiner Facebookseite oft mit der Frage konfrontiert…

Israel ist ein Synonym für Sicherheit. Die GSG 9, die deutsche Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung und Geiselbefreiung, wurde zum Beispiel nach israelischem Vorbild und aktiver Unterstützung aus Israel aufgebaut.

Israelische Sicherheitsberater trainieren auf Flughäfen weltweit Sicherheitspersonal.

Wir werden selten von Freunden davor gewarnt Auto zu fahren, dabei ist das Risiko eines Autounfalls viel höher als dass in Israel ein Tourist einen Terroranschlag erlebt.
Zumal wir spätestens nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz zu Weihnachten in Berlin wissen, dass es auch hier in Deutschland genauso passiert. Mit dem Unterschied, dass wir viel weniger vorbereitet sind und auch weniger Erfahrung auf dem Gebiet haben.
Wie bereits erwähnt, ich war 14 mal in Israel und war immer sicher.

Ich gebe immer die gleiche Antwort: fliegt hin, es ist sicher. Bisher haben mir alle hinterher berichtet, dass sie sich sicherer als in Deutschland gefühlt haben.

Christian Shlomo Zaid vom Carmel Hotel hat mir eine Unterkunft geschenkt und auch etwas zu Essen. Er wollte kein Geld, aber es war ihm wichtig, dass ich in die Synagoge gehe und den lieben Gott um seinen Segen für meine Reise bitte. Er lieh mir hierfür sogar sein eigenes weißes Hemd und seine eigene Kippa. Eine Kippa hatte ich noch nie auf. Ich kam mir unbeholfen vor und dachte, dass mich die Menschen in Tsafed auslachen würden.

Das Gegenteil war der Fall. Jeder sah, dass ich ein Wanderer bin und die Kippa irgendwie nicht zu mir gehörte. Doch viele begleiteten mich spontan mit einem herzlichen „Wow, great, welcome, welcome!“. Einer sagte mir: „Our God is your God my friend, same same“.

Andreas, ganz persönliche Frage, was bedeutet Dir Nächstenliebe? Was bedeutet Dir ein guter Rat? Glaube?

Andreas Nächstenliebe ist das, was uns Menschen menschlich macht. Wir sollten uns gegenseitig unterstützen, das macht glücklich. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft in Israel sind besonders ausgeprägt. Das fällt ziemlich schnell auf. Ein gutgemeinter Rat ist mir immer willkommen. Wir Menschen haben alle andere Erfahrungen und das sind oft Schätze.

Glaube? Ich bin nicht religiös, ich glaube aber an Werte wie Loyalität, Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Respekt und Toleranz. Glaube aber auch an Selbstverteidigung.

Israel ist bunt, weltoffen und so cool! Es ist einfach anders, als man es uns in den Medien vermitteln möchte.

Israel ist bunt, weltoffen und cool! Es ist einfach anders, als man es uns in den Medien vermitteln möchte.

Christian Das typische Totschlag-Argument ist ja aus dem Freundeskreis gerne mal „Israel, Hamas, Bomben, Raketen“. Mehr muss man eigentlich gar nicht sagen, um jemanden total zu verunsichern oder seine Pläne vom Israel-Trail vollkommen zu diskreditieren. Andreas, wie sicher/unsicher ist Israel für einen Wanderer? Kann man Israel „überleben“?
Andreas Ich bin oft in der Negevwüste gewesen, ich bin im Grünen Norden gewesen, oft nur zu zweit. Ich habe die unterschiedlichsten Landschaften in Israel bestaunt – aber unsicher hab ich mich nur gefühlt, wenn ich nicht wusste was ich zuerst oder zuletzt probieren sollte bei den reich gedeckten Tischen bei Freunden.

Ich bin im Golan gewandert, habe an der Grenze Syriens gestanden. Ja, hinter der Grenze habe ich tatsächlich Krieg gehört, Bombeneinschläge. Israel ist eine Insel der Sicherheit im Nahen Osten.

Christian „Israelfans“ sind ja oft so eine eingeschworene Gemeinschaft und „Israelneulinge“ fühlen sich da womöglich ziemlich fremd. Was würdest du Israelneulingen dazu sagen?
Andreas Es heißt oft, das Thema Israel, der „Nahostkonflikt“ seien kompliziert. Anfangs ist es für Neulinge schwierig mit zu diskutieren. Das Problem ist aber, nicht, dass der „Nahostkonflikt“ komplexer ist als die deutsche Geschichte in den letzten 100 Jahren, Problem ist, dass es viel falsche Propaganda gibt und die Meisten sich nicht wirklich mit der Geschichte Israels auseinandergesetzt haben.

Die Israelfreunde sind ein bunter Haufen, Christen, Atheisten, Agnostiker, das gesamte politische Spektrum ist vertreten. Ich rate einfach etwas Offenheit und Kritikbereitschaft mitzubringen und man wird schnell echte Freunde finden.

Christian Nehmen wir an, der Ehemann hat einen Burnout und möchte 3 Wochen am Israel Trail wandern. Was würdest Du der Ehefrau und den Kindern als guter Freund sagen wollen… ?
Andreas Unterstützt den Mann bei seiner Auszeit, es wird sich für ihn und damit auch die Familie auszahlen.
Christian O.k. Nehmen wir an, es wäre umgekehrt. Die Ehefrau braucht eine Auszeit…
Andreas Ich glaube übrigens an Gleichberechtigung, die Frau wird in Israel genauso neue Kraft schöpfen und sollte sich auf eine Reise einlassen.
Christian Muss man eigentlich ein paar Worte Hebräisch können, wenn man nach Israel kommt? Und falls ja, was sollte man können?
Andreas Bei meinem Urlaub Anfang November habe ich mehr deutsch als hebräisch gehört

Israel sprachlich wie „Babylon“ – es sind alle Sprachen dieser Welt vertreten. Hebräisch ist nicht notwendig, Englisch oder Russisch funktionieren auch sehr gut. Aber generell gilt, man kann sich immer irgendwie verständigen – und wenn es mit dem Googleübersetzer ist.
Ein hebräischer Satz öffnet allerdings immer Herzen: Ani me Germania ve ani ohev et Israel. (Ich bin aus Deutschland und ich liebe Israel)

Jeder erlebt in Jerusalem seine Gefühle extrem hautnah. Garantiert! Ich liebe Israel!

Christian 3 Gründe, warum man Israel unbedingt einmal bereisen sollte…
Andreas Wegen der wunderbaren Menschen.

Wegen der atemberaubenden Geschichte.

Wegen der vielfältigen und wunderschönen Landschaften.

Freiheit erleben in Israel am Israel Trail, hier steht das Zelt am Nahal Yemin Canyon

“Fliegt einfach hin, verwerft die Bedenken”

Christian Weshalb man sich auch bei uns zu Hause für Israel, für Juden in Deutschland und für unsere Freundschaft aktiv einsetzen sollte…
Andreas Immer dann, wenn es Juden schlecht ging, ging es auch, mit leichter zeitlicher Verzögerung, dem Rest der Gesellschaft schlecht. Israel ist wie eine Versicherung gegen Verfolgung und Hass für Juden. Der Holocaust hätte so nicht stattfinden können, hätte Israel damals schon existiert.

Der Einsatz für Israel und jüdische Mitmenschen hat mir viele tolle Freunde gebracht. Das ist ein weiterer schöner Grund sich zu engagieren.

Support Israel. Genau das ist es, was auch Andreas tut.

Christian Was wünscht Du jemandem, der noch nie in Israel war?
Andreas Fliegt einfach hin, verwerft die Bedenken.

Wow, danke lieber Andreas, dass Du uns so schöne und tiefgreifende Einsichten gegeben hast. Dein Engagement für Israel und ein gutes deutsch-jüdisches Zusammenleben ist Begeisterung und Ehrenamt. Das unserer Redaktion auch. Liebe Leserin. Lieber Leser. Wir freuen uns über Deine ideele Unterstützung und nehmen Deine Anerkennung garantiert persönlich. Danke, wenn Du unserer Redaktion einen Kaffee ausgeben möchtest und eine positive Israel-Berichterstattung unterstützt. Danke für Dein großartiges Engagement!

Fotos: (c) Andreas Boldt, Christian Seebauer, Johannes Elze

 

Über Andreas Boldt:

Gründer der größten deutschen pro Israel Seite auf Facebook:
https://www.facebook.com/Freunde.Israels

Motto: Zusammen sind wir Stärker!

Kontakt:

Facebook: www.facebook.com/xBoas

eMail: atretes3@gmail.com

 

 

Akazie in Israel, Foto Christian Seebauer

Bäume für Israel schenken

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Bäume für Israel zu schenken? Pflanzen Sie in Ihrem Namen oder im Namen von Freunden, Bekannten oder Verwandten, denen Sie eine persönliche und sinnvolle Freude bereiten wollen, Bäume in Israel.

Und so schenken Sie Bäume

Einfach pro Baum, den Sie verschenken möchten, 18 EURO je Baum plus 1,50 EURO für Porto und Bearbeitungsgebühren überweisen und Ihre Wünsche mit dem Überweisungsauftrag an uns senden.

Die von Ihnen Beschenkten (oder Sie selbst) erhalten umgehend die Urkunde für das Baumgeschenk.

 

https://www.jnf-kkl.de/d/baeume_schenken.htm

Buch und Poster gibt es hier:

Ich freue mich, wenn Du diese Bücher direkt bei mir bestellen möchtest! Gerne mit persönlicher handschriftlicher Widmung. Handsigniert. Optimal als Geschenk.


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