Es war kein Spaziergang

Die Momente, wo wir uns beim lieben Gott noch Kraft holen mussten waren es, warum wir uns auf den Weg gemacht haben. Es war kein Spaziergang – und genau darauf kam es an“

Acht Tage am Shvil sind zu kurz… aber ein guter Anfang. Merlin (38) und Michael (46) haben sich für insgesamt zwölf Tage nach Israel aufgemacht. Acht Tage lang sind sie dabei am Israel National Trail von Kibbuz Dan über den Mount Meron bis zum See Genezareth gewandert und erzählen uns hier, dass man den „Shvil Israel“ auch als „ganz normaler Mensch“ machen kann – zumindest im Norden. Trotzdem waren beide manchmal überrascht, was ihnen der Shvil Israel so alles abverlangt hat. Doch das erzählen sie Euch am besten selbst.

Israel Trail, Hula Valley

Merlin Obermann am Irael Trail oberhalb Kiriat Shemona im Norden

Ein Interview mit Michael Eggert, Merlin Obermann und Christian Seebauer.

 

Christian Hallo Ihr beiden! Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, hattet ihr Tausend Fragen zum Israel Trail und irgendwann dachte ich mir dann: Das müsst ihr jetzt selbst herausfinden und erleben! Ihr wart mich nicht böse, oder?
Merlin Hallo Christian! Ich habe das gar nicht so empfunden. Also nicht als Abweisung sondern eher als Ermutigung – wobei wir die nicht gebraucht haben, da wir spätestens nach der Lektüre deines Buches sowieso Feuer und Flamme für den Trail waren!
Michael Nein überhaupt nicht… wieso auch… manche Dinge muss man halt selbst erleben, die kann man nur sehr unvollständig erzählen. Und der Shvil gehört definitiv dazu.
Christian Meine beiden Kinder „hassen“ mich manchmal dafür, dass ich bei einer Bergtour auf die Frage, wie weit es noch sei, schon mal sage „Komm, schaffen wir! Sind nur noch 10 Minuten…“. Beide wissen natürlich, dass es am Ende viel weiter sein wird. Auch an Euch habe ich fest geglaubt… Wie schwer war der Israel Trail im Norden wirklich?
Merlin Ich habe meine eigene Fitness definitiv über und den Trail unterschätzt. Gerade im Rückblick sage ich aber: Gerade die Stellen, die herausfordernder waren und die Momente, wo wir uns beim lieben Gott noch Kraft holen mussten waren es, warum wir uns auf den Weg gemacht haben. Es war kein Spaziergang – und genau darauf kam es an!
Michael Stimmt! Es gab sehr einfache Passagen, aber auch Abschnitte die ganz schön geschlaucht haben. Wobei natürlich dazu kommt dass wir beide die glorreiche Idee hatten ca. 23 kg Gepäck dabei zu haben, das macht es natürlich nicht leichter. Aber unabhängig ob der Weg gerade leicht oder schwer war, es war durch die Bank überall wunderschön.
Pfadfinder am Israel National Trail/ Norden

Pfadfinder am Israel National Trail, dem sog. Schwill Israel/ Shvil Israel

 

Wie (un)sportlich sind wir eigentlich?

Christian Womöglich sind wir drei (leider) durchaus ein Paradebeispiel für viele Familienväter im mittleren Alter: Früher einmal durchaus sportlich, heute eher weniger. Wie würdet ihr euch in sportlich/körperlicher Hinsicht (kurz) selbst beschreiben?
Merlin Ich mache zwar nicht mehr regelmäßig leistungsorientierten Sport mit regelmäßigem Training wie noch vor 5 Jahren, bleibe aber in Bewegung. Kein Fitnesswunder aber auch kein Schlaffi.
Michael Tja, früher machte ich jahrelang Ju-Jutsu und bin viel geschwommen… heute komm ich nur sehr selten dazu mich mal richtig zu bewegen, leider. Ein paar Kilo zu viel hab ich inzwischen auch drauf, allerdings rauche und trinke ich nicht. Das hat sicher auch geholfen.
Zelt am Israel Trail

Merlin im Zelt. Morgen geht es am Shvil Israel weiter

Sandpfad am Trail

Michael Eggert am Israel Trail

 

Körperliche Voraussetzungen für den Israel Trail im Norden

 

Christian Der Norden ist zweifellos leichteres Terrain, als der Süden (Negev). Hier sprechen wir über den Norden. Welche körperlichen Voraussetzungen sollte man für den Israel Trail im Norden mitbringen?
Merlin Ich denke etwas Trittsicherheit wäre schon gut. Es gibt ein paar Stellen, bei denen man klettern muss und böse fallen kann, wenn man nicht aufpasst. Der Norden hat den Riesenvorteil, dass im Zweifelsfall Hilfe gut erreichbar ist und man regelmäßig Menschen trifft. Wenn man sich kleine Etappen vornimmt, sind viele Bereiche des nördlichen Shvils auch für Wanderer mit schlechter Fitness, Kinder oder ältere Menschen geeignet. Wenn es darum geht, sich der Shvil-Herausforderung zu stellen, ist das wichtigste ‚Körperteil‘ der Kopf.
Michael Hm… wir haben auf dem Shvil Israel Leute jeden Alters gesehen, von durchtrainierten Soldaten über kleine Kinder und auch alte Menschen mit Stock. Kommt natürlich immer darauf an wie weit und mit wie viel Gepäck man gehen will. Aber als pauschale Regel gilt eigentlich nur: Wenn du zwei gesunde Beine hast und nicht gerade an totaler Höhenangst leidest, kannst du den Shvil Israel gehen… zumindest eine ganze Weile lang.
Christian Vielleicht sprechen wir viel zu viel über „körperliche“ Voraussetzungen? Ich selbst bin ja, wie Merlin gesagt hat, der Meinung, der Israel Trail entscheidet sich in einem hohen Maße im Kopf und in der Seele. Was meint ihr dazu?
Merlin Klar, Wille und Geist werden beim Shvil definitiv gefordert – auch im leichteren Norden (zumindest bei meinem Fitness-Grad).
Michael Definitiv. Von einer akuten Verletzung abgesehen, entscheidet sowieso immer der „Geist“ wie weit der „Körper“ gehen kann. Das betrifft die meisten Situationen im Leben.
Israel Trail zu zweit?

Michael (vorne) und Merlin viel weiter hinten im Bild am Israeltrail im Norden Israels

 

 

Zu zweit wandern? Oder doch lieber allein?

Christian Zu zweit wandern? Ich selbst hätte mir oft einen/eine Weggefährten/Weggefährtin gewünscht. Andererseits war ich auch froh, dass niemand meine Stimmungen ertragen musste und dass ich auch selbst auf niemanden Rücksicht nehmen musste. Ich war sozusagen frei! Trotzdem habe ich in Tsur einen guten Freund fürs Leben gewonnen. Mit einem guten Freund zu wandern… welche Vorteile/ Nachteile habt ihr dabei erfahren?
Merlin Ich kann den besonderen spirituellen Reiz der Wanderung alleine nachvollziehen. Vielleicht ist dies in anderer Weise als die Wanderung zu zweit ein Weg, Gott zu begegnen. Andererseits muss ich ganz klar sagen: Alleine hätte ich es nicht gemacht. Und vielleicht auch nicht gepackt. Der Weggefährte gibt definitiv Sicherheit, gerade im Verletzungs- oder Unfall-fall (blödes Wort). Gelegentlich kam es schon vor, dass wir uns durch unser Jammern gegenseitig herunter gezogen haben – aber sehr viel häufiger war das Gegenteil der Fall. Gerne gehe ich im nächsten Urlaub den Weg da weiter wo wir aufgehört haben. Und dann definitiv wieder mit Michael. Gerne natürlich auch mit alten und neuen Freunden, die sich mit uns auf den Weg machen wollen!
Michael Ich sehe die Vorteile ganz klar überwiegen. Man kann sich unterhalten, es ist viel leichter die Wegmarkierungen zu finden, an unklaren Stellen kann man sich aufteilen… der eine nimmt einen möglichen Weg, der andere den anderen… und wer zuerst auf ein Shvil Zeichen stößt gibt Bescheid. Das haben wir einige Male so gemacht und uns viel Lauferei gespart. Aber am Wichtigsten war für mich, dass ich ohne Merlin wohl ein paarmal einfach aufgegeben hätte. Auch wenn ich weiter oben gesagt habe dass jeder den Shvil Israel gehen kann, so ist es dennoch kein gemütlicher Spaziergang, schon gar nicht mit soviel Gepäck. Und ein paarmal waren wir beide ziemlich fertig, und haben wohl nur deshalb nicht aufgegeben weil wir uns vor dem anderen nicht blamieren wollten. Als Nachteil fällt mir eigentlich nur das Schnarchen von Merlin ein 😉

Michael (links) und Merlin (Mitte) treffen auf Ausflügler am Israel Trail

 

 

Christian Merlin, Du hast ja eine Ausbildung als Linienflugpilot, hast den Dritten Dan (3facher schwarzer Gurt) und bist nun Lehrer (Deutsch, Religion, und Sport)… Ein Abstieg?
Merlin Im Gegenteil. Nun habe ich die Chancen, Menschen auf den Weg zu bringen und mit ihnen über die Dinge zu sprechen und die Dinge zu tun, auf die es im Leben wirklich ankommt, die machen, dass ein Leben gelingt. Klar habe ich dem Traumberuf der meisten Jungs viele Tränen nachgeweint. Heute sage ich ganz klar: Was ich jetzt mache ist sehr viel wichtiger und sinnstiftender als der Hightechbusfahrer 3D. Und weil Du meine Erfahrung im Lieblingshobby Taekwondo ansprichst: Die kann ich jetzt als Sportlehrer sogar in den Beruf einbringen. Ich bin gottfroh und dankbar, dass mein Leben so lief, wie es lief!
 
Christian Berührt mich! Ich selbst backe heute kleinere Brötchen, bin aber meinem persönlichen Glück sehr nahe gekommen. Ich darf endlich sein, wer ich schon immer sein wollte: Kindisch, naiv, ungehalten, kreativ. Aber eben auch emotional, dankbar und frei: Künstler. Michael, wie ist das bei Dir?
 
Michael Ich habe in meinem Leben schon eine Menge Berufe ausgeübt… angefangen beim Polizisten über Verkäufer, Versicherungsfachmann, Security Service über Werbefachmann und nun bin ich bei einem Logistik Startup gelandet. Insofern sehe ich das Leben als das an, das dir passiert während du andere Pläne machst. Oft haben sich scheinbar ganz schlechte Ereignisse als im Nachhinein total hilfreich und gut herausgestellt. Ich bin da offen für alles….

Eine typische Shvil-Kiste. Lese, staune. Nimm. Und gib etwas!

 

 

Auf diesem Ausschnitt des Shvil-Posters sieht man die Strecke, die Merlin und Michael gewandert sind: Kibbuz Dan, Tel Hai, Ramot Naftali, Dishon, Mount Meron, Ein Koves, Tzefat, Migdal. (Gesamtstrecke: Etwas über 100 Kilometer)

Der Shvil Israel von Von Kibbuz Dan bis nach Migdal, Landkarte

8 Tage wanderten Michael und Merlin am Israeltrail. Von Kibbuz Dan bis nach Migdal. (Hinweis zur Beschriftung: Migdal, Tiberias und Degania liegen auf der linken Seite vom See Genezareth)

 

Um was geht es, wenn man auf dem Israel National Trail wandert?

Christian Ich selbst habe meinen Freunden gesagt, es geht mir um Selbstfindung. Dabei ging es mir um viel viel mehr: Es ging auch darum, meinen Glauben neu zu finden. Es ging, darum, echte Gefühle zu erleben und darum, die große Schutzmauer fallen zu lassen. Quasi vor den anderen „nackt“ zu sein, Ängste zuzulassen und mich fallen zu lassen. Am Ende habe ich eine Welt gesehen (und gefühlt), die so ganz anders war und Tausendfach schöner war, als ich sie mir je vorstellen konnte. Heute danke ich Gott und den vielen lieben wahnsinnig hilfsbereiten Menschen in Israel dafür, dass sie mir mein Herz geöffnet haben!

 

Haben Israel und der Israel Trail euch berührt?

 

Merlin Auf jeden Fall. Für mich war es etwas ganz Besonderes, auf dem Boden zu wandern, auf dem Jesus und seine Jünger gewandert sind, vor dem Grab Joshuas zu stehen und auf den Mauern der heiligen Stadt den Blick auf den Ölberg zu richten und mir vorzustellen, wie genau dort die Passion Christi an jener Nacht begonnen hat. Ganz unabhängig davon war die lange Wanderung außerhalb jeder Zivilisation eine Erfahrung, die mich mir selbst, dem Freund, den Menschen denen wir begegnet sind und der Welt näher gebracht hat. Kein Getränk wird je wieder so gut schmecken wie die Limonade in dem ersten Kibbuz, zu der man uns eingeladen hat. Kaum eine Überraschung wird freudiger in Erinnerung bleiben wie die an jenes lesbische Pärchen, dass an einem unserer ersten Übernachtungsplätze den Sonnenuntergang bewundert hat und dann nach Hause auf eine Familienfeier gefahren ist, geraume Zeit später völlig unerwartet in der Dunkelheit vor uns stand und uns mit einer Tüte voller Essenssachen bedacht hat. Israel ist ein heiliges Land und die Menschen darin sind Gottes Volk. Unsere Reise war nur zwei Wochen lang – mehr geben die Osterferien eines Lehrers einfach nicht her – und ich kann mir vorstellen, dass die von Dir, Christian geschilderte Erfahrung bei einer noch längeren Wanderung alleine noch einmal in ganz anderer Intensität aufkommt. Aber unser kurzer Ausschnitt vom Shvil hat gereicht, um es Dir nachfühlen zu können – noch besser als nur durch die Lektüre deines Buches!

 

Michael Mich auf jeden Fall, absolut. Ich war ja früher schon mal in Israel und beschäftige mich auch sonst sehr mit dem Land, seiner Geschichte und seinen Menschen. Insofern war ich nicht total unvorbereitet. Aber die wirkliche Hilfsbereitschaft der Leute hier, dieses offene und freundliche Verhalten war dann doch, trotz den vielen Beschreibungen in deinem Buch, ein absoluter Wahnsinn und wunderschön das zu erleben. Ich bin mir zu 100% sicher dass wir solche Dinge, vor allem so häufig, weder in Deutschland noch in den meisten anderen Urlaubsländern erlebt hätten.
Israel ist anders, als viele es sich vorgestellt haben. Gigantisch!

Israel ist anders, als viele es sich vorgestellt haben. Viel schöner. Viel besser. Gigantisch!

 

Ausrüstung für den Israel Trail

Christian Teure Sportsocken oder billige Tennissocken? Was braucht man wirklich für den Israel Trail? Was ist Schwachsinn und was ist eurer Meinung eine Überlegung wert?
Merlin Socken sind wichtig! Ich weiß nicht, ob billigere Tennissocken im Endeffekt auch gegangen wären. Ich habe mir zwei Paar gute, aber nicht unglaublich teure Wandersocken von Lauche und Maas gegönnt. Wichtiger Tipp: Socken zur Tageshälfte wechseln! Meine haben auch nach 8 Tagen Weg nicht gestunken und die Blasen hielten sich in Grenzen.

Geliebt habe ich meinen 3L Camelback Trinkrucksack, mit dem man auch unter dem laufen trinken kann. Im Laden haben Sie einen heiligen Eid geschworen, dass er unkaputtbar ist und nicht auslaufen wird – toi toi toi, so war es auch. Trotzdem habe ich extra Wasserflaschen dabei gehabt, was ich auch weiterempfehlen würde.

Ohne Hut ist man tot – auch schon im Norden, zumindest, wenn man so sonnen-empfindlich ist wie ich.

Irgendwie kamen wir auf 23kg (inklusive Food&Water). Ich wüsste echt nicht, was wir hätte weglassen können. Michael hatte ein paar nicht überschwere Tools dabei, die vielleicht nicht lebensnotwendig waren, aber unheimlich praktisch. 10kg Gepäck – wie soll das gehen? Okmit unfassbarer Teurer ultralight Ausrüstung hätte man wohl noch 2-3 kg sparen können (Zelt, Schlafsack).

Michael Tja, da fragst du die falschen…. Wir mussten ja auf jeden Fall ne Menge Dinge mitnehmen die man eigentlich auch hätte daheim lassen können. Also für mich waren meine Kniebandage absolut notwendig, ebenso gute, eingelaufene Schuhe und gute Sportsocken. Ein Hut gegen die Sonne ist Pflicht und natürlich ein guter Rucksack. Da wir nicht bei Trail Angles übernachten wollten waren Zelt, Schlafsack und Isomatte auch dabei. Ansonsten haben wir versucht uns an deine „Regel der zwei“ zu halten. Was mehr als zwei ist ist schon zu viel.
Christian Nehmt bloß nicht zu viel Gepäck mit! Aber Ihr habt ja nicht auf mich gehört…
Merlin Siehe oben. Ich denke häufig an die nächste Etappe und denke mir: Mein Gott, wo kann ich Gewicht sparen … und mir fällt nichts ein! Vielleicht lasse ich 2-3kg Wampe daheim….
Michael Naja, einige Sachen wollte ich einfach mal ausprobieren, wie z.b. mein Poncho-Zelt, einen Wasserfilter oder den Survival Multitool Spaten. Es wäre sicher auch ohne gegangen, aber es macht doch keinen Sinn solche Sachen erst zu kaufen und dann lässt man sie aus Gewichtsgründen daheim. Und ganz im Ernst, wir konnten jedes einzelne Teil das wir dabei hatten wirklich gut gebrauchen. Mag sein dass es auch ohne gegangen wäre, aber wir waren sehr froh all die Dinge dabei gehabt zu haben.
Christian Manchmal ist es Bestimmung, etwas zu vergessen? Ihr hattet ja nicht einmal eine Israelische SIM-Karte und somit auch keine Telefonnummern von Trail Angels? Ausgedruckt habt ihr sie auch nicht, oder? Wo habt ihr geschlafen?
Merlin Wir haben einfach unser Zelt da aufgeschlagen wo wir gerade waren. Natürlich haben wir so gut wie möglich versucht, ein Etappenziel zu erreichen, wo man idealerweise Trinkwasser auffüllen kann und halbwegs windgeschützt und eben schläft. Das gelang meistens aber nicht immer. Ich finde, das war gut so!
Michael Tja, die Liste mit den Trail Angels hätte ich echt ausdrucken sollen…. War alles in meiner Dropbox, aber ohne Zugang zum Internet hat das nicht viel gebracht. Na egal, ging auch ohne ganz gut. Wir wollten eigentlich sowieso nur im Notfall zu den Trail Angels und ansonsten lieber zelten im Freien. Und so haben wir das dann auch gemacht, jeden Nachmittag angefangen einen geeigneten Platz zu suchen und dann die Zelte aufgestellt… war kein Problem.
Zelt am Shvil

Freiheit pur: Das ist der Israel National Trail. Zelt aufstellen. Und am nächsten tag einfach weiter laufen!

 

 

Der Israel Trail schenkt jedem seine ganz eigenen Erfahrungen…

Christian Israelische „Omas“ sind da wohl härter im Nehmen? Die schlafen im Freien und zeigen’s den jungen Leuten?
Merlin Unfassbar. Ein zierliches altes Mütterchen mit mehr Rucksack als Mensch ist uns mehrmals über den Weg gelaufen. Immer wenn wir am Ende der Kräfte im Schatten gelegen sind und auf die Geier gewartet haben, spazierte sie mit einer unerträglichen Leichtigkeit des Seins an uns vorbei und tat kund, nun nicht mehr auf uns warten zu wollen … Michael und ich haben fantasiert, dass die Dame bestimmt ein Oberst der israelischen Armee sein muss und bestimmt vor dem Sechstagekrieg Spezialeinheiten trainiert hat. Anders war uns der Fitnessunterschied zwischen ihr und uns nicht begreiflich zu machen.
Michael Ja, unsere „IDF-Oma“ war schon echt der Hammer…. Sie hatte genauso viel Gepäck dabei wie wir, war aber doppelt so alt und dafür nur halb so groß wie wir…. Nicht mal ein Zelt hatte sie dabei, hat einfach so unter einem Baum geschlafen. Und schneller als wir war sich auch…. Echt irre, hätte ich es nicht selbst erlebt würde ich es nicht glauben.
Christian Wenn es nicht um den Sport geht, um was geht es dann?
Merlin Um das Erleben und verschieben der eigenen Grenzen, um das Aufsaugen und fühlen des heiligen Landes, um das Üben des Verzichtes, um die Begegnungen auf, neben und über dem Weg.
Michael Mir ging es darum endlich mal wieder das Land Israel zu besuchen, und so richtig intensiv zu erleben. Das geht nun mal nicht im Hotel oder am Strand, da muss man raus unter die Leute, oder wie wir in die Natur.
Christian Einfach mal so bei einer Gruppe Israelischer Pfadfindern grillen und schlafen… In einem All Inklusive Urlaub erlebt man so etwas nicht, oder?
Merlin Nein.
Michael Genau…. Die meisten tollen Erfahrungen die ich auf dem Shvil Israel gemacht habe, hätte ich niemals in einem gebuchten all-inklusive Urlaube erleben können. Gerade die Freiheit, aber auch die Ungewissheit jeden Tag aufs Neue ist eine ganz besondere Erfahrung. Wobei ich zugeben muss dass ich mir schon ab und zu ein Bett oder eine Dusche gewünscht hätte…
"Danach bist Du ein anderer Mensch!" Unterquerung einer Landstraße am Israel Trail

„Danach bist Du ein anderer Mensch!“ Unterquerung einer Straße am Israel National Trail

 

 

Kann und darf man einfach mal so weg?

Christian Wir drei haben alle zwei Kinder. Ihr erwartet beide gerade jeweils noch ein drittes Kind. Ist es nicht wahnsinnig egoistisch, einfach zu sagen „Ich bin dann mal weg“?
Merlin Ja, es wäre verdammt egoistisch gewesen, einfach mal ein paar mehr Wochen bis zum roten Meer weiterzuwandern, dabei draufzugehen oder mit einer hübschen Israelin durchzubrennen und deswegen die Geburt zu verpassen. In dem begrenzten Zeitfenster im sicheren Abstand vor Geburtstermin war es aber für meine Familie in Ordnung. Meine Frau hat nach der Lektüre deines Buches zu mir gesagt, komm Merlin, das machst Du jetzt noch vorher.
Michael Stimmt, kann man so sehen. Aber zum Glück haben unsere beiden Frauen gesehen dass es für uns ein großer Wunsch war diese Wanderung durch Israel zu machen, und glücklicherweise haben sie es uns auch beiden erlaubt. Immerhin das letzte „Abenteuer“ für eine ganze Weile… Wenn die Kinder groß genug sind möchten wir aber auf jeden Fall nochmal nach Israel, diesmal dann mit der Familie.
IDF und Klagemauer

Alles ganz anders, als Du es Dir jemals vorgestellt hast. Nimm es an!

 

Israel: Vorurteile über Vorurteile

 

 

Christian „Ich war aber noch nie in Israel“, höre ich immer wieder und dabei schwingen oft auch eine gewisse Angst oder Vorurteile mit. Was sagt man denen, die zumindest einmal über das Thema „Israel“ nachdenken?
Merlin Grundsätzlich kann man sagen, dass Israel in vielerlei Hinsicht das sicherste Land der Welt ist. Ja, es ist umzingelt von Feinden und die Vorstellung, dass ein paar Kilometer weiter der IS ungehindert Köpfe abschneidet oder Assad Giftgas einsetzt ist natürlich genauso beunruhigend wie das Wissen, das in diesem Land Menschen leben, denen man beigebracht hat, dass sie Gottes Wille tun, wenn sie unschuldige töten. Umso drastischer habe ich das Land als Bollwerk des Guten wahrgenommen. Der Anblick von Soldaten in Badelatschen und Bikinis mit M16 über der Schulter und Eis in der Hand oder an den Anblick vom Pfadfinderleiter mit Holster und Pistole muss man sich vielleicht erst einmal gewöhnen. Aber wenn man das getan hat versteht man sehr schnell – hier passen die Menschen gut aufeinander auf. Das ist leider notwendig, daher gut und richtig so.

Ich will mir ein Zitat aus deinem Buch ausleihen und es ergänzen: „Wenn Dir die Juden nicht helfen, dann helfen dir die Araber, wenn dir die Araber nicht helfen, dann helfen dir die Busfahrer“, und wenn die dir auch nicht helfen, dann hilft Dir Gott, der ist nämlich hier zu Hause!

 

Michael Ich kann jedem nur empfehlen es einfach mal zu machen. Egal weshalb man in Urlaub fliegt oder was man gern machen möchte, in Israel ist alles möglich. Gemütlich in einem Luxushotel liegen und Strandurlaub an einer der schönsten Küsten der Welt machen? Kein Problem…. Oder durch Berge und Wüsten wandern? Ebenfalls möglich…. Sogar Skifahren im Sommer auf dem Berg Hermon ist drin…. Und am tollsten sind natürlich die Menschen die man dort treffen kann. Es ist ein unglaublich bunter Mix aus allen möglichen Ländern und Kulturen. Und im Gegensatz zum Bild das unsere Medien verbreiten leben die allermeisten Menschen dort friedlich zusammen und sind offen für Alles. Einen Urlaub in Israel wird man auf jeden Fall gewiesen.

 

Taufe in Israel

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Egal, was Du bist, lass andere sein, was SIE sind!

 

Sicherheit in Israel. Wie sicher ist man am Israel National Trail?

 

Christian Wie ist es um die Sicherheit in Israel bestellt? Wie empfindet ihr beide das nun subjektiv, als Wanderer, die persönlich vor Ort waren?
Merlin Siehe oben.

Als Wanderer merkt man an vielen Stellen, dass in Israel kein paternalistischer Sicherheitswahn gilt wie bei uns, wo man erschossen wird, wenn der Kindersitz das falsche Prüfsiegel hat oder ein Sicherheitsgut zu locker sitzt. Viele Stellen, an denen Absturzgefahr besteht, wären in Deutschland mit Warnhinweisen zugepflastert oder mit Absicherungen verstärkt. Israel setzt da eher auf Eigenverantwortung und gesunden Menschenverstand. Auch wenn ich auf dem Shvil ein paarmal überrascht geschluckt habe, so habe ich das doch als befreiend empfunden. Mag gut sein, dass ich mir auf dem Shvil in der Negev mehr Sicherheit wünschen würde.

Michael Wie schon gesagt ist Israel ein sehr sicheres Land. Schwer zu glauben nach all dem was man in unseren Medien so hört, aber es ist wirklich so. In Israel kann man, auch als einzeln reisende Frau, ohne Probleme quer durchs Land reisen, alleine zelten oder sich den den Städten vergnügen. Man darf sich halt nicht daran stören dass man sehr viele bewaffnete Soldaten sehen wird, oder durch Sicherheitsschleusen geht bzw. mit Metalldetektoren abgetastet wird. Aber das ist in anderen Ländern inzwischen leider auch so und dient nun mal der Sicherheit. Man sollte auch nicht mit einer Kippa oder einem Davidstern um den Hals in ein arabisches Dorf gehen…das könnte leicht übel ausgehen. Das soll jetzt gar nicht politisch sein, es ist aber die Wahrheit. Die ganzen Soldaten stehen ja nicht zum Spaß herum, und wenn es zu Anschlägen kommt dann gehen die eben immer von einer bestimmten Gruppe aus. Aber das ist kein Grund sich unsicher zu fühlen in Israel. Auf dem Shvil hatten wir niemals eine Begegnung die bedrohlich war und auch in den Städten war alles ruhig.
Israel

Wenn Du erst einmal hier in Israel stehst, hat Dir also keiner etwas ausgeredet!

 

Dein bester Freund könnte Dir Israel ausreden…

 

Christian Meine Webseite israel-trail.com kostet mich viel Zeit. Es liegt mir sehr am Herzen, allen Interessierten hier ein buntes und faires Bild von Israel und den wunderbaren Erfahrungen mit den Menschen dort zu vermitteln. Ich möchte offen sein, für das Menschliche, das Fröhliche und das Hoffnungsfrohe. Mittlerweile nötige ich auch anderen, wie Euch viel Zeit ab, über ihre Israel-Erfahrungen zu berichten. Als „Dank“ bekommen wir nun Hasskommentare, werden massiv angegriffen. Auch die Webseite selbst ging wegen gezielter Angriffe (Brut-Force-Attacks) schon sieben Mal in die Knie und musste jedes mal komplett neu aufgesetzt werden. Die Zahl denjenigen, die „Israel“ hassen und damit auch jeden, der Positives berichtet, scheint groß und systematisch organisiert zu sein. Manchmal denke ich ans Aufgeben und frage mich, ob ich bei meiner Webseite den „Netzstecker“ ziehen soll. Für Israel einzustehen, scheint schwieriger zu sein, als den Israel National Trail bis zum Ende zu gehen.

So wird beispielsweise die Initiative „Wasserraub.de“ von einem deutschen Bundesministerium gefördert, welches mir nun sinngemäß schreibt, ich könne es ja auch so machen.

 

In mir brennt es aber, zu zeigen, dass „Israel“ und seine Menschen viel besser sind, als ihr Ruf…

Merlin Möge dieses Feuer nicht verlöschen!

„Israelkritik“ in der destruktiven und unfairen Weise, wie wir es leider verstärkt beobachten können, ist der neue Antisemitismus. Wenn man gesehen hat, wie das Wüste Land durch einen unfassbar großen Einsatz von Händen in einen grünen Garten verwandelt worden ist, wenn man begreift, wie viel segensreiches aus Forschung und Technik aus diesem winzigen Volk in diesem winzigen Land hervorgeht, wenn man erlebt, wie die Menschen ihr Land lieben, gut zu ihm sind und gleichzeitig so offen auf die Welt zugehen, von der sie wieder und wieder vor den Kopf gestoßen werden, verliert man immer mehr Verständnis für den schlechten Ruf Israels und seiner Menschen.

Wer gesehen hat, wie nah die Hügel von Judaea-Samaria an Tel Aviv liegen, nämlich einen guten Pfeilschuss weit weg, der wird Verständnis dafür gewinnen, dass Israel nicht riskieren kann, dass dort feindliche Geschütze in Stellung gebracht werden. Ich wusste vorher, wie klein Israel ist – und doch hat es mich überrascht, wie klein Israel wirklich ist. Ich wusste vorher, dass Israel das heilige Land ist, – und doch war ich überrascht, wie gut die Menschen dieses Landes zu ihm sind. Ich wusste vorher, dass Israel eine weltoffene und aufgeschlossene Kultur pflegt – und doch war ich überwältigt davon, sie zu erleben.

Israel ist der beste Freund, den die Welt hat. Ich hoffe sie erkennt das besser heute als morgen.

 

Michael Tja Christian, du sprichst mir aus der Seele. Ich denke jeder der sich auch nur halbwegs positiv zu Israel äußert wird dieselben Erfahrungen machen. Von Unverständnis über Beleidigungen bis hin zu konkreten Morddrohungen ist da alles drin, und der Freundeskreis lichtet sich auch recht schnell. Mir geht das so seit etlichen Jahren, aber genau deshalb werde ich auch nicht aufhören oder still sein. Sehr oft sind die Leute die sich so abfällig über Israel äußern einfach nur falsch und einseitig informiert. Unsere Medienlandschaft prägt da ein sehr Israel feindliches Bild, und das seit Jahren. Teilweise recht subtil, aber doch sehr wirkungsvoll. Sobald die Leute aber anfangen dieses Narrativ zu hinterfragen, sich besser zu informieren oder gar selbst die Lage vor Ort anzuschauen… sobald sie das tun stellen sie fest dass man sie über Jahre hinweg angelogen hat. Dass weder die Juden noch der Staat Israel „böse“ sind…. Und deshalb höre ich auch nicht auf damit Menschen über Israel zu informieren und falsches Halbwissen zu berichtigen.

Israel ist vielfältig, bunt und vor allem: Sicher

 

 

Wie teuer ist der Israel National Trail?

 

Christian Zurück zum Shvil Israel. Bestimmt haben eure Frauen aufgepasst, dass es nicht zu teuer wird (lacht)? Was hat euch diese Erfahrung gekostet?
Merlin Das Preisniveau ist ziemlich genau vergleichbar mit München, vielleicht mangels Aldi und Lidl für Lebensmittel etwas höher. Insgesamt waren die Kosten sehr überschaubar. Wir haben uns sogar für den Schluss der Reise einen Mietwagen und einen Tauchgang im roten Meer gegönnt. Die Gesamtkosten der zweiwöchigen Reise blieben trotzdem, inklusive Flug und allem, dreistellig.

 

Michael Auf dem Shvil selbst haben wir so gut wie gar kein Geld gebraucht. Wir mussten nur einmal in einem Kibbuz einkaufen, ansonsten wurde uns immer wieder von anderen Menschen was geschenkt. Einmal sind sogar zwei jüngere Frauen extra nochmal zu uns heraufgefahren, nachdem sie erst bei ihrer Familie zur Pessachfeier waren, und haben uns von dort ein paar Sachen mitgebracht.
Pfadfinder am Shvil Israel

Mitten am Israeltrail stoßen Merlin und Michael auf gastfreundliche Pfadfinder

 

Am Shvil berührt jeder Schritt biblischem Boden

Christian Von Kibbuz Dan bis zum See Genezareth, da bewegt man sich ja ständig auf Biblischem Boden. Was erlebt man alles, was normale Bustouristen nicht erleben?
Merlin Du bist wirklich auf diesem Boden und nimmst die Perspektive an, die die Akteure der Bibel eben auch hatten. Sie waren zu Fuß wie Du, haben geschwitzt wie Du, haben Wasser getrunken wie Du, wahrscheinlich weniger Gepäck geschleppt wie wir… Ich würde sagen der Unterschied dort zu laufen oder mit dem Bus durchzufahren ist ähnlich groß wie der Unterschied hinzureisen oder nur darüber zu lesen und Bilder anzuschauen.
Michael Das ist schwer zu beschreiben. In einem Bus fährst du erst stundenlang irgendwo hin, dann wird ausgestiegen, der Touri-guide erzählt kurz was an der Stelle los war, was wichtig ist, man macht hektisch ein paar Fotos, und 15 Minuten später zwängt man sich wieder in den überfüllten Bus und fährt zur nächsten location. Wenn du zu Fuß unterwegs bist, vor allem abseits der normalen Straßen, dann bekommt alles eine viel größere Intensivität. Du kannst den Ausblick nicht nur 5 Minuten genießen, sondern brauchst vielleicht eine Stunde oder auch einen halben Tag bis sich die Landschaft ganz allmählich geändert hat. Man ist nicht eingequetscht mit anderen und gehetzt von Zeitplan, sondern kann für sich entscheiden wann man weitergeht oder wie lange man bleiben möchte. Wir haben die vorgeschlagenen Etappen auch nicht penibel eingehalten, sondern wie du geraten hast als groben Anhaltspunkt genommen. Das war ein sehr guter Rat. Schließlich ging es uns darum das Land und den Shvil zu genießen und nicht einen strengen Zeitplan einzuhalten.
Die Berge im Hintergrund gehören bereits zum Libanon

Die Berge im Hintergrund des Shvil Israel gehören bereits zum Libanon

 

Israelischer Hilfsbereitschaft begegnet man jeden Tag. Wir sollten davon lernen!

 

Christian Ihr habt mir viel über die Israelische Hilfsbereitschaft erzählt. Ein paar Beispiele …
Merlin Es gab sehr viele Beispiele, von denen Michael einige genannt hat. Mich hat am meisten beeindruckt was geschah, als zwei völlig durchgeschwitzte, stinkende Wanderer ihre Füße bei Migdal ins Wasser gehalten haben und beschlossen haben, nun den Shvil Shvil sein zu lassen und für den letzten Rest des Urlaubs einen Mietwagen zu nehmen. Es hat keine 10 Minuten small talk gebraucht, bis zwei Familien uns mit Tee und Lebensmitteln versorgt, und ihre Mobiltelefone gequält haben um für uns an Pessachende einen Mietwagen und eine Unterkunft zu organisieren. Wenige Augenblicke später saßen wir im Auto eines Badegastes mit seiner Frau, die uns die alles andere als unerhebliche Strecke nach Tel Aviv gefahren haben und uns auf dieser bedenkenswerten Fahrt unglaublich viel über Israel erzählt haben.
Michael Eigentlich wurde uns vom ersten bis zum letzten Tag geholfen….. echt irre. O.k., ich versuche mal ein paar schöne Momente zu beschreiben…. Schon am ersten Tag, als wir vom Flughafen zum Kibbuz Dan mussten, waren wir ziemlich aufgeschmissen. Eine ältere Dame, die unser Problem mitbekommen hatte, hat sich dann eine ganze Weile mit einem des Bahnpersonals unterhalten und kam dann mit einer ganz detaillierten Beschreibung welchen Zug und welchen Bus man nehmen muss zu uns. Und das um 04:00 Uhr morgens! Auf dem Weg wurde uns immer wieder etwas zu Essen oder Trinken angeboten, einfach so. Oder als wir zu einem großen Zeltlager der Pfadfinder kamen und eigentlich ziemlich fertig waren, und nur fragen wollten ob es stört wenn wir irgendwo am Rand unsere Zelte aufschlagen würden, da wurden wir sofort eingeladen bei der Pfadfinderfeier mitzumachen und mit jeder Menge Obst und Gemüse versorgt, und auch Mazzot und einer Art Nutella….. und zelten durften wir natürlich auch, keine Frage. Solche Dinge passierten wirklich ständig, wir hatten nie das Gefühl unerwünscht oder nur ein „nerviger Tourist“ zu sein.

Die Negev Wüste und das Tote Meer

 

Sag niemals nie!

 

Christian Acht Tage sind zu kurz, und dennoch „weltbewegend“ schön. Ihr habt mir fast eine halbe Stunde lang in den schillerndsten Farben den Platz in Migdal geschildert, an dem ihr… – und jetzt kommt’s – eines Tages weiter machen werdet! Es ist also nicht das Ende einer Reise, sondern…
Merlin … der Anfang? Ja, vielleicht. Vom Gefühl her würde ich sofort wieder losfahren, allerdings ist es mit drei kleinen Kindern daheim schon eine große Sache, „einfach mal weg“ zu sein. Du hast es in einer Frage ja schon angesprochen. Sag niemals nie. Die Stelle ist geloggt und kann gut sein, dass es dort in nicht allzu ferner Zukunft für uns weitergeht.
Michael ….unsere erste Etappe auf dem Shvil Israel. Ob wir ihn tatsächlich irgendwann ganz bis ans Ende gehen weiß ich nicht, aber wir möchten auf jeden Fall wieder nach Israel, und am liebsten auch in Migdal an dem Teich weitermachen. Man wird sehen….
Christian Nach acht Tagen habt ihr euch einen Mietwagen genommen und seid bis nach Eilat gefahren. Was habt ihr alles gesehen?
Merlin Mir werden, neben vielen, vielen anderen Dingen die von uns entdeckten und identifizierten Stätten Sodom und Gomorra in Erinnerung bleiben, zumindest wenn Michaels überzeugende Geo-Archäologischen Argumente valide sind. Ebenfalls glauben wir, die wahre Kreuzigungsstätte Golgota, die „Schädelstätte“ einen kurzen Weg außerhalb Jerusalems Mauern entdeckt zu haben.

Die Unterwassergärten des roten Meeres, die Weite der Wüste Negev, das reiche grün in Engedi, das glitzern des Sees Genesareth und die Lichter von Tel Aviv sind weitere Gedächtnisschätze, die ich nie loslassen werde.

 

Michael Das ist etwas das ich jedem nur empfehlen kann. Selbst wenn man nur ein paar Tage zur Verfügung hat, schnappt euch einen Mietwagen und fahrt durchs Land, es ist ja eh nicht besonders groß. Wir waren, nachdem uns jemand einfach mal so von Migdal nach Tel Aviv gefahren und dort auch noch ein Hostel besorgt hatte (wieder einer der Momente in dem uns unglaubliche Hilfsbereitschaft begegnet ist), sind wir zuerst ans Tote Meer gefahren. Das Naturreservat En Gedi muss man echt gesehen haben, an den grünen Wasserfällen mitten in der Wüste zu stehen, an denen schon der biblische David und Saul standen, das hat schon was. Vom toten Meer aus gingsdann nach Elat, wo wir spontan mit einer der dortigen Tauchschulen einen Ausflug zu den wunderschönen Korallen und Fischen des roten Meeres unternommen haben. Merlin ist ja Rettungstaucher, aber für mich war es der erste wirkliche Tauchgang, und dann gleich zu einem der schönsten Tauchgebiete auf dieser Welt. Von Elat ging es dann zurück zum toten Meer, diesmal zur Festung Massada. Auch das werde ich nie vergessen. Danach sind wir nach Jerusalem gefahren wo wir die letzten 2 Tage verbracht haben. Wir waren also wirklich in ganz Israel, von Kibbuz Dan im Norden bis nach Elat im Süden, und vom Sandstrand in Tel Aviv im Westen bis nach Massada im Osten. Und das alles in so kurzer Zeit, so was geht halt nur in Israel.
Israelfahnen!

Blau – weiß: Israelfahnen!

 

 

Was bleibt vom Israel National Trail?

 

Christian Normalerweise bezahlt man etwas für den Urlaub und bekommt dafür eine genau definierte Gegenleistung. Geschäft also, „Lächeln inklusive“. Ich selbst konnte nichts Materielles geben. Es beschämt mich noch immer und wird mich wohl auch nie mehr loslassen, dass ich nicht nur Brot und Wasser, sondern vor allem so viel Liebe geschenkt bekam.

 

Was habt ihr beide mit nach Hause genommen?

Merlin Liebe ist das einzige was mehr wird, wenn man es verschenkt. Außerdem lebt der Mensch nicht von Brot allein. Ich glaube nicht, dass Du beschämt sein musst, Christian. Aber ja, ich kann das nachvollziehen. So haben Michael und ich jedem, der uns freundlich begegnet ist und uns sogar in irgendeiner Form geholfen hat – oder von uns Hilfe bekommen hat (das kam auch oft vor) unsere Adresse verbunden mit einer Einladung hinterlassen und hoffen auf Überraschungsbesuch aus Israel.
Michael Eine unglaubliche Erfahrung, und sehr viel Herzlichkeit und Freundlichkeit….. hier in Deutschland hatte ich so was schon fast vergessen. Und die Gewissheit, dass ich noch oft nach Israel fahren werde.
Christian Bitte schenkt mir noch einen Satz, den ihr vervollständigt.

 

„Wer an nichts anderes mehr denken kann, als endlich einmal raus aus seinem Hamsterrad zukommen, der sollte…“

Merlin … über das Hamsterrad nachdenken. Lebe nicht um zu essen, sondern esse um zu leben. Beim der Suche danach, was Leben eigentlich ist, worauf es dabei ankommt und wie es lebenswert sein kann, hat Israel in vielerlei Hinsicht eine Menge gute Antworten, von Biblischer Vergangenheit bis zur Gegenwart. Eine Reise dorthin ist in jedem Fall eine Reise wert!
Michael …genau das tun! Aus dem Hamsterrad aussteigen, auch wenn es nur für eine kurze Weile ist, und sich am Leben selbst erfreuen. Abschalten, Batterien wieder aufladen…. Und am besten kann man das in einem Land wie Israel. Dont dream it, be it….

Lieber Merlin, lieber Michael, ich danke euch von Herzen für dieses wunderbare gemeinsame Gespräch. Der Israel Trail verbindet uns!

Fotos © Michael Eggert, Merlin Obermann

Diashow von Michael und Merlin / Shvil Israel

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