6 Mount Meron – Ein Koves, Safed (Tzfat/ Tzefat)

Israel National Trail 02/2015 Israel National Trail 02/2015

Ein Koves ist nicht viel mehr als ein Name. Ein kleiner Platz unterhalb des Städtchens Safed bzw. Tsafed – wie immer man es aussprechen mag. Ohnehin gibt es für hebräische Bezeichnungen keine exakten Übersetzungen, sondern immer ein wenig Spielraum, an den man sich gewöhnen muss.

Englische Unterschriften auf Schildern sind daher schon einmal in den verschiedensten denkbaren Schreibweisen aufgedruckt.

Nachdem es heute noch recht früh ist, wandere ich ein paar Hundert Meter hoch von Ein Koves nach Tsafed. Putzen für Essen und ein Bett. Und es macht Freude!

Israel National Trail 02/2015

Im Carmel Hotel in Safed (Tzfat), 8 Ha’ari Street, 00973 (0)4 69 200 53), Shlomo Zaid (rechts)

Israel National Trail 02/2015

In der Synagoge mit Rabbi Rav Nachum

 

„Now you take kippa“,

nun nimmst du eine Kippa und gehst in die Synagoge. Wenn du willst. Klar möchte ich, aber darf man da als Christ einfach mal eben so hereinspazieren. „Ja natürlich“, antwortet Shlomi und befestigt gerade mit einer kleinen Klammer die Kippa an meinem Hinterkopf. Dann holt er mir aus seinen Privaträumen noch ein weißes Hemd. Leihweise.

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Mit Kippa und schlecht sitzendem weißem Hemd, strapazierter Wanderhose und Trekkingschuhen fühle ich mich nicht gerade wohl in meiner Haut. Gleich vor der Hoteltür frage ich zwei Einheimische, ob ich denn so in meinem Outfit eine Synagoge besuchen könne.

Und die antworten mir gleich auf deutsch „Ja, gut so. Geht absolut. Du brauchst keinen Luxus, um Gott zu gefallen“. Trotzdem bin ich irgendwie fast erleichtert, als die Synagoge, zu der Shlomi mich geschickt hat dann doch geschlossen ist.

Israel National Trail 02/2015

Mit Kippa und geliehenem Hemd von Shlomo!

Hier ist eine kleine Leseprobe aus meinem Buch Israel Trail mit Herz:

… die Telefonnummer steht im Reiseführer. Der Besitzer hat mir am Telefon bereits einen Spezialpreis für Wanderer zugesichert, in Sachen „kostenlos“ ließ sich aber am Telefon nichts erreichen. Wenigstens versuchen muss ich es, und das geht wohl nur, indem ich persönlich anklopfe.

Den direkten Draht zu Gott habe ich ja nun, falls er nicht schon wieder, so wie bei einem Handynetz, abgerissen ist. Bei dieser Vorstellung muss ich schmunzeln und exakt jetzt öffnet sich die schwere Holztür.

„Mein Name ist Shlomi“, begrüßt mich der Hotelbesitzer höchstselbst mit einem ebenso freundlichen Lächeln an der Tür. „Wie gefällt dir Safed?“, fragt er mich noch, während wir in den hellen Empfangsraum treten.

„Gut“, antworte ich ihm und erzähle ihm, dass ich gerade einen Tefillin am Kopf hatte. „Dann hast du eine Fürbitte für uns gesprochen“, sagt Shlomi, nimmt einen Schlüssel vom Brett und möchte mir sofort mein Zimmer zeigen.

Zuvor muss ich ihm aber unbedingt noch sagen, dass … –

doch ich komme nicht dazu. Shlomi würgt mich immer wieder ab. Jetzt hat er mir sogar, ganz so wie ein Gentleman das bei einer Dame tun würde, meinen Rucksack abgenommen.

Ich stehe recht betreten vor dem Zimmereingang, während Shlomi die Fensterläden öffnet und Licht „mein“ Zimmer durchflutet. „Hier ist deine Dusche“, sagt er.

„Ich muss Ihnen etwas sagen“, beginne ich herumzustammeln.

„Sag es mir unten“, antwortet mir Shlomi fröhlich und schon ist er die paar Stiegen ins Parterre wieder hinabgesaust.

„Ich brauch noch deinen Ausweis“, sagt er jetzt, als er hinter dem Tresen steht und sich mit beiden Händen auf die Theke aufstützt.

Jetzt muss ich es ihm sagen. Meinen Rucksack habe ich immerhin gleich wieder mit nach unten genommen und aufgeschnallt.

Ob ich bei ihm putzen dürfe, für Unterkunft und Verpflegung frage ich. Und sofort schiebe ich hinterher: „Ich schlafe auch im Garten und ich möchte wirklich bei Ihnen arbeiten.“

„Brot und Wasser? Du hast das am Telefon wirklich ernst gemeint?“

Dann schließt er bedächtig sein schweres schwarzes Gästebuch und sagt:

„Niemals würde ein Said“, und jetzt erzählt er mir von der langen Familientradition der Saids „einen Wanderer einfach stehen lassen.“ Shlomi begleitet mich noch einmal zurück zu meinem Zimmer und drückt mir dann den Schlüssel in die Hand.

In dem Moment, als ich die Türe hinter ihm schließe, spüre ich, wie klein und verletzlich ich doch als Wesen bin. Die Güte, die mir gerade widerfahren ist, bewegt mich. All das hat nichts, aber auch gar nichts mit Geld zu tun. Es geht nicht um Herunterhandeln von Hoteliers. Es geht nicht darum, ein Schnäppchen zu bekommen. Es geht nicht um den besten Deal und auch nicht darum, etwas umsonst zu bekommen.

Vielleicht geht es einfach darum, alles abzulegen, was ansonsten Glück verhindert. Heute besucht mich mein Glück im Gewand eines tiefen Urvertrauens. Ein Zustand, der völlig frei ist von jedem Zweifel. Shlomi hat mich „zu sich“ genommen. Er hat mir eine Bleibe gegeben, weil er es wollte. Für Shlomi gibt es kein Kalkül, keine Marge, nicht den kleinsten Gewinn.

Aber Shlomi hat meine feuchten Augen bemerkt, als er genickt hat. Und das hat auch ihn berührt. Auch das war echt.

Als mir Shlomi eine Stunde später zeigt, wie ich den Treppenflur putzen kann beziehungsweise darf, haben wir beide unseren Spaß. Shlomi meint, es sei ihm noch nie passiert, dass ein Gast hier auf den Knien herumgekrochen sei und die Treppe putzt. (…)

Das Carmel Hotel in Tzfat

Das Carmel Hotel in Tzfat

Richtung Mount Meron

Häuser in Tzfat, Blick Richtung Mount Meron

Treppe zur Ha'ari Street in Tzfat

Treppe zur Ha’ari Street in Tzfat

 

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