37 Akev Night Camp – Hava Night Camp

Viele Bergtouren auf dieser Etappe. Und die einzige Oase am Israel Trail. Bis Eilat kommt nichts mehr. Aber alles der Reihe nach. Erst einmal geht es schweißtreibend auf den Hod Akev.

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Aufstieg zum Mount Akev, Hod Akev im ersten Morgenlicht

Steiler Anstieg, aber nicht so schlimm wie befürchtet. Gut, wenn man der Versuchung wiedersteht, auf direktem Weg zur Quelle Ein Akev zu marschieren. In Sachen Ausblick auf das Zin Valley lohnt sich jeder Meter hinauf auf den Mount Hod Akev.

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Ausblick vom Mount Akev, Hod Akev zurück Richtung Midreshet Ben Gurion ud Sdebbuker

Der Ausblick vom Hod Akev rentiert sich auf jeden Fall. Die Landschaft unter dir wird klein und scheint sich unendlich auszuweiten. Und es macht dich ein wenig stolz, denn durch diese Landschaft bist du die letzten Tage gewandert und hast jedes Hinderniss mitgenommen.

 

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Echter Israelischer Kaffee am Mount Akev, Hod Akev – frisch gebrüht. Toda Raba. Danke!

Heute war ich das erste Mal am Israel National Trail nicht der erste am Gipfel. Die beiden sind schon eine halbe Stunde vor mir aufgebrochen. Die Lichtkegel ihrer Stirnlampen waren mir voraus. Dafür komme ich hier am Gipfel an und bekomme frischen Kaffee! Ein tolles Gefühl.

 
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Auftsieg zum Hod Aqev, (mal mit q, mal mit k)

israel national trail Hod Akev

Mein eigener Schatten im Fels des Hod Akev

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Gipfelkaffee in Israel

israel national trail Mount Hod Akev

Am Gipfel des Mount Hod Akev

 

 

 

Vom Mount Akev geht es wieder bergab und man erreicht die Quelle Ein Akev. Wer wie ich schon viele Tage durch die Wüste unterwegs war, staunt nicht schlecht über das Wasser. Allerdings: Aus meiner deutschen Sicht ist dieses Rinnsal dann doch auch wieder nicht soooo besonders, dass es buchstäblich jeden israelischen Prospekt ziert. Viele israelische Wanderer haben mir in den letzten Tagen schon ans Herz gelegt, diese Sensation unbedingt ansehen zu müssen.

israel national trail Upper Ein Akev Quelle am INT

Upper Ein Akev Quelle am INT

israel national trail Baden in Ein Akev am Shvil

Baden in Ein Akev am Shvil

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Am Shvil ist man befreundet!

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Setz dich. Ess mit uns was.

 

 

Hätte ich nicht drei Studenten getroffen, die hier einen Tagesausflug mit reichlich Verpflegung gemacht haben, wäre ich weiter gezogen, ohne mich nass zu machen. Dass ich von allem hier begeistert bin, nur eben der kleinen Quelle hier nicht mit Hurra und Jippie begegne kann in israel niemand verstehen. Aber was würde ein Israeli sagen, wenn er am Karlsfelder See hundert Quadratmeter Wüste entdecken würde?

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Brotzeit an der Quelle Ein Akev. Studenten, die ein Seminar in Midreshet Ben Gurion und ein Herz für mich haben

Proviant im Überfluss. Und so kam es, dass die drei schon direkt froh darüber waren, mir alles mitzugeben, was sie selbst niemals hätten essen können.

 

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Die Quelle Ein Akev

Zugegeben. Schön ist es hier schon, dann, wenn man der erste hier ist oder kaum Menschen hier sind.

 

 

israel national trail Upper Ein Akev mit Wegmarkierung des INT

Upper Ein Akev mit Wegmarkierung des INT

israel national trail Eine Oase in Israels Wüste: Upper Ein Akev

Eine Oase in Israels Wüste: Upper Ein Akev

israel national trail Dichtes Grün mitten im Negev

Dichtes Grün mitten im Negev

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orange blau weiss: hier geht es lang!

 

 

Oberhalb der „Quelle“ Upper Ein Akev habe ich entlang des Israel Trails ein wenig den Zulauf verfolgen dürfen. Mannshohes Schilf in der Wüste. Blüten und Grün. Das war wirklich schön.

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Negev Oase

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Shvil Israel: Im Paradies

 

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Akazie? Eiche! Und das in der Wüste

 

Hava Night Camp

Akev Night Camp – Hava Night Camp

Darf ich Euch ein paar Zeilen aus meinem Buch vorstellen? Ich freue mich, wenn ich Euch für ein paar Minuten in eine andere Welt entführen kann. Los geht’s:

Guten Morgen, sage ich zu mir selbst, ganz leise, denn die anderen Wanderer schlafen alle noch im Sand. Es ist noch dunkel. Meine innere Uhr hat mich also schon kurz vor der ersten Dämmerung geweckt. Zeit für die Morgentoilette. Im Freien Wasser lassen, Zähne putzen, einen halben Liter Wasser trinken. Und dann kann es leise losgehen. Ich muss nichts mehr zusammenpacken, außer Tsurs violetter Isomatte. In weniger als zwei Minuten bin ich abmarschbereit. Der Lichtkegel meiner Stirnlampe streift über Josh’s Zelt. „Alles Gute!“, sage ich halblaut in Richtung des Zelts. „Schalom. God bless you“. Dann verlasse ich mit ganz leisen Schritten mein Nachtlager. Nach wenigen Schritten in der Waagrechten führt mich ein steiler Pfad im 45-Grad-Winkel nach oben. Nach meiner ersten kleinen Verschnaufpause wird es unmerklich hell. Das Nachtlager liegt völlig geräuschlos schon weit unter mir. Ich höre nichts außer einem leichten Wind. Obwohl es noch kühl ist, tropft mein Schweiß vom Gesicht zu Boden.

Ich bewege mich gerade in einer Märchenlandschaft, tauche ein in vollkommene Stille und Zufriedenheit. Der Anstieg zum Hod Akev – Hod steht für Berg, klingt aber auch wie hoch – fällt mir heute leicht. Der Weg ist gut markiert. Trotzdem erscheint er auf den ersten Blick unmöglich. Mein Verstand sagt mir, dass es da hinauf eigentlich keinen vernünftigen Weg geben kann, außer man wäre Freeclimber. Auch der Blick dahin, wo ich hergekommen bin, lässt mich staunen. Auch hier scheint der Weg, der hier zu einem dünnen Strich in der Felskulisse geworden ist, ein Extremweg zu sein. Dabei geht alles ganz leicht. Ich möchte diese unglaublich schöne Landschaft mit meiner Kamera einfangen. Zu meiner großen Enttäuschung springt die aber nicht mehr an, obwohl ich sie gestern noch geladen habe. Das ist keine gute Nachricht.

Kurz nach Sonnenaufgang erreiche ich den Gipfel des Hod Akev. Ich staune nicht schlecht, als dort Aviel und Benjamin auftauchen, zwei junge Burschen, die ich gestern schon im Nachtlager getroffen habe. Sie sind noch vor mir aufgebrochen und sitzen hier am Gipfel mit frisch gebrühtem israelischen Kaffee. „Hey, welcome! Magst du mit uns Kaffee trinken?“ Und ob ich das möchte! Aviel und Benjamin waren schon auf der ganzen Welt hiken. Extremwandern in der Mongolei, in Nepal, in Peru, einfach überall. Und jetzt möchten sie von einem Deutschen aber gerne wissen, wie ihm denn ihr eigenes „kleines“ Israel gefällt. Noch bevor ich überhaupt antworten kann, fügt Aviel an: „Nur Gutes, hoffe ich!“ und lacht. Zeitgleich gießt er mir duftenden braunen Kaffee aus seiner Survivalkanne in meinen gelben Plastikbecher, den mir meine Kinder mitgegeben haben.

„Mmmm“, sage ich. „Schmeckt er dir?“, fragt Benjamin. Weil ich schon weiß, dass ohnehin jeder Israeli den besten Kaffee der Welt macht, sage ich schmunzelnd: „Der beste Kaffee der Welt.“ Ich meine es aber auch so, denn kurz nach Sonnenaufgang auf einem Berggipfel wie dem Hod Akev einen frisch aufgesetzten Kaffee zu bekommen, das hat schon was!

„Überhaupt finde ich Israel gar nicht so klein“, sage ich dem sichtlich erstaunten Benjamin. „Ich bin ja schon über einen Monat unterwegs und ein Ende ist noch nicht in Sicht“, sage ich. Beide lachen und Aviel meint: „Klar, weil du Schlangenlinien gelaufen bist.“

Erst als es ein wenig ernsthafter wird, erzähle ich ein wenig über meine wunderschönen und bewegenden Erfahrungen in Israel. Und weil sie mir nicht glauben möchten, oder vielleicht weil sie es auch gerne hören, sage ich, dass Israel gerade mein fünfzigstes Land auf der Welt ist, das ich besucht habe. Und ich sage ihnen auch, dass ich auf eine so unglaubliche Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe noch nie gestoßen bin. Es sei auch woanders schön. Aber diese beiden Eigenschaften habe ich eben so intensiv und schön noch nie erfahren, und das, obwohl ich Deutscher bin.

Sofort unterbricht mich Benjamin: „Was hat das damit zu tun, ob du Deutscher bist?“ Aviel schenkt mir Kaffee nach: „Dir gefällt unser Israel? Ich selbst liebe es, weil ich es mit meinen eigenen Füßen durchwandert habe. Das macht nicht jeder. Aber du, als Deutscher, auf meinem Israel National Trail. Wow!“

Ariel holt tief Luft und wird schlagartig sentimental: „Ja, ich liebe mein Israel. Aber dass es dir so gut gefällt, berührt mich zutiefst. Da gibt es nicht viele. Die meisten reden nur. Aber einer der mit uns wandert. Einer, der mit uns tanzt…“

Ariel ist aufgestanden und bittet mich mit einem charmanten Lächeln zu einer Art Gipfelwalzer. Und schon tanzen wir alle drei zusammen, in Israel, in der Wüste Negev, verloren in Gefühlen, vereint durch das, was man gar nicht aussprechen kann. Ariel und Benjamin möchten noch bleiben. Sie gehen heute nur bis zur Quelle Ein Akev. „Du musst los“, sagt Benjamin zu mir und blickt auf seine Uhr. „Versprich mir, dass du das Wasser in Ein Akev mit all deinen Sinnen beachtest, es ist ein Zauber. Es ist der Quell des Lebens. Gehe nicht daran vorbei, versprich es mir!“

 

DucTom schreibt: Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich derart mitnimmt und fasziniert.
Jede einzelne Passage ist gewaltig, immer aufs Neue motivierend und emotional.
Beim Lesen ist man so tief verwurzelt, dass man das Gefühl hat, Teil des Erleben zu sein.
Besonders die Gefühle der menschlichen Beziehungen und der Annahme der erbrachten Nächstenliebe kommen so authentisch rüber, das man öfter als nur einmal zu Tränen gerührt ist. Ich habe dieses Buch ganz in einem Stück verschlungen und dann erneut in Etappen gelesen, damit ich mir über einen größeren Zeitraum diese gewaltige, grandiose Gefühle erhalten habe.
Ich kann nur jedem empfehlen dieses Buch zu lesen, es ist von Herzen und Macht unsere Welt ein großes Stück herzlicher.

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