How to make a selfie

Small Crater Israel National Trail, Abstieg in den Erosionskrater

Zu Fuß am Israel National Trail. 1.14 km. 20.120 Höhenmeter Gesamtanstieg. Allein. Zu Fuß ohne Geld.

Dieseser Clip war ziemlich anstrengend. HaMakhtesh HaKatan, dem sog. „Small Crater“ ist es windstill und unendlich heiß. Hier hinabzusteigen bedeutet, dass die dein Herz bis zu den Ohren schlägt.

Für den Selfie musst du also hinabsteigen, wieder hochlaufen und dann erst geht es mit deinem eigenen Weg wieder los. Alles in allem bei deutlich über 40 Grad Celsius und ausgemergelt von vielen Tagen Israel Trail gar keine leichte Aufgabe.

Das Schlimmste aber, was mir erst im Nachhinein am Film aufgefallen ist: Man beginnt im Laufe der Zeit in der Einsamkeit mit Selbstgesprächen.

 HaMakhtesh HaKatan (Hebrew: הַמַּכְתֵּשׁ הַקָּטָן, lit. The Small Crater) is a makhtesh, a geological erosional landform of Israel’s Negev desert. One of five makhteshim in Israel, and seven in the world, it is the third largest in Israel at 5 km by 7 km. It was charted in 1942 by Jewish explorers.

Small Crater Israel National Trail, Blick in den Erosionskrater

Small Crater Israel National Trail, Blick in den Erosionskrater

Die Ruhe vor dem Sturm: Puls beruhigen vom Anstieg. Blick in den gigantischen Erosionskrater „HaMakhtesh HaKatan“.

Small Crater Israel National Trail, Blick in den Erosionskrater

Small Crater Israel National Trail, Blick in den Erosionskrater

Ein wenig Pause in der Hitze.

Small Crater Israel National Trail, Blick in den Erosionskrater

Small Crater Israel National Trail, Blick in den Erosionskrater

Rucksack satteln und ab geht die Post…

Small Crater Israel National Trail, Abstieg in den Erosionskrater

Small Crater Israel National Trail, Abstieg in den Erosionskrater

Small Crater Israel National Trail, Christian dreht einen Selfie

Small Crater Israel National Trail, Abstieg

 

 

Small Crater Israel National Trail, Christian rennt zurück zur Kamera

Small Crater Israel National Trail, Christian rennt zurück zur Kamera

 

Small Crater Israel National Trail, Christian rennt zurück zur Kamera

Small Crater Israel National Trail, Christian rennt zurück zur Kamera

5 Minuten bergab. Und dann ohne Rucksack wieder hoch, Camera holen. Und die hätte ich fast nicht mehr gefunden!

 

Small Crater Israel National Trail, Abstieg in den Erosionskrater

Small Crater Israel National Trail, Abstieg in den Erosionskrater

 

Small Crater Israel National Trail, Christian rennt zurück zur Kamera

Small Crater Israel National Trail, Christian rennt zurück zur Kamera

Danach: Erschöpft. Und glücklich. Denn jetzt geht es weiter. Ab inden Krater. Klappe die zweite!

 

Small Crater Israel National Trail, Christian rennt zurück zur Kamera

 

Zu Fuß über den Mars: Der Makhtesh Katan Krater
(auch HaMakhtesh, HaKatan, The Small Crater)

Vom Meizad Tamar zum anderen Ende des Kraters. Ca. 21 Km, 710 Höhenmeter Gesamtanstieg. Trinkwasserverbrauch 9 Liter.

 

Mein heutiger Krater bedeutet ein etwa 35 Quadratkilometer großes und einen halben Kilometer tiefen Loch in der Erdoberfläche.

Die ersten sechs Kilometer darf ich mich ein wenig aufwärmen. Nach einem gemütlichen Abstieg geht es sanft bergauf zum Observation Point. Die Landschaft ist unglaublich schön. Sand und roter Lehm liegt zwischen den schroffen Steinen unter meinen Füßen. Der Trail hat hier nichts mehr gemein mit dem Israel-National-Trail, den ich vom Norden her kenne.

Hier ist er ein Bergpfad. Einsam. Anspruchsvoll. Und traumhaft ruhig. Bis jetzt ist mir niemand begegnet. Ich sehe keine Menschen. Ich sehe auch nichts mehr aus unserer modernen Welt. Hier sind keine Straßen, keine Autos und keine Häuser. Hier ziehen auch keine Beduinen durch. Was dir hier begegnet ist die totale Einsamkeit.

Du beginnst den Wind zu hören, wie er dir etwas erzählen möchte. Du beginnst die sandige Luft zu fühlen, die deine feuchten Finger durchstreift. Du spürst die Schmerzen, die der schwere Rucksack dir zufügt. Du fühlst die Leichtigkeit des Gehens und doch die Schwere und die Wehmut, die in dir steckt. Du fühlst, wie du gerne zu zweit wärst und doch wieder nur allein bist.

Du verspürst Hunger und weißt: „Ich habe fast nichts mehr“. Und hier beginne ich nachzudenken, wie unglaublich verrückt meine Reise doch ist. Heute morgen habe ich mit meinem Messer den angebrannten Bodensatz aus Tsurs Pfanne heraus gekratzt, weil ich so erbärmlichen Hunger hatte. Und den habe ich noch immer. Ich habe nur noch eine viertelte Scheibe Pitabrot dabei. Recht alt schon. Angeschimmelt. Und da ist dann auch noch ein grüner Apfel. Etwa ein Drittel davon, um genau zu sein.

Ich habe viel Wasser mitgenommen. Doch bereits auf meinem Weg zum Observation-Point habe ich unvorstellbare 6 Liter getrunken. Dabei ist es noch nicht einmal zehn Uhr und es ist noch kühl. Ich war noch kein einziges Mal pinkeln. Will heißen: Ich trinke zu wenig. Ich fange an zu rechnen. Und meine Bilanz sieht da gar nicht gut aus. Ich bin heute mit sagenhaften 10 Litern Wasser aufgebrochen. Jetzt sind es nur noch 4 Liter. Und ich habe den Rand des Kraters noch gar nicht erreicht.

Unterwegs treffe ich eine alte Bekannte. Eine kleine violette Blüte, deren Namen ich nicht kenne. Aber kurz nach Arad habe ich ihre Familie schon einmal getroffen. Und so ist es mir eine Ehre, sie von ihren Verwandten zu grüßen. Längst führe ich wieder Selbstgespräche mit mir – und meiner Blüte.

Meinen Rucksack nehme ich nicht mehr ab. Auch nicht, wenn ich mich niederknie. Wie ein klobiger Dinosaurier komme ich mir vor, wenn ich mit ihr spreche. Plump, unbeholfen, klobig. Ich entstamme einer anderen Welt. Im Gegensatz zu ihr kann ich mich physisch fortbewegen. Und ich kann schnell sein. Andererseits wäre ich hier neben ihr schon nach wenigen Stunden ohne Wasser einfach tot. Ich muss also weiter. Zurück oder nach vorne.

Mit einem merkwürdigen Gefühl gehe ich die letzten Meter nach oben zum Rand des Kraters. Dass, was ich da sehen werde, wird überwältigend sein. Ich kann es spüren. Mein Herz schlägt wie wild bis hoch zum Trommelfell. Ich stütze mich mit meinen Armen auf meinen Oberschenkeln auf. „Ganz langsam“ sage ich zu mir.

Während ich die Augen kurz schließe, sehe ich intensives Blau und eine Melodie von Ockertönen. Farben werden zu Tönen und Töne werden zu Farben. Hier draußen kann man leicht anfangen zu spinnen. Man ist sich selbst so Nahe, wie nie zu vor.

Ich mache nur noch ganz kleine Schritte nach oben. Und dabei begebe ich mich in zwei Parallelwelten. Einerseits scheint da vor mir diese unwirkliche echte Welt zu sein. Und zum anderen scheine ich mich gerade irgendwie durch mich selbst zu bewegen. Die letzten Meter werden dann zu einer Filmszene. Zu einer Kamerafahrt, bei der die Perspektive zunehmend an Weitsicht gewinnt,weil die Kamera an einem unsichtbaren Kran nach oben bewegt wird.

Und dann stockt mir der Atem.

Innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde erreichen meine Augen exakt die Höhe des Kraterrandes. Vor mir breitet sich schlagartig eine Marslandschaft aus. Mein Blick kann plötzlich in eine surreale Ferne schweifen. Eine Ferne, die ich so noch nie gesehen habe.

Der Ausblick, der sich unter meinen Füßen auftut, ist atemberaubend schön. Nur wenige Zentimeter weiter, und es geht ab in die Hölle. Mit meinen Fußspitzen trete ich ein paar Kieselsteine los, die vor mir in eine tiefe Unendlichkeit prasseln. Fast einen halben Kilometer stürzt hier die Flanke des Makhtesh Katan nahezu senkrecht nach unten.

Ich trete behutsam ein paar Schritte zurück und stütze mich an einem Steinmännchen ab. Mit meiner kleinen GoPro-Kamera möchte ich diesen Moment festhalten. Und so drehe ich mich mit ausgestrecktem Arm zweimal komplett um meine eigene Achse.

Meinen Rucksack habe ich nun abgelegt. Kann ich mir hier den letzten Teil meines Apfels leisten? Wird Tsur hierher kommen?

In Anbetracht dieser überragenden Naturkulisse stehe ich da, wie ausgeschnitten. So, als wenn ich diese kleine Blüte wäre, die nur für einen kurzen Augenblick aufblühen darf, in einem Zeitgeschehen, deren Maßstab Jahrmillionen sind.

Noch immer stehe ich. Mein Mund ist offen. Und ich bin fassungslos von dieser sagenhaften Landschaft. Was würde ich jetzt geben, diesen Moment – den schönsten Moment in meinem Leben – mit meiner Familie teilen zu dürfen.

Ja, ich sage das ganz bewusst: Der schönste Moment in meinem Leben. Schon einmal hatte ich hier in Israel dieses unbeschreiblich schöne Gefühl, angekommen zu sein, im Leben. Da zu sein, wo man sein möchte. Glück zu empfinden und tiefe innere Ruhe zu verspüren.

Jetzt ist so ein Moment. Und ich möchte ihn so gerne mit einem anderen Menschen verbringen. Kein Film der Welt, kein Foto, kein Gemälde und keine geschriebene Zeile wird jemals das ausdrücken können, was ich jetzt gerade verspüre.

Hier? Das ist die Fortsetzung meines Jakobsweges. Denn nach meinem Jakobsweg ging es in ein tiefes tiefes Tal. Meine Depressionen haben mich getrennt von meiner Familie. Haben mich sprach unfähig gemacht. Ein langer Weg war das. Ein Weg mit vielen Verlusten. Aber auch ein Weg mit vielen Erkenntnissen. Es waren lange drei Jahre bis heute.

Aber selbst in meinem tiefsten Tal habe ich immer geträumt vom Wandern. Ja, ich habe es wirklich geträumt. Tag und Nacht. Ich habe es geträumt, obwohl meine Ärzte mir gesagt haben, dass man mit diesen Medikamenten gar nicht mehr träumen kann.

Und heute stehe ich hier und denke: Komm, mache es. Bevor du unter gehst, gehe in die Wüste!

Hier am Rande des Kraters zu stehen lässt meine Gefühle Achterbahn fahren. Aber ich kann mir hier nicht viel Zeit nehmen. Meine Reise durch den Krater geht hier ja gerade erst los.

Ich nehme meinen Rucksack auf und genieße den Rest des halb fermentierten Apfels im Gehen. Es „geht“ nach unten. Und ich empfinde jeden kleinen Schritt als symbolischen Schritt.

Schon nach zehn Höhenmetern fühlt sich der Abstieg in den Höllenschlund des Kraters an, als wenn man unter die Wasseroberfläche tauchen würde. Es fehlt dir die Luft. Völlig erschöpft rasen mir Motive von Steinzeitmalerei durch meinen Kopf. So etwas wie Wind und Luft spüre ich nicht mehr. Es ist schlagartig unbarmherzig heiß und vollkommen windstill geworden. Willkommen am Mars!

 

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