Über die richtige Ausrüstung für den Shvil Israel

Egal ob Israel-Trail oder Jakobsweg: Die richtige Ausrüstung ist ein ganz wesentlicher Faktor auf einer Wanderung. Dass man dabei jedoch keineswegs immer nur das Beste und Teuerste braucht, um gut anzukommen, erzählt uns Bernhard Navratil von outdoorer.net und outdoorshop123.com. Mit Bernhard spreche ich heute über Rucksäcke, Isomatten, Zelte und Schlafsäcke für den Shvil Israel.

Morgendlicher Aufbruch am Israel Trail vom Mador Night Camp: Hier draussen zählt die Motivation und die richtige Ausrüstung

 

Rucksack: Auf was es ankommt

Christian Auf meinen vielen Wanderungen habe ich immer wieder die gleichen Fehler gemacht: Viel zu viel Gepäck! Hätte ich nur vorher schon ein wenig nachgedacht (lacht)…
Bernhard Das ist absolut verständlich! Gerade auf den ersten Wanderungen schleppt man lieber mehr mit sich herum, anstatt zu spät zu bemerken, dass man etwas – vielleicht sogar Überlebenswichtiges – zuhause vergessen hat. Die Gepäckminimierung – sich also auf das Wesentliche zu besinnen – kommt mit der Erfahrung von ganz alleine.
Christian Bernhard, ich hatte nie irgendwelche Profisachen, habe mir meistens schnell aus dem Keller das zusammengesucht, was ich halt über die Jahren so gesammelt habe. Dafür habe ich oft unnötig gelitten, beim Rucksack zum Beispiel. Er war immer zu klein oder zu groß, hat eingeschnürt oder war viel zu locker. Ich hätte ihn oft in die Ecke werfen können, weil er mir Rückenschmerzen beschert hat.

Fangen wir also ganz von vorne an: Was kostet ein vernünftiger Rucksack, wenn man mehrere Wochen Pilgern möchte? Nur so eine Hausnummer, wo bewegen wir uns da?

Bernhard Das Wichtigste ist natürlich – wie überall im Leben – ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Zuerst sollte man sich gründlich überlegen, welche Anforderungen man selbst und das jeweilige Vorhaben an den Rucksack stellen möchte. Natürlich benötigt man für 1-2 Wochen Jakobsweg mit Übernachtungen in Pilgerherbergen (von Mehr-Tageswanderungen ganz zu schweigen) oftmals einen anderen Rucksack, als wenn man fernab jeglicher Zivilisation wochenlang durch die Wüste pilgert. Auch Größenunterschiede spielen hier natürlich eine Rolle.
Christian Nehmen wir den Israel National Trail. Du bist 50 Tage unterwegs und hast klimatisch gesehen alles von Regen, Mittelmeerklima bis hin zur unglaublichen Hitze der Wüste Negev. Das Gepäck sollte (in der Theorie) z.B. 10 Kilogramm betragen, hat aber – sagen wir am ersten Tag – vielleicht (noch) 18 Kilo. Irgendwie muss man nun auch noch PET-Flaschen Wasser verstauen (im Norden so um die 5-6 Liter, im Süden bis zu 12 Liter).

Die größten Gepäckstücke sind ein Zelt, der Schlafsack und eine Isomatte.

Welche „Technischen Daten“ braucht so ein Rucksack also? Nach was muss man sich umsehen, wenn man von Rucksäcken keinen blassen Schimmer hat?

Bernhard Wie gesagt ist es wichtig, sich zuerst über die Anforderungen Gedanken zu machen. Natürlich sollte jeder gute Rucksack strapazierfähig, aber dennoch möglichst leicht sein. Sogar fast noch wichtiger ist, dass er sich gut einstellen lässt – auch der beste Rucksack wird zur Belastung, wenn er dich im wahrsten Sinne des Wortes „hinunterzieht“, weil er nicht an deinen Körper angepasst ist. Da wir unsere Produkte zu 99% online vertreiben, ist unsere große Herausforderung, unseren (potenziellen) Kunden anschaulich zu zeigen, wie sie den Rucksack richtig einstellen können. Deshalb haben wir hierfür ein Video erstellt: http://www.outdoorshop123.com/blog/rucksack-einstellen-backpacking-tipps/

Eine Bergantilope braucht natürlich keinen Rucksack! Foto am Ramon Krater, Nahe Mitzpe Ramon

 

 

Christian Aja, was ich immer wieder gefragt werde: Brauchen Frauen andere Rucksäcke, als Männer? Gibt es da etwas zu beachten?
Bernhard Natürlich gibt es Modelle für Männer und Frauen, da sich die Statur meist unterscheidet. So haben Frauen oftmals schmalere Schultern. Doch wie bereits erwähnt: Wenn der Rucksack gut anpassbar ist und richtig eingestellt wird, sind auch Unisex-Modelle für ein 1,55 m großes Mädchen so gut geeignet wie für einen 1,90 m großen Mann.
Christian Auf meinem Camino de la Costa (Jakobsweg an der Küste) hatte ich keine Regenhülle für den Rucksack. Ich habe dann eine schwarze Mülltüte zweckentfremdet…
Bernhard Improvisieren ist auf Reisen eben alles! Aber da gibt es natürlich nachhaltigere Lösungen. Obwohl gute Rucksäcke ohnehin wasserabweisend sind, empfehlen sich Regenhüllen – vor allem in Gegenden mit schlechtem oder wechselhaftem Wetter.
Christian Was sollte ein guter Rucksack Deiner Meinung nach unbedingt mitbringen?
Bernhard Der beste Rucksack zeichnet sich für mich dadurch aus, dass man ihn unterwegs kaum wahrnimmt. Er und sein Inhalt sollten für den Träger so wenig wie möglich spürbar sein. Wichtig ist neben hoher Qualität und geringem Gewicht auch, dass das Gepäck darin gut organisiert werden kann – also viele Fächer, die dennoch übersichtlich sind und unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten. So weisen manche unserer Rucksäcke auch einen Frontzugang auf, um nicht jedes Mal alles aus- und wieder einpacken zu müssen, wenn man schnell etwas benötigt. Auch ein abtrennbares Hauptfach kann dazu beitragen, den Inhalt besser organisieren zu können. Zusätzlich darf natürlich auch die Ästhetik nicht vernachlässigt werden. Ein Rucksack steht für Reisen, Freiheit und Abenteuer.

Video vom Israel National Trail

Ein Kurzfilm über den Israel National Trail von Itay Netzer. Mit dabei sind u.a. die beiden Extremwanderer Tom und Mark Glintschnig. Link: https://www.facebook.com/walkingtheisraeltrail/

Beim Rucksack selbst gibt es einiges zu beachten

Checkliste: Viele Befestigungsmöglichkeiten, Teilbares Hauptfach, große seitliche Taschen, abnehmbare Träger für die Hygiene, verstellbares Rückensystem, Hinterlüftung der Wirbelsäule.

Schaubild: Details eines Rucksacks für Hiking Touren

Hygiene, wenn man viel schwitzt

Christian Noch nie hat ein Verkäufer mit mir über die wirklich wichtigen Themen Klartext gesprochen: Hygiene! Irgendwann stinkt alles, man schwitzt ja ständig. Ein T-Shirt kann man zwischendurch schon mal irgendwo waschen oder zur Not am Lagerfeuer verbrennen, wenn man noch ein zweites hat.

Kann man die Rucksackgurte eigentlich waschen? Und gibt es Unterschiede bei den Rucksäcken, was das Thema Schwitzen anbelangt? Gibt es überhaupt Leute, die Dich so etwas fragen, oder bin ich da eher komisch? (Ich weiß schon, ich bin komisch!)

Bernhard Christian, ich wäre dir sehr dankbar, wenn unsere Rucksäcke in keinem Lagerfeuer landen. 😉 Wie in vielen anderen Lebensbereichen ist auch hier Prävention besser als Nachbehandlung. So achten wir bei unseren Rucksäcken auf die bestmögliche Belüftung, um Schweißbildung am Rücken zu vermeiden. Viele Rucksäcke lassen hier leider am Rücken wahre Wasserfälle entstehen…

Dass der Rücken bei hohen Temperaturen oder eben in der Wüste nicht die einzige schweißfreie Zone bleibt, ist klar – eingebaute Ventilatoren wären dann doch etwas aufwendiger. Aber natürlich lassen sich die Gurte mit einem Schwamm und etwas klarem Wasser reinigen. Deshalb ist bei unseren Rucksäcken das Tragesystem auch abnehmbar. Da ich jedoch weiß, wie kostbar Wasser gerade in der Wüste ist, kann ich für unterwegs auch Desinfektionsspray empfehlen.

 

Manchmal steht der Rucksack auch für ein Lebensgefühl

Christian Ganz andere Frage… Kann man einen Rucksack von Euch eigentlich beflocken oder besticken? Also zum Beispiel „Israel-Trail“ oder Sonstwas drauf schreiben? Mein Copyshop meinte, dass das niemals geht, nicht einmal auf eigenes Risiko… ? Aber vielleicht möchte der/die ein oder andere ja in Zukunft auf dem eigenen Trail für sich selbst oder einen anderen werben? Und wenn es „nur“ die Apotheke ums Hauseck, ein Verein oder die eigene Webseite ist…
Bernhard Klar, Aufnäher am Rucksack anbringen zu lassen oder ihn zu besticken ist kein Problem. So haben uns Kunden aus der ganzen Welt Fotos mit ihren Rucksäcken geschickt, die mit Flaggen der jeweils bereisten Länder versehen waren.
Christian Ganz allein und ganz ohne Geld durch Israel war für mich eine extrem bewegende und sehr tiefgreifende Erfahrung. Weil es ja die Geschichte all derer ist, die mir jeden Tag aufs Neue geholfen haben, meinen ganz eigenen Weg gehen zu dürfen. Wildfremde Menschen waren menschlich, zugänglich, herzlich und ganz nahe. Ich war nur ein Bettler, stand quasi nackt vor den Menschen und habe mich bis zum letzten Tag wahnsinnig geschämt. Schon klar, ich wollte es so. Die Reise hat wenigstens meine dummen Schutzpanzer um mich herum gebrochen. Aber auch mich. Ich bin sehr klein geworden. Dankbar und auch verletzlich.

Ich kannte Dich damals leider noch nicht. Wenn ich heute zu Dir kommen würde und Dich um einen Testrucksack fragen würde, gerne einen, der schon getragen wurde und womöglich sogar einen, den ich erst waschen müsste…

…wenn heute einer vor Dir steht, für sein Anliegen kämpft, unbedingt aufbrechen will und Dich um Hilfe bittest: Was würdest Du tun?

Bernhard Ich hab’s dir im persönlichen Gespräch schon mal gesagt, aber möchte dir auch an dieser Stelle dafür noch mal meine Bewunderung aussprechen. Absoluter Wahnsinn, was du hier geleistet hast! Ich sehe es anders, du bist dadurch sicher nicht verletzlich, sondern wohl nur noch stärker geworden.

Aber selbstverständlich würde ich dich unterstützen. Für uns zählt nicht, was Leute bereits geleistet haben, sondern welches Potenzial wir in ihnen sehen. Das bedeutet nicht, dass wir wahllos Produkte verschenken – schließlich müssen wir als Unternehmen wirtschaftlich denken – aber gerne gehen wir Kooperationen ein, die beiden Seiten nützen und darüber hinaus auch für andere Vorteile bergen.

Christian (ganz still). Ein Allacher Sportgeschäft hat mich damals vor allen umstehenden Menschen verhöhnt. Die hätten mir nicht einmal ein Glas Wasser gegeben. Es war (für mich) eines der verachtensten Neins meines Lebens. Eines, das richtig wehgetan hat. Ich habe ein Gefühl davon bekommen, ausgegrenzt zu werden.

Wenn eine/ einer heute Euer Material „testen“ will, kann er/sie auf outdoorer zählen? Gibt es bei Euch sowas wie Sportsgeist? Ehre? Moral? Oder zählt am Ende einfach nur das Ergebnis nach Steuer? Gibt auf eine solche Frage überhaupt eine ganz ehrliche Antwort?

Bernhard Natürlich sind wir als Unternehmen auch profitorientiert. Aber so viele andere Faktoren – wie Nachhaltigkeit und Menschlichkeit – zählen für uns mindestens genau so sehr. Auch ist uns bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Produkte wichtig, Verbesserungsvorschläge von Kunden einzubeziehen. Hier sind wir über jegliches Feedback dankbar, nur so können wir die Wünsche und Nachfrage bestmöglich bedienen.

Jedoch stellen wir uns gegen den Trend, Produkte gratis an „Tester“ zu verschenken, um positive Bewertungen abzugreifen. Das heißt nicht, dass wir – wie gerade angedeutet – keine Kooperationen mit Gleichgesinnten eingehen, die mit unseren Produkten ausgestattet in unserem Blog von ihren Abenteuern berichten. Das hat einen weiteren schönen Nebenaspekt: Davon profitieren nicht nur sie und wir- sondern auch tausende (potenzielle) outdoorer Kunden. Diese erhalten Inspiration und wertvolle Tipps für ihre Reisen – und können ein paar Momente vom Alltag abschalten.

Am Israel National Trail bist Du mit Dir und Deinem Gepäck allein. Garantiert.

Aufblasbare Isomatten?

Christian Sorry Bernhard, ich bin ziemlich vom Thema abgewichen. (schweigt eine ganze Weile nachdenklich). Ja, Isomatte wäre noch so ein Punkt, der mir wichtig wäre. Denn wer schlecht schläft, ist am nächsten Tag schon am Ende, bevor er überhaupt losläuft.

Ich hatte eine aufblasbare Isomatte, die gleich in den ersten Tagen undicht wurde (Piniennadeln, spitze Steinchen?). Das Reparaturset bringt ja dann auch nichts, weil man ja keine Badewanne dabei hat, wo man sieht, wo die Luftblasen raus sprudeln.
Irgendwann hat mir mein Israelischer Freund Tsur seine uralte violette Isomatte geschenkt, für die ich ihm noch heute dankbar bin. Besser als Nichts, aber natürlich auch kein wirklich guter Schlaf.

Wie sieht heute eine halbwegs gute Isomatte aus? Was bietet sie? Gibt es aufblasbare Isomatten, die strapazierfähig sind? Oder lässt man davon besser die Finger? Was meinst Du, Bernhard?

Bernhard Stimmt natürlich, gerade bei anstrengenden Reisen ist erholsamer Schlaf umso wichtiger. Ein kleiner Tipp vorweg: Undichte Stellen lassen sich auch finden, indem man die Isomatte mit einer Seifenlauge einstreicht. Selbstaufblasbare Isomatten kann ich jedoch uneingeschränkt empfehlen, da sie sich durch ein geringes Packmaß, leichtes Gewicht und dennoch hohen Komfort auszeichnen. Das Besondere an unseren Isomatten ist dabei genau aus diesem Grund auch eine rutschfeste und besonders strapazierfähige Unterseite.
Christian In welcher Größenordnung bewegen sich solche Isomatten? Wie viel Geld muss ich ungefähr ausgeben, wenn ich gut schlafen möchte?
Bernhard Bei selbstaufblasbaren Isomatten ist es ein Trade-off: Je mehr Komfort, desto schwerer werden sie natürlich – umso größer die Isomatte, desto größer auch das Packmaß. So haben wir beispielsweise das Camp Bed I mit 10 cm Dicke – ich habe auf nicht wenigen Matratzen geschlafen, die unbequemer waren. Die wiegt jedoch halt auch fast 2,7 kg, was eher für Camping inklusive Autoanreise statt Trekking geeignet ist. Unsere Trek Bed Modelle bewegen sich zwischen 0,73 und 1,05 kg und sind bis zu 5 cm dick. Für absolute Minimalisten gibt es dann beispielsweise noch das Trek Bed S mit ultraleichten 0,5 kg und 3,8 cm Dicke – jedoch ist es nur 1,22 m lang, sodass die Beine teilweise am Zeltboden liegen. Aber das ist für viele Ultraleichttrekker, bei denen jedes Gramm zählt, dennoch die komfortabelste Alternative.

Wichtig ist bei Isomatten übrigens auch, auf den R-Wert zu achten. Dieser gibt die Isolationsfähigkeit oder den Wärmedurchgangswiderstand an.

Preislich liegen wir hier ca. zwischen € 70,- und € 100,-.

Christian Für mich waren Isomatten früher einfach nur ein Stück „Styropor“. Wie funktioniert das eigentlich mit einer aufblasbaren Isomatte? Möchtest Du das kurz jemandem erklären, der sowas noch nie gesehen hat?
Bernhard Ich weiß, bei Isomatten denkt man oftmals an sperrige Schaumstoffrollen oder kräftezehrendes Aufblasen, das mit hochrotem Kopf endet. Beim Camping wäre selbst das kein Problem – danach kann man ja entspannen und sich einen Schluck Wasser oder Bier genehmigen. Beim Trekking sieht das schon schwieriger aus, vor allem, wenn jeder Tropfen Flüssigkeit zählt. Durch unser patentiertes 3-Wege-Ventil wird zwar Luft in die Isomatte hineingelassen, aber ein Austreten verhindert. So bläst sie sich ganz von alleine auf und man kann nach einem anstrengenden Tag Luft holen, statt sie in die Isomatte blasen zu müssen. Wir haben einige Informationen zusammengestellt, wie eine selbstaufblasbare Isomatte funktioniert  und zeigen eine Grafik mit Blick ins Innenleben. So muss man sie nicht selbst aufschneiden.

Selbstaufblasbare Isomatten

Link: Was Sie über selbstaufblasbare Isomatten wissen sollten

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte zu den Anforderungen an eine gute Isomatte, welche Arten es gibt, für welchen Verwendungszweck sich welches Modell eignet, aber auch Infos zu den verwendeten Materialien und Größen, dem R-Wert und wie Sie Ihre Isomatte am besten aufbewahren, pflegen und reparieren.

http://www.selbstaufblasbare-isomatte.com/wp-content/uploads/2013/04/isomatte_mit_innenleben.jpg
Quelle: (c) http://www.selbstaufblasbare-isomatte.com/was-sie-uber-selbstaufblasbare-isomatten-wissen-sollten

Blick in das Nahal Yemin Richtung Ein Yorkeam/ Oron Factory am Israel National Trail

Christian Ich muss mal kurz zusammenrechnen: Jetzt haben wir einen Rucksack, einen Regenschutz für den Rucksack und eine Isomatte, was (ungefähr) wiegt das bis jetzt?
Bernhard Wie gesagt hängt dies natürlich immer von den Anforderungen ab. Aber angenommen, wir nehmen unseren Trekkingrucksack Trek Bag 70 mit 70 Liter Fassungsvolumen (2,0 kg) und das Trek Bed 1 mit 0,73 kg, die Regenhülle wiegt unter 0,1 kg. Insgesamt bist du hier also bei 2,83 kg. Das andere „Extrem“ wäre unser Atlantis 90+10 mit 100 Liter Fassungsvolumen (2,5 kg) und das Trek Bed 3 mit 193×63,5×5 cm (1,05 kg). Hier bist du inklusive Regenhülle bei ca. 3,65 kg.

Israelfahne im Negev

Ein guter Schlafsack ist enorm wichtig

Christian Zum guten Schlaf gehört unbedingt der richtige Schlafsack. Ich hatte da lange Zeit null Ahnung davon und wusste gar nicht, dass es da so große Unterschiede gibt.Gewicht – klar. Leuchtet ja ein. Aber in der Wüste Negev habe ich in den Nächten oft erbärmlich gefroren. Die Temperaturen fallen von Tags (von bis zu 48 Grad) dann auch einmal auf knapp Null Grad. Du schläfst dann nicht mehr und bist am nächsten Tag komplett am Ende.

Ein Schlafsack für den Israel-Trail sollte unbedingt bis zu -5° Grad aushalten. Was empfiehlst Du? Auf was kommt es an? Was ist wichtig, bei einem Schlafsack? Kann man beim Kauf Fehler machen?

Bernhard Wie du sagst: Gewicht, Packmaß und Isolierung sind hier neben vernünftigen Kosten ein wesentlicher Faktor. Jedoch gestehe ich dir ganz ehrlich, dass wir bei Schlafsäcken in dem Temperaturbereich noch in der Entwicklungsphase sind. Zwar hat der Trek Night beispielsweise einen Verwendungsbereich bis -5° C – die Komfortzone liegt jedoch etwas höher. Seine Stärken liegen im ultraleichten Gewicht von 0,98 kg und dem Minipackmaß. Die Schwierigkeit als Produzent von Outdoor Equipment ist hier, möglichst warme, große Schlafsäcke mit möglichst kleinem Packmaß möglichst günstig herzustellen.
Christian Ein ganz persönliches Problem ist meine extreme Platzangst. Für ein paar Zentimeter mehr hätte ich alles gegeben! Gibt es eigentlich „größere“ Schlafsäcke?
Bernhard Der Trek Night ist 215 cm lang – ich hoffe, das sind die paar Zentimeter mehr, die du dir extra gewünscht hast.
Christian Wo bekommt man Schlafsäcke und was kosten sie?
Bernhard Schlafsäcke erhältst du – wie jede Outdoor Ausstattung – natürlich beim Ausrüster deines Vertrauens, aber abseits der großen Ketten eben auch bei kleinen Produzenten wie uns. Das hat Vorteile und Nachteile. So können wir durch unseren Onlinevertrieb natürlich nicht jedem Kunden die persönliche Beratung geben, die wir gerne anbieten möchten (obwohl wir telefonisch und via Email jederzeit gerne zur Verfügung stehen), sind durch diese schlanke Vertriebsstruktur jedoch in der Lage, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten.
Christian Was macht man am besten, wenn der Schlafsack mal nass oder feucht wird?
Bernhard Mit dem richtigen Zelt und einer Isomatte, die gut von unten isoliert, sollte sich das vermeiden lassen. Falls er jedoch doch einmal feucht wird, sollte er unbedingt ehestmöglich getrocknet werden, um Schimmel zu vermeiden. Hierfür empfehlen wir, den Schlafsack zum Trocknen aufzuhängen (über das Zelt, aber auch auf den Rucksack). Jedoch sollte er keinesfalls ausgedrückt oder ausgewunden werden, da er sonst möglicherweise seine Isolationsfähigkeit verliert.
Christian Meine Frau beneidet mich ja, weil mich (wenn sie selbst da ist) keine Mücke sticht. Wenn die Mücken keine andere Wahl haben, dann stechen sie aber auch mich (lacht). Gibt es eigentlich so etwas wie ein Fliegengitter für den Schlafsack?
Bernhard Ein Fliegengitter wäre schwierig, da du so ja in einer Art Kokon schlafen würdest. Besser ist es, beim Zelt auf guten Mückenschutz zu achten, um Insekten gar nicht erst hineinzulassen. Aber auch der gute alte Insektenspray ist natürlich eine Möglichkeit, sich nicht aussaugen zu lassen. Hier gibt es übrigens auch Mittel aus natürlichen Inhaltsstoffen.

Christian am Shvil Israel

Geeignete Zelte für den Israel-National-Trail

Christian Um den irrsinnig schönen Sternenhimmel in der Wüste Negev zu erleben, braucht man kein Zelt. Deshalb habe ich es irgendwann verschenkt. Im Norden Israels war mein Zelt aber eine gute Sache. Ich hatte eins für zwei Personen (Du weißt ja – Platzangst).

Wie schwer ist ein gutes Zelt für eine solche Tour und was muss man dafür ungefähr ausgeben?

Bernhard Am besten lässt sich die Platzangst bei Schlafen unter dem Sternenhimmel vermeiden. 😉 Nein, wie auch bei den Isomatten gilt es hier wieder, den richtigen Kompromiss zu finden. Je größer, desto schwerer ist das Zelt natürlich. So haben wir ein ultraleichtes Zelt – das Trek Santiago – mit nur 1,15 kg. Das ist jedoch wirklich nur für eine Person geeignet und zudem einwandig. Unser Trek Escape bietet zwei Personen genügend Platz und wiegt auch nur 1,7 kg, obwohl es doppelwandig ist, da es aus hochwertigem Nylon besteht. Das schlägt sich jedoch natürlich im Preis nieder. Ein guter Kompromiss ist hier denke ich das doppelwandige Trek It Easy, das auch nur auf 2,2 kg kommt, obwohl es aus Polyester besteht und ebenfalls auch zwei Personen Platz bietet.
Christian Unterzelt, Überzelt, Heringe. Hier gehen die Fragen schon los. Ich hatte keine Ahnung davon. Was sollte man beachten, wenn man ein Zelt für den Israel Trail kauft?
Bernhard Ich habe es bereits kurz angesprochen: Es macht einen großen Unterschied, ob ein Zelt doppelwandig ist, da es somit atmungsaktiv wird. Besonders in heißen Regionen wird so die Bildung von Kondenswasser vermieden – da sind wir wieder bei deinem Schweißproblem. 😉 Auch Heringe sind ein gutes Stichwort, da für jede Bodenbeschaffenheit andere Arten benötigt werden. Daher führen wir ein breites Heringssortiment – um in Sand, Wald, Wiese und selbst felsigen Böden den nötigen Halt zu gewährleisten. Hier ist jedoch wichtig, sich bereits vorab über die jeweiligen Böden zu informieren. Für den Israel National Trail empfehle ich beispielsweise unsere Eagle Claw Heringe, da sie leicht sind und somit Gewicht sparen. Außerdem sind sie für sandige und mittelharte Böden geeignet.
Christian Natürlich habe ich zu Hause nie getestet, wie ich das Zelt aufbauen soll. Das kann ganz schön schwierig sein, wenn es dunkel ist und man sein Zelt zum ersten Mal im Leben aufbaut… Hast Du einen guten Ratschlag?
Bernhard Obwohl wir von outdoorer und ich persönlich die „ab ins Abenteuer“-Einstellung sehr unterstützen, ist eine gewissenhafte Vorbereitung fast genau so wichtig wie das Verhalten während des eigentlichen Trips. Teil dieser Vorbereitung sind nicht nur die richtige Packliste oder eben der Kauf der Ausrüstung, sondern auch, sich mit dieser vertraut zu machen. So lässt sich das Zelt notfalls auch in der Nacht aufbauen. Dabei achten wir jedoch natürlich darauf, den Aufbau so benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten.
Christian Alles zusammen… Rucksack, Regenschutz dafür, Schlafsack und Zelt. Wie schwer ist alles? Wie schwer sollte es maximal sein? Was kostet es? Wo sind die Grenzen nach oben und nach unten?
Bernhard Inklusive Isomatte meinst du, oder? Lass mich kurz überlegen: Rucksack zwischen 2,0 und 2,5 kg, Regenschutz 0,1 kg, Isomatte 0,5 bis 1,05 kg, Zelt 1,15 bis 2,2 kg, Schlafsack bei 0,98 kg. Insgesamt also zwischen ca. 4,75 und 6,75 kg. Hier kann ich jedoch nur unsere eigenen Produkte als „Benchmark“ verwenden, preisliche Ober- und Untergrenzen gibt es kaum. Irgendwann muss man sich aber eben die Frage stellen, wie viel Luxus noch etwas mit Abenteuer zu tun hat und welche Qualität wichtig ist, um während des Trips keinen Frust aufkommen zu lassen.

 

Erst der Blick vom Gipfel hinunter lässt einen begreifen, wie viel man bereits erreicht hat …

Christian „Bevor Du das hier kaufst, lass es lieber ganz bleiben“ – ist so ein Spruch meiner Frau Conny. Manchmal nervt er mich, aber oft hat sie schon Recht. Es stimmt schon, manches ist heute nur noch billig, aber einfach auch nur noch Schrott.

Dann gibt es natürlich auch die richtig teuren Sachen. Doch auch da ist keinesfalls sicher, das man nicht verar… wird. Am Ende zählen eben doch nicht nur das Geld, sondern auch Emotionen, Vertrauen und das gute Bauchgefühl.

Für was steht outdoorer und für was stehst Du ganz persönlich, Bernhard?

Bernhard Natürlich können wir von outdoorer nicht die perfekte Reise garantieren – es kann immer was schief gehen. Aber uns ist es wichtig, jeder und jedem Reisenden die idealen Rahmenbedingungen zu schaffen. Ob der erste Strandurlaub in Kroatien für die junge Familie ansteht oder ein erfahrener Backpacker zum 5. Mal den Appalachian Trail bezwingt – wir wollen, dass dank unserer Ausrüstung Menschen auf der ganzen Welt einzigartige und unvergesslich gute Erfahrungen machen. Wir von outdoorer sind alle selbst begeisterte Sportler und Reisende – das startet bei gemeinsamen Bergtouren in den österreichischen Alpen und geht so weit, dass wir uns allein durch Erzählungen fast schon gegenseitig Urlaube planen.

Ich denke, am Ende des Tages stellen wir uns die Frage, welche Ausrüstung wir uns selbst bei unseren Touren wünschen, berücksichtigen dabei auch möglichst viele Kundenwünsche und fokussieren uns dabei immer mehr auf Nachhaltigkeit.

Unseren Kunden wollen wir dabei vor allem nicht nur hochwertige Produkte zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis garantieren – sondern ihnen auch zeigen, dass sie Teil einer Community Gleichgesinnter sind. Denn ob als Work & Travellerin direkt nach dem Abi oder als „alter Fuchs“ wie du – eines verbindet uns doch alle: Die Sehnsucht nach immer neuen Horizonten, ohne dabei zu vergessen, hin und wieder zurückzuschauen. Erst der Blick vom Gipfel hinunter lässt einen begreifen, wie viel man bereits erreicht hat – bevor man sich dem nächsthöheren widmet.

So gesehen würde ich sagen, outdoorer steht für Aufstieg zum Gipfel – dabei gehen wir nicht den einfachsten Weg, sondern einen möglichst verantwortungsbewussten und versuchen, keinen Abfall zurückzulassen, um auch vielen, vielen nach uns diesen Weg zu ermöglichen.

 

Genau dafür stehe ich auch persönlich.

Christian Wann laufen wir einmal ein paar Meter zusammen?
Bernhard Bei 48° C? Äh … leeeeider ist die Hochsaison bei uns zu stressig. 😉 Nein, jederzeit gern – würde mich freuen!

Danke Bernhard für dieses sehr ehrliche Interview!

 

Über Bernhard Navratil:

Nach einjährigem Aufenthalt in den U.S.A. und BWL-Studium an der LMU München verschlug es Bernhard schneller als gedacht wieder ins österreichische Innviertel, wo er bei outdoorer im Marketing seine beiden Leidenschaften – Sport und Reisen – einbringen kann.

Bernhard Navratil

Kontakt zu outdoorer:

outdoorer
Am Burgfried 8
4910 Ried im Innkreis
Österreich

+43 7752 / 26 500

officecamp@outdoorer.net

 

Bezugsquellen/ Links:

www.outdoorshop123.com

 

Fotos (c) outdoorer, (c) Christian Seebauer, (c) GidonPico, (c) Eduardo Castro, (c)evyatarmor20: CC0 Public Domain 

 

 

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