Buchtipp: Israel, mein Freund – Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt

Carmen Matussek, Autorin des Buchs Israel, mein Freund - Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt

Carmen Matussek

Viele Menschen haben ein negatives Bild von Israel, was man angesichts der gängigen Berichterstattung niemandem verübeln kann. Wer ein positives Bild von Israel hat oder das kleine Land – wie ich – sogar liebt, fällt oft auf der anderen Seite vom Pferd herunter und verteufelt die Palästinenser oder gleich alle Muslime.

 Ich möchte in diesem Buch beide Positionen konfrontieren und feststellen: Weder ist Israel an allem schuld noch entspringen alle Übel dieser Welt dem Islam.“ (…)

 

 

Weder ist Israel an allem schuld noch entspringen alle Übel dieser Welt dem Islam… schreibt Carmen Matussek gleich im ersten Kapitel aktuellen Buchs „Israel, mein Freund – Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt“.

Obwohl und gerade weil die Webseite „Israel-Trail.com“ politisch neutral und offen für viele Meinungen sein soll, möchte ich den Leserinnen und Lesern das Buch von Carmen Matussek näher vorstellen. Es ist ein Nischenbuch – auf den ersten Blick. Und eine großartige Bereicherung auf den zweiten Blick. Das Buch hat mich von der ersten bis zu allerletzten Zeile voll mitgenommen und beeindruckt.

Israel, mein Freund - Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt

Israel, mein Freund –
Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt

5 Sterne Bewertung

Genauso wie ich, hat sich auch Carmen eines Tages einfach aufgemacht und wollte mehr von unserer Welt erfahren. Sie wollte sich ein ganz eigenes Bild verschaffen. Losgezogen ist sie damals, wie sie selbst sagt, mit dem Fahhrad, einer Gitarre und u.a. einem Palästinensertuch. Und ohne Geld.

In ihrem Buch läßt sie ganz bewusst einzelne Menschen zu Wort kommen, die eine ganz andere und viel positivere Sicht auf die Dinge haben, als man es vielleicht erwarten würde. Die Geschichten, die die Menschen erzählen, mögen dabei keinesfalls repräsentativ sein. Sie lassen aber hoffen, dass es neben dem, in den Medien alltäglich vermitteltem und oft bis an die Grenze verzerrten Israelbild auch noch ganz andere Töne gibt.

Viele der durchaus positiven Sichtweisen decken sich gut mit meinen eigenen, rein zufälligen Begegnungen am Israel Trail, also mit den ganz normalen und „einfachen“ Menschen auf der Straße.

Das Buch „Israel, mein Freund – Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt“ hat mich von der ersten Zeile an fasziniert, weil sie mir bestätigt, dass ich mit meinem Glauben an das Gute nicht ganz allein bin.

Das Buch vermittelt kurzweilig politische, wie historische Gedanken an Hand lebendig geschriebener und hochaktueller Berichte und gibt dem Leser einen tiefgreifenden, wie auch positiven Ausblick mit auf den Weg.

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Wer keine rein politisch/ historisch trockene Literatur verschlingen möchte, sondern lieber lebendige und dennoch sehr faktenreiche Geschichten lesen möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten. Spannend, schön zu lesen und ein echtes Highlight, dass sich fünf Sterne verdient: Nach diesem Buch hat man definitiv ein viel tieferes Verständnis für Land und Leute und ist gewappnet für den Israel Trail.

– Christian Seebauer –

Das Buch gibt es für im Buchhandel, z.B. bei

 

Leseprobe aus dem Buch:

 

Abderrahim Chhaibi – Die jüdische Identität der islamischen Länder

Antisemitismus in der islamischen Theologie

Abderrahim ist wie neu geboren. Ich lernte ihn 2015 auf der Antisemitismuskonferenz des israelischen Außenministeriums in Jerusalem kennen. Dort wuselte er zwischen Diplomaten, Professoren und religiösen Würdenträgern umher, ließ sich mit allem und jedem fotografieren und genoss es, kein Antisemit mehr zu sein: »Bis vor etwa sieben Jahren war ich Antisemit, jetzt bin ich ein Kämpfer gegen Antisemitismus und ein Freund Israels«, erzählt er freudig. In der Tat muss es sehr befreiend sein, nicht mehr hassen zu müssen. Abderrahim ist Marokkaner, Berber und säkularer Muslim. Er erzählt offen aus der Zeit, in der er die Juden und Israel gehasst hat. »Das hatte ich mir nicht ausgesucht, aber so bin ich aufgewachsen«, sagt er. Er wurde in einer kleinen, abseits gelegenen Stadt im Süden Marokkos geboren. Das Leben dort beschreibt er als einfach und beschaulich. »Ich ging in die Koranschule und lernte schon früh die Grundlagen der Religion und die arabische Sprache. Hier hörte ich zum ersten Mal etwas über Juden. ›Jude‹ oder ›Judensöhne‹ benutzte unser Prediger beziehungsweise Lehrer als bevorzugtes Schimpfwort.

Das gehörte in der Kindheit zu unserer Erziehung. Unser Antisemitismus war emotional und unbewusst. Wir hassen die Juden, aber wir wissen gar nicht, warum wir sie hassen. Unsere Eltern waren Opfer derselben Erziehung und Stereotype, besonders, wenn sie Analphabeten waren: Juden, Frauen und Esel waren das gleiche. Wenn jemand in der Alltagssprache einen Juden oder einen Esel erwähnte, folgte dem immer der Zusatz ›Hachakum‹, ›Gott behüte!‹« Abderrahim, dessen Name übersetzt »Knecht des Gnädigen« bedeutet, hält den Islam für einen der Hauptgründe für den Antisemitismus in seinem Land. Das liegt unter anderem daran, dass in seinem Fall die Koranschule der Ort war, wo er zuerst mit Antisemitismus in Berührung kam.

Der Judenhass wurde ihm als Gottes Wille verkauft. Er führt aus, »dass Muslime im Allgemeinen die Anhänger anderer Religionen als ungläubig betrachten. Andere monotheistische Religionen halten sie für verfälscht. Das gilt für Christentum und Judentum. Denn Muslime sehen im Islam die wahre Religion und den einzigen Glauben, der von Gott angenommen wird. Als letzte Religion, so die Lehrmeinung, sollte der Islam das Judentum und das Christentum von ihren Missdeutungen und Verfälschungen befreien.« Raheel Raza, Qanta Ahmed (beide stelle ich später noch ausführlich vor) und auch der Koran selbst würden Wege finden, hier zu widersprechen. Aber es stimmt, dass das, was Abderrahim sagt, eine gängige Lehrmeinung und Interpretation der islamischen Schriften ist. Nicht nur Islamisten würden das bestätigen. Vielmehr ist es der Grundtenor etablierter islamischer Theologie seit Jahrhunderten bis heute. »Die Beziehung des Islam zu den Juden«, fährt Abderrahim fort, »ist noch schwieriger als die zu anderen Religionen.

Ich denke, dass das mit der islamischen Geschichte zu tun hat. Es gab einflussreiche jüdische Stämme in Arabien und der Prophet Mohammed war auf ihre Unterstützung oder zumindest ihr Einvernehmen angewiesen, um die arabischen Stämme für den Islam gewinnen zu können. Aber die Juden begegneten ihm mit Argwohn, weil er kein Jude war und nicht zu Israel gehörte, denn sie fürchteten um ihre Zukunft in Arabien, wenn die neue politische und religiöse Bewegung Erfolg haben sollte, besonders weil der Koran beziehungsweise der Prophet behaupteten, die Juden hätten ihre Schriften verfälscht. Nachdem die Juden Mohammed ihre Gefolgschaft versagt hatten, bezeichnete er sie als sture Prophetenmörder. Außerdem behauptete er, dass sie ihn töten und die arabischen Ungläubigen dabei unterstützen wollten, den Islam und die Muslime von der arabischen Halbinsel zu vertreiben. Also jagte er sie aus der Stadt, raubte ihr Gut, nahm ihre Frauen gefangen und verübte sogar ein Pogrom an ihnen.« Tatsächlich kämpfte Mohammed erbittert gegen die jüdischen Stämme in Medina. Man kann sagen, dass Medina (früher »Yathrib«) vormals eine jüdische Stadt gewesen ist. Machtkämpfe zwischen jüdischen und arabischen Stämmen hatte es aber schon lange vor Mohammeds Ankunft in Medina gegeben. Die frühen Kämpfe der Muslime gegen die Juden, die den Islam nicht annehmen wollten, sind in die islamischen heiligen Schriften eingegangen.

Heute stützt sich der islamische Antisemitismus auf Berichte aus dieser Zeit. Martin Luther machte in seiner Haltung zu den Juden übrigens eine ganz ähnliche Entwicklung durch wie Mohammed. Nachdem er aus der Bibellektüre neue Einsichten gewonnen hatte, die sein Leben und Gottesbild revolutionierten, war er sich sicher, dass seine jüdischen Bekannten nun leicht das Evangelium annehmen würden. Er wollte ihnen mit der Liebe Jesu und dem Respekt begegnen, der ihnen als auserwähltem Volk Gottes gebührte. Mit diesem guten Vorsatz war es bald vorbei, als Luther bei den Juden auf verschlossene Türen stieß. Sein Missionseifer schlug in bodenlosen Hass um. Schriften wie »Von den Juden und ihren Lügen« und andere dienten weiten Teilen der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus als theologische Rechtfertigung für die Judenverfolgung. Der Reformator hatte unter anderem vorgeschlagen, die Synagogen niederzubrennen und die Häuser der Juden zu zerstören.

Im Lutherjahr 2017 – 500 Jahre nach dem berühmten Thesenanschlag – wird dieses düstere Kapitel nicht unerwähnt bleiben. Abderrahim fährt fort: »Diese Ereignisse haben Auswirkungen auf das Bild, das Muslime heute von den Juden haben. Ein einfacher Muslim glaubt in der Regel, dass Juden wie Affen und Schweine sind. Im Koran wird erwähnt, dass ein jüdischer Stamm den Schabbat nicht geheiligt habe und Gott sie in Affen und Schweine verwandelt habe. Außerdem seien Juden Prophetenmörder, die auch ihren Propheten Mohammed hätten töten wollen. Sie seien Heuchler und Betrüger. Die Juden seien sich bewusst, dass der Islam die einzig wahre Religion und Mohammed der letzte Prophet sei, denn in der Thora sei darüber geschrieben worden. Aber sie würden diese Wahrheit verheimlichen und hätten ihre heiligen Schriften gefälscht. Radikale Muslime betrachten Juden als Feinde ihrer Religion. Sie glauben, der Islam gebiete ihnen, die Juden als Heuchler und Feinde Gottes zu bekämpfen, also gegen sie in den Dschihad zu ziehen. Sie leben in dem Glauben, die Juden würden alles daran setzen, den Islam und die islamischen Länder und Gesellschaften zu zerstören.

Einige Aussagen des Propheten Mohammed legen nahe, dass der Kampf der Muslime gegen die Juden bis zum Auferstehungstag andauern wird, wenn der Antichrist kommen und die Juden und Ungläubigen um sich scharen wird, um die Muslime zu verführen oder umzubringen. Am Ende der Zeiten, so heißt es, würde Jesus Christus wiederkommen, Muslim werden und den jüdischen Antichristen töten. Zu dieser Zeit würden die Muslime überall die Juden töten. Die Juden würden versuchen, sich hinter Bäumen und Steinen zu verstecken, aber diese würden sprechen und die Muslime dazu aufrufen, sie zu töten. Nur der Gharqad-Baum, der Baum der Juden, würde das nicht tun.« Hier bezieht sich Abderrahim auf einen berühmten Ausspruch Mohammeds. Dieser soll gesagt haben: »Die Stunde wird nicht schlagen [also: das Jüngste Gericht wird nicht kommen], bis die Muslime die Juden bekämpfen und töten. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Aber die Steine oder Bäume werden sagen: O, Muslim! O, Diener Gottes! Ein Jude versteckt sich hinter mir. Komm und töte ihn! Nur der Gharqad-Baum nicht; denn er ist ein Baum der Juden.«

Dieser Ausspruch wird auch in Artikel 7 der Charta der Hamas zitiert. Sollte sich jemand fragen, um welchen Baum es hier geht: Man weiß es nicht. Es ist kein Baum unter diesem Namen bekannt. Aber es gibt Hinweise darauf, dass eine Art Christusdorn gemeint gewesen sein könnte. Wahrscheinlich war diese Geschichte den meisten Muslimen lange völlig unbekannt. Sie steht nicht im Koran, sondern in den Hadithen, also der Überlieferung dessen, was Mohammed gesagt haben soll. Manche würden sie deswegen als nicht authentisch oder zumindest nicht verbindlich bezeichnen. Allerdings entstammt der zutiefst antijüdische Ausspruch der Sammlung von Muslim ibn al-Haddschadsch, der neben al-Bukhari der wichtigste Hadithensammler überhaupt ist. Seine Auswahl an Aussprüchen Mohammeds, die er für authentisch befunden hat, wird vom Großteil der islamischen Theologie anerkannt.

Folglich ist diese Art von religiösem Antisemitismus ein Teil des Islam. Es gab Zeiten, in denen dieser Teil weniger oder gar nicht betont wurde. Heute haben solche Verse große Bekanntheit erlangt. Es sind nicht nur Verse, die von Islamhassern zitiert werden, wenn sie ihre Abneigung gegen Muslime begründen wollen. Sie werden leider auch von Islamisten und Muslimen immer häufiger bemüht, besonders im Zusammenhang mit Israel. Abderrahim fährt fort: »Am Ende würden alle Juden getötet werden, und die Muslime würden die Welt ererben bis zum Ende aller Zeiten. Das ist eine kurze Zusammenfassung der islamischen religiösen Texte, die das Bild von den Juden prägen. So sehen das extremistische Muslime und Terrorgruppen wie der Islamische Staat (IS), die Israel als ihr Schicksal und die Erfüllung von Prophetien sehen.« Auch gläubige Juden und Christen sehen in der Rückkehr der Juden nach Israel eine Erfüllung biblischer Prophetien. Immer wieder fin den sich entsprechende Stellen in den Büchern der alttestamentlichen Propheten. »Ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Nationen und aus allen Orten, wohin ich euch vertrieben habe, spricht der HERR. Und ich werde euch an den Ort zurückbringen, von dem ich euch gefangen weggeführt habe« (Jeremia 29,14b).

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Jahrhundertelang haben solche Verheißungen in den Juden der Diaspora die Hoffnung wachgehalten, dass sie irgendwann in ihr Land zurückkehren würden.

Die »extremistischen Muslime«, von denen Abderrahim hier spricht, glauben hingegen, dass Allah die Juden an einem Ort sammle, damit man sie leichter vernichten könne.

Mehr dazuauf der Webseite von Camen Mataussek ->

Artikelinformationen

Artikelbeschreibung

Bücher wie Hitlers „Mein Kampf“ sind in vielen islamischen Ländern seit Jahrzehnten Bestseller. Entsprechend häufig sind dort Vorurteile gegen Juden anzutreffen. Aber es gibt auch Muslime, die diese antisemitische Prägung hinterfragt haben – und nun Israel verteidigen, manchmal unter Einsatz ihres Lebens. Einige davon hat Carmen Matussek persönlich kennengelernt. Was sie erzählen, gibt einen erschütternden Einblick in die Israelfeindlichkeit in der islamischen Welt – aber weckt auch die Hoffnung, dass Versöhnung und Frieden möglich sind.

 

Zusatzinformationen
  • Format: Buch – Paperback
  • ISBN: 978-3-7751-5693-6
  • ISBN 10: 3775156933
  • Auflage: 1. Auflage, 25.07.2016
  • Seitenzahl: 272 S.
  • Maße: 14 x 21.5 x 2.2 cm
  • Gewicht: 384g
  • Mit s/w Karten und Bildern

Hitlers Mein Kampf auf Arabisch

Der antisemitische Einfluss, dem Abderrahim ausgesetzt war, blieb nicht auf die Koranschule beschränkt. Auch in Marokko sind das Bildungswesen und die Medien davon betroffen. Abderrahim fährt fort: »Der Schulunterricht, die Massenmedien und andere gesellschaftliche Einrichtungen haben einen großen Anteil am Judenhass in Marokko. Ich erinnere mich noch an meine ersten Jahre in einer öffentlichen Schule, wo man uns die Juden als Affen, Schweine und Prophetenmörder vorstellte. Sogar im Kunstunterricht brachten uns die Lehrer bei, einen Muslim schön und einen Ungläubigen hässlich zu malen. Anlässlich von Nationalfeiertagen und Schulveranstaltungen führten wir Theaterstücke vor und sangen Lieder, die Hassausdrücke gegen Juden enthielten und sie als Besatzer arabischer und islamischer Länder bezeichneten.

Das hat großen Einfluss, wenn es dann auch noch von den Medien gestützt wird, die Juden und Israelis als Monster darstellen. In den Neunzigern verbreitete sich antisemitisches Gedankengut in Marokko durch den Fortschritt der Medien, die Ausstrahlung verschiedener Fernsehkanäle und die Entstehung extremistisch-religiöser Bewegungen. Durch internationale Krisen wie den Golfkrieg, Tschetschenien, Bosnien und Herzegowina und die blutigen Ereignisse in Algerien gewannen arabische Nationalbewegungen neuen Aufwind. Während dieser Zeit besuchte ich eine weiterführende Schule und war sehr angetan von den Ideen der islamischen Bewegung. Einer meiner Lehrer ermutigte mich, mich ihnen anzuschließen. Dort lernte ich meine ersten Lektionen in Sachen Verschwörungstheorien. Ich las die Protokolle der Weisen von Zion, Mein Kampf von Adolf Hitler und Die Gründungsmythen der israelischen Politik von Roger Garaudy.

Tatsächlich ist derartige Volksverhetzung in meiner Umgebung allgegenwärtig.« Interessanterweise sind es die islamistischen Kreise, in denen Abderrahim auf die Literatur des deutschen/europäischen/westlichen – jedenfalls nicht islamischen – Antisemitismus stößt. Was fasziniert die islamische Welt an Mein Kampf? Wie konnte ein Buch, in dem die »aufgeblasenen Orientalen« in ihrer »rassischen Minderwertigkeit« dargestellt werden, zu einem Bestseller in der arabischen Welt werden? Die gleiche Frage stellten sich schon die deutschen Propagandisten in der Nazizeit. Sie versuchten sich (recht erfolglos) an einer arabischen Übersetzung, die den Bedürfnissen der Muslime angepasst und vom Klang her dem Koran nachempfunden sein sollte. Damals entstand das wichtigste arabisch-deutsche Wörterbuch, mit dem Studenten der Islamwissenschaft und Arabistik bis heute arbeiten: Der Wehr.

Für die Übersetzung von Hitlers Schriften fehlte nämlich ein brauchbares Wörterbuch, weswegen 1938 der deutsche Arabist Hans Wehr mit der Erstellung beauftragt wurde. Das über 1 000 Seiten schwere Buch steht auch bei mir im Regal. Adolf Hitler schrieb in Mein Kampf nicht viel über den Islam. Die Christen würden in Afrika und Asien »mit sehr bescheidenem Erfolg« versuchen, Menschen »mohammedanischen Glaubens« zu missio nieren, während sich in Europa Millionen vom Glauben abwenden würden.« An anderer Stelle erwähnt er den Dschihad: »

Genau so kümmerlich sind die Hoffnungen auf den sagenhaften Aufstand im Ägypten. Der ›Heilige Krieg‹ kann unseren deutschen Schafkopfspielern das angenehme Gruseln beibringen, dass jetzt andere für uns zu verbluten bereit sind – denn diese feige Spekulation ist, ehrlich gesprochen, schon immer der stille Vater solcher Hoffnungen gewesen«.

Es gab also unter den Nationalsozialisten eine Diskussion über die Idee, sich mit den Arabern zu verbünden und das kriegerische Potenzial des radikalen Islam für deutsche Zwecke zu nutzen. Hitler stand ihr eher ablehnend gegenüber. Später hat es aber sehr wohl entsprechende Bemühungen gegeben, wie an dem Beispiel Radio Berlin deutlich geworden ist.

Abgesehen davon, dass natürlich ständig von der Überlegenheit der deutschen Rasse die Rede ist, halten sich die Ausfälle gegen Araber und Muslime in Mein Kampf sehr in Grenzen. Letztlich kann man der traurigen Antwort auf die Frage, warum viele Araber dieses Buch lesen, nicht aus dem Weg gehen: Hitler gilt ihnen als ein Held, weil er die Juden ermordet hat.

»Hitler«, »Eichmann« und andere sind in Teilen der arabischen Welt zu anerkannten Vornamen geworden – nicht obwohl, sondern weil bekannt ist, was diese Männer getan haben. Die Nazis waren nicht die Schöpfer des islamischen Antisemitismus, aber sie dienen ihm bis heute als ein Vorbild. Übrigens war der Gedanke, die Muslime für die deutsche Sache zu instrumentalisieren, nicht neu. Er wurde bereits in großem Stil im Ersten Weltkrieg verfolgt. In dem empfehlenswerten Buch Die Deutschen und der Iran – Geschichte und Gegenwart einer verhängnisvollen Freundschaft hat der Autor Matthias Küntzel darüber ein erschütterndes Kapitel geschrieben. Mit Kaiser Wilhelm II. habe » die Phase einer machtpolitisch orientierten deutschen Orientpolitik« begonnen. Der Orientalist Max Freiherr von Oppenheim war damals damit beauftragt worden, die Propaganda für die islamischen Gebiete zu organisieren.

Auf Geheiß und mit guter Bezahlung der Deutschen wurde im Osmanischen Reich der Dschihad gegen die Feinde Deutschlands ausgerufen. Ein niederländischer Islamwissenschaftler namens Christiaan Snouck Hurgronje befasste sich damals mit den deutschen Machenschaften und warnte vor ihren Auswirkungen. Er schrieb 1915 einen Artikel mit dem bezeichnenden Titel Der Heilige Krieg, »Made in Germany«. Darin heißt es unter anderem: »Die Türkei, die sich seit Menschengedenken auch in der schwersten Not nie zu einem an alle Mohammedaner der Welt gerichteten Aufruf zum Glaubenskrieg erdreistet hat, fasst zu diesem Schritt erst Mut, nachdem sie Deutschland zum Bundesgenossen hatte und von deutscher Seite vielfach dazu aufgefordert war.« Die extra gegründete Nachrichtenstelle für den Orient übersetzte emsig Dschihadpropaganda für die islamische Welt in alle erdenklichen Sprachen und erstellte entsprechende Flugblätter und Broschüren. Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass nicht nur der islamische Antisemitismus, sondern auch das heutige Dschihadverständnis von den Deutschen mitgeformt wurde.

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Die jüdische Identität Marokkos

»Eine andere Ideologie verbindet das Religiöse mit arabischem Nationalismus «, erklärt Abderrahim weiter. »Hier wird Israel als Eindringling in arabische Länder und heilige Stätten betrachtet. Die arabischen Nationen sollen sich als Einheit zusammentun und Israel entgegentreten. Manchmal wird gesagt, man sollte alle Juden ins Meer treiben. Diese Ansicht wurde von den Diktaturen in der Region genährt, zum Beispiel von Gamal Abdel Nasser in Ägypten, Saddam Hussein im Irak, Muammar Gaddafi in Libyen und der Familie Assad in Syrien. Ich möchte erzählen, was uns dazu gebracht hat, das Judentum als Teil unseres nationalen Erbes und unserer Identität zu verteidigen.

Die marokkanische Regierung verfolgte nach der Unabhängigkeit eine harte Linie, was unsere Identität betraf. Sie stellten Marokkaner nur als Araber und Muslime dar und verdrängten andere Teile unserer facettenreichen Identität wie das Berberische, das Afrikanische, das Jüdische und das Mediterrane. Diese rassistische Sichtweise auf unsere nationale Identität wurde von Staats wegen in unsere Lehrpläne, Medien, Moscheen und die meisten anderen gesellschaftlichen Einrichtungen eingebracht. Sie rechtfertigten das damit, nach Jahrzehnten französischer und spanischer Fremdbestimmung wieder eine nationale Einheit herstellen zu wollen.

Tatsächlich konnte so aber keine Einheit erzeugt werden. In den Siebziger- und vermehrt noch in den Neunzigerjahren erschienen beispielsweise die Berber mit Identitätsbewegungen auf der politischen Bühne Marokkos. Sie standen für die Vielfalt der marokkanischen Kultur und wollten als offizieller Teil der nationalen Identität anerkannt werden.« Die Berber sind eine Volksgruppe, über deren Herkunft nicht viel bekannt ist. Rund 40 Millionen Menschen sprechen Sprachen, die dem Berberischen zugerechnet werden. In Marokko sind etwa 80 Prozent der Bevölkerung Berber, die meisten von ihnen »arabisiert«. Etwa jeder zweite Marokkaner spricht eine Berbersprache. Die Verdrängung seiner eigenen berberischen Identität spielte in Abderrahims Selbstreflexion eine große Rolle. Er erzählt: »Für mich persönlich begann der Umdenkprozess, als ich die Universität von Agadir besuchte und mich auf Wirtschaft spezialisierte. An der Uni dachte ich zum ersten Mal darüber nach, wer ich war.

Ich begann, mir meiner Identität bewusst zu werden. Mir wurde klar, dass meine Identität eine andere war als die, die ich in der Schule angenommen hatte. Meine Sprache unterschied sich vom Arabischen, mein Islam war nicht derselbe wie der orientalische, und ich erkannte, dass Marokko über Jahrhunderte ein Land mit vielen Juden gewesen war. Für mich war es eine logische Konsequenz, der islamischen Bewegung den Rücken zu kehren, mich der säkulareren Berberbewegung anzuschließen und die Vielfalt der Kulturen in Marokko zu verteidigen. Besonders prägend waren dabei für mich die Ereignisse am 11. September 2001 in New York und die Terroranschläge in Casablanca 2003.

Im zweiten Teil meines Studiums beschäftigte ich mich mit der Geschichte Marokkos und las einige Bücher über die Geschichte der Juden in Südmarokko. Ich arbeitete mich durch historische Dokumente und besuchte viele Dörfer, in denen in der Vergangenheit Juden gelebt hatten. Vor zwei Jahren fuhr ich nach Ifran. Das ist eine Stadt, in der auch in der jüngeren Vergangenheit Juden und Muslime zusammengelebt haben. Dort besuchte ich eine alteingesessene Familie in der Nähe des jüdischen Viertels Mellah. Als ich sie nach ihren früheren Beziehungen zu ihren jüdischen Nachbarn fragte, antwortete eine alte Frau: ›Wir sind ein Volk, wir essen denselben Couscous, wir sprechen dieselbe Sprache, aber wir haben zwei unterschiedliche Religionen.‹ Sie bedaure, dass ihre Nachbarn nach Israel ausgewandert seien, und mit ihnen der Wohlstand.« Während Mina sich mit den Juden als unterdrückter Minderheit identifizierte, sieht Abderrahim sie als Teil seiner eigenen nationalen Identität.

Als Muslim gehört er in seinem Land der Mehrheit an, aber als Berber ist er auch Teil einer ethnischen Minderheit. Er lehnt das Konstrukt einer arabischen Identität ab und setzt sich für eine pluralistische, multiethnische Gesellschaft ein, zu deren Identität auch die Geschichte der marokkanischen Juden gehören soll. Marokko beheimatete einst die größte jüdische Gemeinde im Maghreb. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten dort rund 300 000 Juden, die eine große Minderheit mit kulturellem Einfluss darstellten. Im ganzen Land findet man teils noch erhaltene Synagogen, jüdische Schulen und Friedhöfe. Im Mittelalter hatte sich eine besondere jüdisch-marokkanische Literatur entwickelt – in arabischer Sprache, aber mit hebräischer Schrift. Bereits 1997 wurde in Casablanca unter dem Namen »Museum des marokkanischen Judentums« ein jüdisches Museum errichtet, das diese Geschichte erzählt.

Es ist das einzige seiner Art in der gesamten arabischen Welt, obwohl auch viele andere Länder eine jüdische Geschichte zu erzählen hätten. Viele Juden waren im Zuge der Reconquista aus Spanien nach Marokko geflohen, als die Christen die Iberische Halbinsel von den Muslimen zurückeroberten. Die Islamische Eroberung war bereits Anfang des achten Jahrhunderts bis Spanien vorgedrungen. Unter dem Stichwort »Goldenes Zeitalter« oder »Blütezeit« des Islam wird an das friedliche und fruchtbare Zusammenleben von Juden und Muslimen in Al-Andalus, im Emirat beziehungsweise Kalifat von Córdoba und dem Emirat von Granada erinnert. Natürlich findet man auch für diese Zeit Beispiele für Antisemitismus. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Juden im Mittelalter aus Spanien zusammen mit ihren muslimischen Nachbarn vor den Christen fliehen mussten und Zuflucht in islamischen Ländern wie Marokko fanden. Dort wurden sie zur Zeit des Nationalsozialismus von ihrem Sultan Sidi Mohammed Ben Jussuf vor dem Zugriff der Nazis in Schutz genommen.

Er soll sogar angekündigt haben, sich und seine Familie auch mit den gelben »Judensternen« auszustatten, sollten die marokkanischen Juden dazu gezwungen werden, solche zu tragen. Das berichtet der amerikanische Forscher Dr. Robert Satloff in der arte-Doku mentation »Gesucht wird … der arabische Schindler«. In dem Film erfährt man auch von über hundert Konzentrationslagern, die allein in Nordafrika bestanden haben. Abderrahims Interesse für das marokkanisch-jüdische Erbe wurde immer größer. »Ich wollte es ausfindig machen und anderen Marokkanern zeigen«, erzählt er. »Einige Freunde von mir stellten sich der Herausforderung und begannen, Vereine und Organisationen in Freundschaft mit Israel zu gründen. Alle diese Initiativen waren zum Scheitern verurteilt, weil sie von der Regierung verboten wurden oder weil wir Drohungen von Islamisten oder panarabischen Antisemiten erhielten. Die Ereignisse des Weltgeschehens – wie der Krieg gegen den Terrorismus, Terroranschläge in Casablanca, das weltweite Vorgehen gegen Hetze und die Proteste gegen die Diktaturen in Tunesien, Ägypten und Libyen – halfen uns, unsere Anliegen bekannt zu machen, und führte zu einigen Erfolgen. Seit 2011 schützt Marokko offiziell in der Präambel seiner Verfassung die kulturelle Vielfalt des Landes. Das Berberische – Tamazight – wurde als Amtssprache anerkannt und das Hebräische als Teil unserer nationalen Identität. Seitdem setze ich mich gemeinsam mit Freunden dafür ein, dass über das Judentum und das jüdische Erbe Marokkos gelehrt wird.«

 

Israel – das Vorbild, das wir brauchen

Auch für Abderrahim war sein Interesse am Judentum nicht automatisch mit einer Zuwendung zu Israel verbunden. Die alten Vorurteile hielten sich fest in seinem Kopf. Er beschloss, sich selbst eine Meinung zu bilden, und reiste nach Israel. Er berichtet: »Mein Bild von Israel hat sich mit einem ersten Besuch in Jerusalem von Grund auf verändert. Ich sehe ein multikulturelles Israel und mir gefällt der Lebensstil der Israelis. Wir müssen das begreifen und uns von diesem schönen Israelbild inspirieren lassen, weil wir genau das in unseren islamischen Gesellschaften brauchen. Wenn wir normal und verständnisvoll mit Israel und den Israelis umgehen könnten, würden viele Probleme gelöst werden. Davon bin ich überzeugt.

Dann würden auch die Hetze und die Gewaltaufrufe gegen die Juden aufhören und unsere Länder würden sich vielleicht weiterentwickeln und demokratischer werden. Deswegen stelle ich mich zu Israel. Ich halte es für wichtig, Israel so zu sehen, wie es ist. Deswegen versuchen wir mit unseren Organisationen, Israel in einem anderen Licht zu zeigen, als unsere arabischen Fernsehkanäle es uns vermitteln wollen. Wir haben Verbindung zu Wissenschaftlern von der Universität in Tel Aviv aufgenommen und arbeiten gemeinsam an den Beziehungen zwischen Marokko und Israel. Israel ist ein demokratischer Staat inmitten einer Ansammlung autoritärer Regime in einer Region, in der militante Ideologien mehr Zulauf haben als je zuvor.

Dieser Staat leidet als jüdischer Staat besonders unter dem Antisemitismus und den hasserfüllten Lehren, die diesen Staat zerstören und die Juden aus ihrem Land vertreiben wollen. Manchmal gebrauchen die Tyrannen in dieser Region den Nahostkonflikt, um ihre eigene Herrschaft zu stärken, während die Bevölkerung unter der Stagnation der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung leidet. Wir müssen den Nahostkonflikt mit anderen Augen betrachten. Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen, aber manchmal lassen sie sich auch zu unnötiger Gewalt hinreißen.

Das dient dann den Interessen bewaffneter Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah. Denn sie gebrauchen ihre Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde und verurteilen dann Israel für die Todesopfer. Meiner Meinung nach liegt die Lösung des Konfliktes in der Hand der Israelis und Palästinenser. Wir sollten ihnen dabei helfen, den bes ten Weg zum Frieden zu finden. Gewalt und Gegengewalt ist keine Lösung. Leider greifen viele Akteure in die israelisch-palästinensischen Angelegenheiten ein und sichern das Fortbestehen des Konfliktes. Dazu zählen die Oberhäupter einiger Golfstaaten, die das israelische Vorbild von Demokratie und Fortschritt fürchten. Sie unterstützen palästinensische bewaffnete Gruppen mit Geld und Gerät, einzig und allein, um den Friedensprozess zu behindern. Ich war mir sicher, dass Marokko als Land keinen Konflikt mit Israel hat und dass es für mein Land von wirtschaftlichem, politischem und kulturellem Nutzen ist, wenn es sich diesem Staat annähert.

Außerdem würde das auch Israel bei seinen Bemühungen um Frieden im Nahen Osten nutzen. Deswegen setze ich mich öffentlich für Israel ein und dafür, dass die Beziehungen zwischen Marokko und Israel sich normalisieren. « Neben einem Besuch in Israel hält Abderrahim Holocaust-Education für ein geeignetes Mittel, dem Judenhass der Araber zu begegnen. Wie Mina vertritt er die Ansicht, dass viele Probleme der arabischen Welt besser zu lösen wären, wenn die Fakten über den Holocaust bekannt wären. Im Januar 2008 nahmen zwei marokkanische Jugendliche an einer Gedenkveranstaltung im israelischen Holocaustmuseum Yad VaShem in Jerusalem teil. Als das an die Öffentlichkeit gelangte, kam es zu großen Empörungen und Anfeindungen in den marokkanischen Medien.

Man warf den Jugendlichen vor, sich für eine Normalisierung der Beziehung zu Israel einzusetzen. Es kam zu Demonstrationen vor deren Schulgebäude und auch die Eltern wurden unter Druck gesetzt. Das brachte den Begriff »Antisemitismus« erst in die öffentliche Diskussion in Marokko ein. 2011 fand an der Al-Achawajn-Universität in Ifrane eine dreitägige Konferenz zum Thema Holocaust statt. Es war die erste Konferenz dieser Art in der arabischen Welt. Sie wurde auch von Regierungsver tretern und internationalen Diplomaten besucht. Dass das marokkanische Königshaus Abgesandte schickte, ist ein bemerkenswertes politisches Signal. Wie die Geschichte von Abderrahim zeigt, ist es in Marokko anders als in den meisten anderen arabischen Ländern möglich, sich öffentlich für Holocaust-Education und sogar eine Aussöhnung mit Israel einzusetzen. Aber normalerweise werden solche Veranstaltungen von der Regierung weder gefördert noch geschützt. Abderrahim erklärt dazu: »In muslimischen Gesellschaften ist das nicht so einfach wie in Europa. Wir erleben Beschimpfungen und Beleidigungen von den Antisemiten, aber im Vergleich zu anderen Ländern in der Region genießen wir in Marokko das Recht auf freie Meinungsäußerung, wenn auch begrenzt. Wir dürfen unsere Überzeugungen öffentlich kundtun. Aber die Regierung oder andere staatliche Einrichtungen unterstützen uns nicht.

Der Staat beziehungsweise die Polizei bemühen sich auch nicht darum, uns vor den Provokationen der Antisemiten zu schützen.«

Abderrahim hat sich gut auf seine Mission vorbereitet. 2006 machte er seinen Bachelor-Abschluss in Geschichte und schrieb über das gesellschaftliche Leben der Berber im Süden in der Neuzeit. Dabei erwähnte er auch die sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Muslimen und Juden. 2007 ging er für einen weiteren Abschluss, diesmal in Erziehungswissenschaften, an die Uni von Rabat und spezialisierte sich auf Methodenlehre, Geschichte und Sozialkunde. »Ich wollte die besten Wege finden, um den Geschichtsunterricht zu verbessern «, sagt er, »und zwar, indem ich neben den Berbern die vielen vergessenen Kulturen Marokkos einbezog, wie das jüdische Erbe dieses Landes. Ich wollte auch das Bild der Juden in unseren Schulbüchern richtigstellen und den Holocaust als Thema in die Lehrpläne einführen, wenigstens im marokkanischen Kontext. 2013 wurde ich in das Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. zu einer Konferenz über Holocaust-Education eingeladen.

Das war für mich eine einmalige Gelegenheit, mehr über diese Geschichte zu erfahren, die in Marokko bis heute vielfach geleugnet wird. Ich tauschte meine Erfahrungen mit anderen aus verschiedenen Ländern aus und mein Interesse an diesen wichtigen Fragen wuchs. 2014 referierte ich bei einer anderen Konferenz, veranstaltet vom Salzburg Global Seminar, über meine Erfahrungen im Kampf gegen Antisemitismus in Marokko und über meine Vision von Holocaust-Education in islamischen Gesellschaften. Ich arbeitete mit internationalen Organisationen und dem Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. zusammen, um ein Projekt zur Holocaust-Education und Antisemitismusbekämpfung auf den Weg zu bringen. Außerdem nahm ich an einigen internationalen Konferenzen teil, um dort meine Ansichten zu vertreten.

Momentan arbeite ich mit einfachen Mitteln, um meine Meinung über Israel auch in meinem Land publik zu machen. Ich weiß, wie wichtig soziale Netzwerke sind, und manchmal veröffentliche ich Artikel in Zeitungen oder im Internet und natürlich nehme ich an nationalen und internationalen Konferenzen teil. Inzwischen habe ich Unterstützergruppen in vielen Städten Marokkos. Wir beabsichtigen, einen Verein zu gründen und unsere Arbeit auszudehnen, bis wir unser Ziel erreicht haben.«

(…)

Das Buch gibt es für im Buchhandel, z.B. bei

Vorträge von Varmen Matussek

Carmen Matussek hält Vorträge, z.B.

  • Der Glaube an eine jüdische Weltverschwörung – Die Protokolle der Weisen von Zion in der arabischen Welt
  • Israel – mitten unter Feinden

Mehr dazu unter https://carmenmatussek.wordpress.com/vortrage/termine/

 

 

Das Inhaltsverzeichnis des Buchtipps: Israel, mein Freund. Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt

  • Einleitung
  • Mein persönlicher Hintergrund
  • Das Wesen des Antisemitismus
  • Definitions-Chaos
  • Wann begann der Hass auf Israel?
  • Neid
  • Antisemitismus in der islamischen Welt
  • Verschwörungstheorien
  • Ein Massenphänomen
  • Islamischer Antisemitismus
  • Eine neue Dimension in Europa?
  • Wurzeln im Nationalsozialismus
  • Nazipropaganda in der islamischen Welt
  • Fortsetzung nach dem Krieg
  • Man ließ sie gewähren
  • Stimmen aus der islamischen Welt
  • Mina Abdelmalek – Ein junger Ägypter informiert die arabische Welt über den Holocaust
  • Von Tel Aviv nach Kairo
  • Holocaustleugnung in der islamischen Welt
  • Mina kennenlernen
  • Holocaust-Education für die arabische Welt
  • Abderrahim Chhaibi – Die jüdische Identität der islamischen Länder
  • Antisemitismus in der islamischen Theologie
  • Hitlers Mein Kampf auf Arabisch
  • Die jüdische Identität Marokkos
  • Israel – das Vorbild, das wir brauchen
  • Raheel Raza – Muslima mit jüdisch-christlichem Erbe
  • Imame stellen sich zu Israel
  • Kindheit in Pakistan ohne Antisemitismus
  • Islamismus in Pakistan und Kanada
  • Israel und Pakistan – Zwei neue Staaten entstehen
  • Das jüdische Erbe des Islam
  • Dr. Qanta Ahmed – Plädoyer für einen jüdischen Staat
  • Wer an Israels Existenzrecht glaubt, ist Zionist
  • Die Angst vor Vernichtung
  • Palästinenser in der islamischen Welt
  • Neid und Auswege
  • George Deek – Perspektiven für Araber in Israel
  • Was war vor der Staatsgründung?
  • Flucht einer arabischen Familie aus Jaffa
  • Eine unerwartete Niederlage
  • Das Vorbild der Holocaustüberlebenden
  • Sonderbehandlung der Palästinenser durch die UN
  • Chancen und Lebensbedingungen der Palästinenser
  • In der Minderheit sein
  • Mut zur Selbstkritik
  • Vergebung und Versöhnung
  • Aida al-Misri77 – Eine außergewöhnliche israelische Soldatin
  • Israel Defense Forces (IDF)
  • Israel oder Palästina?
  • Antisemitische Hetze von der palästinensischen Führung
  • Terrorverherrlichung von Arabern in der Knesset
  • Alles geben für Israel
  • Nonie Darwish – Tochter eines »Märtyrers«
  • Schule in Gaza
  • Bekanntschaft mit dem Militär
  • Ohne Vater
  • Im Notfall vertrauen Araber Juden
  • Der 11. September
  • Arabs for Israel
  • Geschichtsrevisionismus
  • Samuel Tadros – Wer Ägypten liebt, muss Antisemitismus bekämpfen
  • Es gab auch andere Zeiten
  • Jeder Feind ein Jude
  • Westliche Fehleinschätzungen
  • Grundlage der Weltanschauung
  • Yussuf Said120 – Trotz Angst für die Wahrheit: »Jetzt erst recht!«
  • 2 500 Jahre jüdische Geschichte im Irak
  • Treffen im Untergrund
  • Araber in israelischen Gefängnissen
  • Irakische Juden in London und Tel Aviv
  • Menschenrechte in der arabischen Welt
  • Dummheit der westlichen Medien
  • Kasim Hafeez – Muslim, Zionist und stolz
  • Terror – eine Option für einen britischen Muslim
  • Intellektueller Kampf gegen Israel – die Alternative
  • Siedlungen und humanitäre Hilfe in der Westbank
  • Plädoyer für eine Reise nach Israel
  • Ahmad Mansour – Ein früherer Islamist lehrt über Antisemitismus
  • Eine Stimme aus Berlin
  • Zweiter Golfkrieg – Allahu Akbar
  • Gegen die Ungläubigen
  • Das gleiche Lied in Neukölln
  • Nicht sein kann, was nicht sein darf
  • Erfolgreiche pädagogische Arbeit
  • Zusammenfassung
  • Integration und Versöhnung
  • Voraussetzungen für eine Veränderung in Deutschland und Europa
  • Das Ausmaß erkennen
  • Mit gebotener Demut
  • Wissen, wo wir herkommen
  • Schluss mit Israelkritik
  • Konkrete Schritte
  • Für die Medien
  • Für die Schulen
  • Für die Universitäten
  • Für Justiz und Politik
  • Für die Religionen
  • Für die UN und die EU
  • Für jeden Einzelnen
  • Ausblick
  • Danke
  • Anmerkungen

Titelbild stocksy.com mit freundlicher Genehmigung des SCM Verlages

Kontakt zu Carmen Matussek:

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Israel, mein Freund - Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt

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